Pharma+Food im Interview mit Uwe Harbauer, Produktbereichsleiter Pharma bei Bosch Packaging Technology

„Am Ende ist natürlich auch alles eine Frage des Preises“

07.09.2015 Im Exklusiv-Interview mit der Redaktion der Pharma+Food erklärt Uwe Harbauer, Produktbereichsleiter Pharma bei Bosch Packaging Technology, warum sich sein Unternehmen für aktuelle wie auch künftige Marktanforderungen gut aufgestellt sieht. Ein Gespräch über One-stop-shops, Industrie 4.0 und Traceability.

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Uwe Harbauer, Bosch Packaging Technology Der Kunde möchte in dem Fall keine Füllmaschine kaufen, sondern sagt im Grunde: „Ich habe ein Produkt und dafür brauche ich eine Fabrik.“

Pharma+Food: Herr Harbauer, als Sie Anfang des Jahres 2013 die Position des Leiters des Produktbereichs Pharma bei Bosch Packaging Technology übernahmen, kündigten Sie an, dass Sie die Entwicklung hin zum One-stop-shop als eines Ihrer Hauptziele sehen – was hat sich hier seitdem getan?
Uwe Harbauer: Wir konnten uns in dieser Hinsicht ganz klar erfolgreich weiterentwickeln. Fakt ist, dass wir uns auf dieser Achema erstmalig in dem Maße, wie Sie es hier sehen können, mit einer umfassenden Linienkompetenz präsentieren – sowohl im Liquid- als auch im Solid-Bereich. Diesen Weg wollen wir natürlich auch künftig weiter beschreiten. In der Praxis heißt das, dass der Kunde bei uns nicht nur eine Maschine, oder auch drei, kaufen kann, wie Waschmaschine, Sterilisiertunnel und Abfüllmaschine, sondern wir beginnen bereits beispielsweise bei der Wasseraufbereitung.

P+F: Und wie sieht die Zukunft aus, gibt es Felder, die Sie noch besetzen möchten, beispielsweise durch Zukäufe?
Harbauer: Natürlich haben wir noch Lücken, das ist auch bekannt. Ich drücke das an dieser Stelle mal so aus: Diese Lücken kann man entweder durch die kontinuierliche Erweiterung des eigenen Portfolios schließen – ein gutes Beispiel wäre hier sicher der Bereich Inspektionstechnik – oder eben auch durch Zukäufe. Welche Unternehmen hierfür interessant wären, werde ich an dieser Stelle aber nicht verraten. Sie können auf jedem Fall davon ausgehen, dass wir auf der nächsten Achema einige der aktuell noch weißen Flecken ausgefüllt haben werden. Einer der Trends, die wir beobachten, ist, dass es bestimmte Regionen der Erde gibt, beispielsweise Südamerika und Afrika, in denen sich der Bedarf an wirklichen Turnkey-Lösungen verstärkt. Der Kunde möchte in dem Fall keine Füllmaschine kaufen, sondern sagt im Grunde: „Ich habe ein Produkt und dafür brauche ich eine Fabrik.“ Und dafür möchte er dann einen oder auch zwei Partner, die diese Fabrik für ihn aufbauen. Wer solche Aufträge erhalten möchte, muss zum einen viel selbst leisten können, zum anderen aber auch Dritt-Anbieter einbeziehen. Denn natürlich haben wir nicht alles im Portfolio, beispielsweise wenn es um das Thema Reinraum geht. Dafür haben wir eigene Engineering-Experten, die solche Dinge koordinieren.

Heftausgabe: September 2015
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Philip Bittermann, Redaktion

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