Auf das Gramm genau

Abfüllen von Spezialitäten in Kartons, Säcke oder Fässer

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20.05.2014 Speziell Misch- und Verpackungsbetriebe produzieren häufig auch sehr kleine Losgrößen, unter anderem zum Beispiel koschere Produkte, die besonders strengen Produktionsrichtlinien unterliegen. Die eingesetzten Maschinen müssen daher sehr häufig umgestellt werden und extrem hohe Anforderungen an Reinheit und Kontaminationsfreiheit erfüllen. Aufgrund wiederkehrender Nachfragen wurde ein Abfüllsystem entwickelt, das die drei wichtigsten Anforderungen dieses Prozessschrittes funktionell und wirtschaftlich miteinander kombiniert: Dosieren, Sieben und Abfüllen

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Entscheider-Facts Für Betreiber


  • Zur eichgenauen Abfüllung kleiner Losgrößen wurden Wirbelstrom-Siebmaschinen Typ DA mit einer optimierten Abfüllwaage funktionell und bedientechnisch kombiniert.
  • Eine sinnvolle Ergänzung bietet zudem ein Permanentmagnet bzw. eine Magnetspule, die zusätzliche Absicherung gegen metallische Verunreinigungen bieten und diese automatisch ausscheiden.
  • Konstruktive Details bei der Dosier- und Siebtechnik, eine ergonomische und vielseitige Abfülleinrichtung verbunden mit intelligenter Steuerung und Bedienung machen das System zu einer praxisgerechten Lösung.
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Immer dort wo Mischungen von Schüttgütern in verhältnismäßig kleinen Auftragschargen flexibel hergestellt und abgefüllt werden müssen, kommt es weniger darauf an, hohe Abfüllleistungen zu erzielen, als vielmehr darauf, ein kompaktes, vielseitiges System nutzen zu können, das praktikabel diese Anforderungen des Anwenders abdeckt. Insbesondere die Hersteller von Gewürzen, Aromen, Zutaten, Suppen und Saucen vertreiben ihre Produkte in Mengen bzw. Gebinden, die sich auf Hochleistungs-Abfüllautomaten nicht wirtschaftlich handhaben lassen. Dabei ist der abschließende Prozessschritt vor der Übergabe in den Versand auch ein wesentlicher Schritt in Bezug auf die Qualitätssicherung. Eichgenaue Abfüllung, das sichere Ausschleusen von etwaigen Verunreinigungen und die Dokumentation stehen hier im Fokus der Nahrungsmittelhersteller.

Praxisgerechte Lösung
Zu diesem Zweck wurde die Wirbelstrom-Siebmaschinen Typ DA mit einer optimierten Abfüllwaage funktionell und bedientechnisch kombiniert. Keine andere Siebmaschine ist in der Lage, das eichgenaue Dosieren und das Aussieben von Fremdkörpern so zu erfüllen. Eine sinnvolle Ergänzung bietet darüber hinaus ein Permanentmagnet bzw. eine Magnetspule, die zusätzliche Absicherung gegen metallische Verunreinigungen bieten und diese automatisch ausscheiden. Konstruktive Details bei der Dosier- und Siebtechnik, eine ergonomische und vielseitige Abfülleinrichtung verbunden mit intelligenter Steuerung und Bedienung machen das System zu einer Lösung, die immer mehr Anklang im Bereich der Nahrungsmittelherstellung findet.

Egal, ob unmittelbar unter dem Mischer, einem Pufferbehälter oder aus Containern heraus, kann die Einheit sinnvoll so angeordnet werden, dass sie das Schüttgut an geeigneter Stelle übernimmt. Das Rüsten der Maschine beschränkt sich auf den Einsatz des richtigen Siebkorbes, mit der richtigen Maschenweite, der je nach Produkt auszuwählen und einfach ohne Werkzeug zu wechseln ist. Je nach abzufüllender Gebindeform – Sack, Karton mit Inliner, Eimer usw. – kann die Abfülleinrichtung mit unterschiedlichen Befüllköpfen und Funktionen ausgerüstet werden. Auch diese lassen sich gegebenenfalls mit wenigen Handgriffen einfach austauschen.

