Kontrolle ist besser

Analyseverfahren für Lebensmittelsicherheit

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25.03.2015 Die Weltgesundheitsbehörde WHO stellt fest: Durch Lebensmittel übertragene Krankheiten und Risiken für die Lebensmittelsicherheit stellen zunehmend Probleme für das öffentliche Gesundheitswesen dar.

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Entscheider-Facts für Betreiber

  • Das Sicherstellen hoher Qualitätsstandards bei Nahrungsmitteln ist eine (lebens)wichtige Aufgabe. Leistungsfähige Analyseverfahren sind deshalb unerlässlich. Technische Gase spielen dabei eine zentrale Rolle.
  • Grundsätzlich gibt es zwei Fragestellungen bei der Analyse von Lebensmitteln: „Was ist in der Probe?" gefolgt von „Wie viel von einem Stoff ist in der Probe?"
  • Neben dem Aufspüren von Gefahrstoffen spielt auch immer häufiger die Kontrolle eine Rolle, ob sich der Inhalt einer Packung mit den aufgedruckten Angaben deckt.

Ungesunde Nahrungsmittel verursachen viele akute und chronische Erkrankungen. Angefangen von Durchfallerkrankungen bis hin zu verschiedenen Arten von Krebs. Auch in stark reglementierten Märkten der Industrie- und Schwellenländer darf das Thema nicht unterschätzt werden. Ein Beispiel ist der Dioxin-Skandal in Europa im Jahr 2011, als Importverbote für mehrere deutsche Agrarprodukte erlassen wurden. Die genaue Kontrolle aller Produkte von Nahrungsmittel- und Getränkeherstellern ist daher unabdingbar.

Das GC-MS-Verfahren
Ein chemisches Verfahren mit der Bezeichnung Gas Chromatography-Mass Spectrometry (GC-MS), zu Deutsch Gaschromatographie mit Massenspektrometrie-Kopplung, hat sich als exzellente Analysemethode für die forensische Lebensmittelkontrolle herausgestellt. GC-MS als einfaches, exaktes und effizientes Verfahren zum Trennen und Bestimmen der Inhaltsstoffe von Lebensmitteln gilt inzwischen als eines der grundlegendsten Untersuchungsverfahren der analytischen Chemie. Als wichtigste Eigenschaft ermöglicht es GC-MS festzustellen, welche chemischen Substanzen in einer Lebensmittelprobe enthalten sind. Die qualitativen Ergebnisse beantworten also die Frage: Welche Moleküle liegen genau vor? Darüber hinaus gibt das Verfahren auch Auskunft darüber, wie viel von den einzelnen Inhaltsstoffen in der Probe vorhanden ist. Bei vielen Analyseaufgaben ist die Frage nach dem „Was ist in der Probe?“ zunächst viel wichtiger als „Wie viel von einem Stoff ist in der Probe?“. Die qualitative Methode ist bei der Analyse von Lebensmitteln die korrekte Herangehensweise. Nur wenn bekannt ist, welche Inhaltsstoffe in einer Lebensmittelcharge enthalten sind, hat die quantitative Analyse ihre Berechtigung. Das Grundprinzip der Gaschromatographie funktioniert folgendermaßen: Die Moleküle einer Probe scheiden sich in der Trennsäule – einem langen Kapillarröhrchen – aufgrund ihrer unterschiedlichen physikalischen Eigenschaften voneinander. Die Probe gelangt dabei in ein sogenanntes Trägergas, das sie durch die Trennsäule transportiert. Als Trägergas dient hochreines Helium. Das Massenspektrometer bricht die Verbindungen auf, wodurch diese ionisierte Teilchen freisetzen. Diese werden anschließend nach ihrer Masse in Bezug auf das Gewicht der Gesamtcharge bestimmt. Damit ist der große Vorteil dieser Kombination zweier Verfahren beschrieben: Gaschromatographie als erster Schritt zum Aufspalten und nachfolgende Massenspektrometrie zum qualitativen Messen als zweiter Schritt.

Heftausgabe: März 2015
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Über den Autor

Torsten Piest, VMS / Marktentwicklung Spezialgase, Linde
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