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Akustiklösung für den Hygienebereich

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16.10.2013 Lärmschutz am Arbeitsplatz  ist in vielen produzierenden Industriezweigen ein bereits bekanntes Problem. Schätzungen gehen davon aus, dass im Jahr 2013 in Deutschland mehr als 5 Mio. Menschen in Lärmbereichen arbeiten. Europaweit nimmt man an, dass jeder fünfte Arbeitnehmer, zumindest zeitweise,  in einem Lärmbereich tätig ist.

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Entscheider-Facts Für Betreiber

  • Die Edelstahlapplikation ist hitze-, feuchtigkeits- sowie chemikalienbeständig und daher für fast alle Reinraum- und Hygienebereiche geeignet.
  • Eine Lärmminderung von 3 dB(A) entspricht einer Halbierung der wahrgenommenen Lärmbelastung.
  • Lärmschutz-Applikationen sind nicht nur angenehm für die Mitarbeiter, sie erleichtern auch die Abnahme durch die Berufsgenossenschaft.

Ein lärmreiches Arbeitsumfeld erfordert erhöhte Konzentration, führt zu Fehlern und stellt eine körperliche Belastung für den Mitarbeiter dar. Das gilt besonders für Maschinengeräusche in schallharten Räumen (geflieste oder glatte, abwaschbare Wände). Viele dieser Arbeitsplätze haben eine Besonderheit: sie befinden sich in Hygiene- und Reinraumbereichen, beispielsweise in der Fleischwarenindustrie, Pharmaunternehmen sowie in Laboratorien.

Herausforderung im Hygienebereich
Insbesondere in den bereits genannten Industriezweigen und weiteren Branchen mit Hygieneanforderungen stellt sich dem Lärmschutz ein entscheidender Faktor entgegen: Das Reinigen des Schallabsorbers. In der Fleischwarenindustrie, der Getränkeindustrie, Molkereien, Schlachthöfen oder an Abfülllinien sind die Räumlichkeiten aufgrund der Anforderungen an die Hygiene meist mit glatten Wänden und Decken ausgestattet. Diese Rauminnenflächen sind zwar leicht zu reinigen, aber aus Sicht der Akustik schallhart und somit ungünstig. Das Absorptionsvermögen von glatten Oberflächen, z.B. Fliesen, liegt bei unter 5 %. Den Rest, also 95 % der von Maschinen abgestrahlten Schallenergie, reflektieren die Rauminnenflächen. Das führt durch die fortlaufenden Überlagerungen der Schallwellen zu höheren Schallpegeln im Raum sowie zu längeren Nachhallzeiten. Für einen Arbeitsplatz eine sehr ungünstige Umgebung. Durch den Einbau von Schallabsorbern können Betreiber die Nachhallzeiten und so den Schallpegel relativ leicht senken. Doch die Vielzahl der herkömmlichen Lärmschutzprodukte am Markt scheitert in der Praxis an den Anforderungen zum Reinigen und Pflegen.

Saubere Schallschutzlösung
Lärmschutzabsorber müssen leicht und vollständig zu reinigen sein. Ist das nicht der Fall, können sich Keime festsetzen und ungehindert vermehren – eine Gefahr für den hygienischen Betrieb. Als problematisch erweisen sich auch sogenannte „Baffeldecken“, die sehr aufwendig zu reinigen und zudem mangelhaft hinterlüftet sind. In der Folge bilden sich Keime und Schimmel. Die Sonoperf-Serie ist laut Hersteller Andritz das Produkt, das sämtliche Anforderungen an einen hygienisch einwandfreien Schallabsorber erfüllt. Es passt sich durch seine Ausführung in Edelstahl an die bestehende Maschinenumgebung an, ist hitze-, feuchtigkeits- und chemikalienbeständig und daher für fast alle Reinraum- und Hygienebereiche geeignet. Der Abbau der Schallenergie findet unmittelbar beim Durchtritt der Schallwellen durch das absorbierende Akustikblech statt. Größe und Form der Schlitze hat das Unternehmen so entwickelt, dass eine größtmögliche Energieumwandlung von Schallenergie in Wärme (Absorption) erfolgt. Die Absorption im Frequenzspektrum können Betreiber je nach akustischer Anforderung abstimmen lassen, in dem der Hersteller Form und Einbau individuell anpasst. Die Bleche sind vom Anwender entweder leicht zu demontieren und somit in Spülmaschinen beziehungsweise Kistenwaschanlagen zu säubern oder sie sind klappbar und damit beidseitig mit Hochdruckreiniger zu reinigen. Viele der Varianten sind in einer Edelstahlausführung erhältlich, beispielsweise Dreiecksbaffeln, Twin-Baffeln, Wandkassetten, Kantenabsorber, usw. Es gibt keine Schmutzkanten oder Hohlräume in denen sich Keime oder Bakterien sammeln und vermehren können. Prüfungen der Akustikbleche ergaben Absorptionswerte im Bereich von 0,4 einlagig und bis 0,7 bei Aufdoppelung. Dabei kommen die Bleche im Hygienebereich grundsätzlich ohne Hinterlegung mit Mineralwolle oder Akustikvlies aus.