Leitsysteme bieten umfassende Kommnunikation
Der Bediener pflegt seine Abfüll- bzw. Waagenparameter entweder lokal auf der Bedieneinheit – dies ist die Basisausstattung – oder kommuniziert diese mit einem übergeordneten Leitsystem. Je nach Anspruch können hier neben dem Bediengerät unmittelbar an der Abfülleinheit Schnittstellen zu Leitsystemen projektiert werden, die eine umfassende Kommunikation zur Dokumentation bzw. einen Datenaustausch ermöglichen.

Bei Säcken bzw. Kartons mit Inliner erfolgt die Gebindezuführung ausschließlich manuell durch den Bediener an der Station. Dabei hat der Bediener für das Andocken des Gebindes an den Befüllkopf beide Hände frei und startet den eigentlichen Dosiervorgang mit einem Fußtaster. Das System erledigt das Dosieren dann vollautomatisch bis zum Erreichen des vorgegebenen Füllgewichtes und gibt das Gebinde dann automatisch wieder frei. Fremdkörper werden dabei ausgeschleust und kleinere Agglomerate durch den Wirbelrotor im Sieb einfach aufgelöst.

Zur Abfüllung in starre Gebinde wie Eimer, kleine Fässer usw. wurde das System in Sonderbauform auch schon für den vollautomatischen Betrieb konzipiert. Das Siebsystem wird üblicherweise an eine Besaugungseinrichtung angeschlossen, um die verdrängte, meist staubhaltige Luft gezielt abführen zu können. Der Abfüllbereich im Radius von rund 1 m um den Befüllkopf wird daher entsprechend der Atex-Zone 22 behandelt und ausgeführt.

Natürlich muss ein System mit beschriebenem Anspruch auch einfach zu reinigen sein. Auch das ist eine Stärke der Siebmaschine DA mit Linearauszügen, die sich bei häufig wechselnden Mischungen ohne Werkzeug komfortabel öffnen und reinigen lässt. Die Abfülleinrichtung inklusive Zubehör ist ebenfalls darauf ausgerichtet, hohe Hygieneanforderungen zu erfüllen und ein einfaches Handling sicherzustellen. In Einzelfällen wurden bereits Sondersysteme für eine vollständige Inline-Nassreinigung ausgeführt.

Vom eigentlichen Mischprozess entkoppelt
Falls die Mischerleistung höher ist, kann das Abfüllen der Fertigmischung in Container oder Big-bags erfolgen. Dieses Abfüllen erfolgt direkt aus dem Mischer. Die nachgeschaltete Wirbelstrom-Siebmaschine dosiert das Produkt in den Big-bag oder Container und siebt gleichzeitig Verklumpungen aus. Mit einem Hubstapler werden die Container dann auf Aufgabestationen aufgesetzt, um beispielsweise eine halbautomatische Absackanlage zu beschicken.

Der Bediener dockt die leeren Säcke über eine Blähmanschette an den Abfüllstutzen an. Danach können die auf einer geeichten Waage stehenden Säcke exakt und staubarm befüllt werden. Probenahmen und ein Metalldetektor sorgen für einwandfreie Produkte. Nach dem Verschweißen des Folien-Inliners und des Papieraußensacks gelangen die Säcke auf ein schräges Transportband, das sie nach oben befördert. Der Bediener kann die Säcke in einer ergonomischen Höhe abnehmen und palettieren. Das Abfüllen erfolgt staubarm und kann von einem einzelnen Bediener durchgeführt werden.

Zusammenfassend lässt sich feststellen, dass die Basisvariante dieser Abfülleinheit eine Alternative zu improvisierten Lösungen darstellt, wie sie in diesen Bereichen oft zu finden sind. Sie ist flexibel einsetzbar, schnell zu reinigen und überschaubar in ihrer Technik. Sonderlösungen und Kombinationen mit nachgeschalteten Verfahrensschritten sind kundenspezifisch jederzeit machbar.

Heftausgabe: Juni 2014
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Über den Autor

Klaus Minnaert, Geschäftsbereich AZO Food Beratung und Verkauf, Vertriebsbeauftragter West, AZO
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