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15 % mehr gefälschte Arzneimittel in Deutschland beschlagnahmt

12.09.2013 Deutsche Zollbehörden haben im 1. Halbjahr 2013 insgesamt 1,4 Mio. gefälschte Tabletten, Pulver und Ampullen sichergestellt, 15 % Prozent mehr als im Vergleich zum Vorjahr. Diese Zahlen wurden anlässlich des 2. Informationsforums Arzneimittelfälschung in Berlin am 11. September bekannt gegeben.

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15 % mehr gefälschte Arzneimittel in Deutschland beschlagnahmt

„Der illegale Handel mit Arzneimittelfälschungen steigt international stark an“, sagt Norbert Drude, Präsident des Zollkriminalamtes (Bild: Abuelo Ramiro-Fotolia)

Veranstalter des Forums waren die Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände (ABDA) sowie die beiden Pharmahersteller Bayer Healthcare und Pfizer. Auf dem Forum präsentierten Zollkriminalamt, Interpol, Arzneimittelhersteller und Apotheker Inhalte ihrer Zusammenarbeit, um Fälscher zu entlarven und Verbraucher besser zu schützen.

Gefälscht werden nicht nur Medikamente gegen Erektionsstörungen sondern auch Mittel zur Behandlung von Krebs, HIV, Magengeschwüren, hohem Cholesterin, Alzheimer, Bluthochdruck, Depression, Rheuma, Malaria oder auch Verhütungsmittel. Die Fälschungen können lebensgefährlich sein und von Verbrauchern kaum von originalen Arzneimitteln unterschieden werden. Die gefälschten Arzneimittel können gar keinen, den falschen, zu wenig oder zu viel Wirkstoff enthalten. Sie werden häufig in Hinterhöfen und Garagen unter unhygienischen Bedingungen hergestellt und enthalten oftmals bedenkliche oder giftige Substanzen.

„Der illegale Handel mit Arzneimittelfälschungen steigt international stark an und macht einen intensiven Kampf gegen die gewissenlosen Kriminellen notwendig“, so Norbert Drude, Präsident Zollkriminalamt. „Das setzt eine enge Kooperation aller Sicherheits- und Gesundheitsbehörden auf nationaler und internationaler Ebene voraus.“

Wie groß das Ausmaß des Handels mit illegalen Arzneimitteln konkret ist, hat beispielhaft die diesjährige weltweite Kontrolloperation mit dem Namen Pangea gezeigt. Bei einer konzertierten Aktion haben Polizei- und Zollbehörden unter der Leitung von Interpol vom 18. bis 27. Juni 2013 in 100 Staaten den internationalen Warenverkehr gezielt nach Fälschungen von Arzneimitteln untersucht. Die weltweite Aktion führte zur Beschlagnahmung von 9,8 Mio. potenziell gefährlicher Medikamentenfälschungen und 58 Verhaftungen. Mehr als 9.000 Internetseiten, die auf illegale Versandhändler verlinkt hatten, wurden identifiziert und abgeschaltet.

„International organisierte kriminelle Fälscher nutzen hauptsächlich das Internet, um Verbraucher zum Kauf von gefälschten Medikamenten zu animieren. Dabei setzen sie Gesundheit und Leben von Menschen aufs Spiel“, sagt Rüdiger Klausmann von Interpol. „Verbraucher können wir schützen, indem wir illegale Online-Shops schließen, gefälschte pharmazeutische Produkte konfiszieren und die Kriminellen vor Gericht bringen.“

„Patienten wissen oft nicht, welchen hohen gesundheitlichen Risiken sie sich in Folge einer Bestellung von Medikamenten aus unsicheren Internetquellen aussetzen“, sagt Professor Dr. Martin Schulz, Vorsitzender der Arzneimittelkommission der Deutschen Apotheker (AMK). „Es wurden mitunter lebensgefährliche Inhaltsstoffe in gefälschten Medikamenten gefunden. Die Arzneimittelkommission rät dringend, keine Arzneimittel aus dubiosen Quellen im Internet zu kaufen.“

Sicherheitssystem gegen Fälschungen wird in Deutschland getestet
Arzneimittelhersteller, Apotheker und Großhändler setzen derzeit ihr Wissen und großes Engagement in ein neues Sicherheitssystem ein, mit dem ab 2017 Arzneimittel europaweit vor Abgabe an den Patienten in der Apotheke auf Echtheit geprüft werden können. In Deutschland wird das System Securpharm bereits seit Anfang 2013 getestet. Dabei wird auf jeder Medikamentenpackung ein zweidimensionaler sogenannter „Data Matrix Code“ aufgedruckt, mit der die Packung eindeutig zurückverfolgt werden kann.

„Wir müssen sicherstellen, dass Patienten in Europa ihre Medikamente dauerhaft aus sicheren Quellen erhalten“, so Richard Bergström, Generaldirektor European Federation of Pharmaceutical Industries and Associations (EFPIA). „Dafür brauchen wir grenzüberschreitende Systeme und Prozesse, die Fälschungen aus dem Arzneimittelvertrieb verlässlich beseitigen und kriminelle Fälscher aufspüren.“

(dw)

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