Anwendungen in der Praxis
In der Praxis sind die Lärmschutz-Applikationen bereits in verschiedenen Projekten und Anwendungsbereichen im Einsatz: Dem Prinzip „so nah wie möglich an der Schallquelle“ mit einer Lärmschutzmaßnahme zu beginnen, ist das Unternehmen Kitzinger Flensburg-Handewitt gefolgt und hat das System in die von ihm entwickelten Durchlaufwaschanlagen eingebaut. Typisch für solche Kisten- oder Durchlaufwaschanlagen ist, dass Mitarbeiter an den Ein- und Ausläufen der Maschinen ihren Arbeitsplatz haben. Im Einlaufbereich gibt es Lärmbelastungen durch Sprühgeräusche; im Auslauf ist es der Lärm der Abblasmotoren und Luftaustrittsdüsen. Der Maschinenbauer hat nun rund 1 m² des Lärmschutzsystems im Ein- und Auslaufbereich einer solchen Maschine eingebaut. Im Ergebnis konnte der Anwender eine Lärmminderung von 3 dB(A) erreichen, von vorher 86 auf nun 83 dB(A), was einer Halbierung der wahrgenommenen Lärmbelastung entspricht. Für das Unternehmen ein Erfolg, da es die Durchlaufwaschmaschinen dem Kunden leiser anliefern kann und sich vor allem die Abnahme durch die Berufsgenossenschaft erleichtert. Auch bisher laute Bestandsmaschinen können Betreiber mit einem überschaubaren Kostenaufwand nachrüsten. Neben Maßnahmen nahe der Schallquelle ist die Applikation vor allem zur raumakustischen Lärmminderung geeignet. Für den Einsatz in kleinen Räumen mit niedriger Deckenhöhe, wie sie in Großküchen oder Kutterräumen von mittelständischen Fleischereien vorkommen, gibt es beispielsweise Dreiecksbaffel, Twin-Baffel oder auch Wandkassetten. Bei raumakustischen Maßnahmen ermittelt der Hersteller zunächst die vorhandene schallabsorbierende Fläche über eine akustische Messung. In einer mittelständischen Fleischerei in Ostdeutschland planten Unternehmer, Akustikberater und Berufsgenossenschaft eine Maßnahme im Kutterraum und der Zerlegung und setzten diese im Anschluss um. Dabei installierte der Hersteller gemäß Berechnung je 75 Dreiecksbaffeln in beiden Räumen. Die Größe der Dreiecksbaffeln wurde so abgestimmt, dass der Betreiber die Schallabsorber in der bestehenden Kistenwaschanlage des Unternehmens reinigen kann. Im Ergebnis konnte das Projekt die Schallpegel in beiden Räumen um gut 4 dB(A) auf unter 85 dB(A) senken.

 

 

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Zur Produktseite des Herstellers gelangen Sie über folgenden Link.

Heftausgabe: Oktober 2013
Christian Reinstein, Produktmanager bei Andritz

Über den Autor

Christian Reinstein, Produktmanager bei Andritz
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