OEL 5? Klappt!

Andockklappe für hochtoxische Stoffe

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11.05.2015 Müssen in der Produktion hochgefährliche Stoffe gehandhabt werden, steigt der Aufwand in der Produktion extrem an. Für das Umfüllen von hochwirksamen oder hochtoxischen Pulvern bedeutet dies zum Beispiel, dass Bediener Vollschutzanzüge tragen oder die Aufgaben komplett in Isolatoren abgewickelt werden müssen. Bei Müller hat man nun eine Doppelklappe entwickelt, mit der OEL 5 ohne spezielles weiteres Equipment erreicht wird.

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Entscheider-Facts Für Betreiber


  • Für das Umfüllen hochgefährlicher Pulver sind spezielle Lösungen und Sicherheitsvorkehrungen zu treffen.
  • Mit einer weiterentwickelten Doppelklappe wird nun auch OEL 5 erreicht.
  • Für die Doppelklappe gibt es ein Kassettensystem, das den schnellen Ausbau des aktiven Klappenteils ohne Werkzeug erlaubt.

Die Grenzwerte für die Belastung von Bedienern durch gefährliche Stoffe werden in Occupational Exposure Limits (OEL) eingeteilt. Für OEL sind fünf Bereiche von OEL 1 (1.000 bis 5.000 µg/m3) bis OEL 5 (<1 µg/m3) definiert. Für das kontaminationsfreie Umfüllen von hochwirksamen oder toxischen Stoffen bis OEL 4 wurden in den vergangenen Jahren Doppelklappensysteme entwickelt. Mit diesen lassen sich Behälter so sicher an Produktionsanlagen an- und abkoppeln, dass sich Be­dienpersonal auch ohne Vollschutzausrüstung gefährdungsfrei im Produktionsbereich aufhalten kann.

Eine Doppelklappe besteht aus zwei Klappenhälften: der Aktiv- und der Passivklappe. Die Aktivklappe beinhaltet die Mechanik für das Verriegeln beider Klappenhälften sowie einen Handhebel oder einen Stellmotor zum Öffnen und Schließen der Einheit. Die Aktivklappe wird an der Befüll- oder Entleerstation angebracht, die Passivklappe an den Transportbehältern. Zum Öffnen des Doppelklappensystems werden beide Klappenhälften zueinander angedockt. Nach dem Verriegeln der beiden Klappenhälften ist das System geschlossen, und die Klappe kann geöffnet werden.

Weiterentwickeltes Doppelklappensystem erreicht OEL 5
Beim Material-Handling-Spezialisten Müller aus Rheinfelden wurde bereits 2009 ein Doppelklappensystem (MCV) konzipiert und 2013 zu einer neuen Generation weiterentwickelt. Diese zeichnet sich durch eine automatische Verriegelung der beiden Klappenhälften im abgedockten Zustand aus und kann ohne Demontage der Dichtung gereinigt werden. Besonderes Augenmerk legte der Hersteller dabei auf die Konstruktion der Verriegelung. Diese ist kompakt, selbsthemmend, und es wurde eine sehr leichtgängige Verriegelungsmechanik realisiert, die ohne verschleißanfällige Rollen oder Bolzen auskommt.

Heftausgabe: Juni 2015
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Armin Scheuermann, Redaktion

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