Kosteneffizientes Track & Trace

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09.06.2011 In der Pharmaindustrie und Medizintechnik gelten sehr hohe Anforderungen in Qualität und Sicherheit. Internationale Regularien, Normen und Gesetze verlangen entlang der gesamten Lieferkette die lückenlose Produkt-Rückverfolgbarkeit. Intelligente bildgestützte ID-Lesegeräte sind ein Schlüssel zum Erfolg.

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Entscheider-Facts Für Anwender


Durch die rasanten Fortschritte in den Bereichen der Mikroprozessoren, Bildsensoren, miniaturisierte Optik und Beleuchtung sowie Decodier-Algorithmen werden die bildgestützten ID-Lesegeräte immer leistungsfähiger und wirtschaftlicher. Sie erweisen sich den Laserscannern deutlich überlegen. Markante Vorteile sind:
  • Lesegeschwindigkeit,
  • Langfristige Zuverlässigkeit,
  • Omnidirektionales Code-Lesen,
  • 2D-Code-Lesen,
  • Mehrfacherfassen eines Code und Ausgabemöglichkeit,
  • Bildarchivierung erfolgreicher oder gescheiterter Erfassung,
  • Benutzerfreundliches Einrichten, Bedienen und Aktualisieren,
  • Feedback zur Barcode-Qualität,
  • Darstellung und Kommunikation sowie
  • Investitions- und Zukunftssicherheit.

Die Fähigkeit (ability) der systematischen Verfolgung einer Spur (trace) bringt uns im alltäglichen Arbeitsablauf sehr viele Vorteile und begleitet uns heute durch alle Lebensbereiche. 1D- und 2D-Codes ermöglichen die lückenlose Produktverfolgung(traceabil-ity). Das Anbringen von umfangreichen detaillierten Daten auf allen Gegenständen liefert Information, die ortsunabhängig vollständig zu lesen sind: beispielsweise eindeutig identifizierbare Serien- und Chargennummer, Produktnummer, Herstellungsdatum, Globale Trade ID Nummer, Inhaltsstoffe, das Verfallsdatum und viele weitere wichtige Daten. Im gesamten Bereich von Pharmaindustrie, Medizintechnik und Klinikorganisation sind deshalb Produktcodierungen und deren sicheres und absolut fehlerfreies Lesen unter fast allen Umgebungsbedingungen von größter Bedeutung.

Störungen beim Barcode-Lesenkönnen fatale Folgen haben

Wenn aber verblasste, beschädigte, verschmutzte, verzerrte oder gefaltete Codes nicht eindeutig gelesen werden können, dann führt das zu Störungen und Fehlerquellen in der Lieferkette. In der automatisierten Identifikation und Datenerfassung von medizinischen und pharmazeutischen Produkten kann dies nicht akzeptiert werden. Absolute Zielvorgabe ist beispielsweise, dem jeweiligen Patienten das richtige Medikament zum richtigen Zeitpunkt in der korrekten Dosierung und Qualität zu verabreichen. Störungen im Lesen von Codes können eine ganze Kette von negativen Auswirkungen mit letztendlich höheren Kosten bis hin zu Haftungsfragen verursachen.

Neue internationale Gesetzgebungen werden für mehr Patientensicherheit sorgen und sollen auch die steigende Flut von Plagiaten massiv verhindern. Alle in der Versorgungskette Beteiligten sollen zukünftig rechtsverbindlich ein UDI-System (Unique Device Identification) einführen, um damit die Produkte eindeutig zu identifizieren. Weltweite Netzwerke von UDI-Datenbanken bilden die Basis dieser Vorgehensweise. Aktuell arbeiten verschiedene US-Behörden wie die FDA (Food and Drug Administration) und die GHTF (Global Harmonisation Task Force) an umfassenden ID-Vorschriften. Am16. Februar 2011 hat das europäische Parlament den Entwurf einer Richtlinie der EU-Kommission zum europäischen UDI-System angenommen. Neue Sicherheitsmerkmale und Kontrollmechanismen sollen – entsprechend diesem internationalen Standard – die vollständige Rückverfolgbarkeit aller Medizinprodukte entlang der gesamten Wertschöpfungskette von der Herstellung bis zum Endkunden und abschließender Entsorgung bzw. Recycling gewährleisten.
Für Zulieferer, Hersteller, Händler und Logistikunternehmen ist es von strategischer Bedeutung, die zukünftigen Anforderungen der Codier- und Lesesysteme frühzeitig einzuplanen, wie beispielsweise die Anforderungen neuer Strichcodes, die mehrere unterschiedliche Strich- und Lückenbreiten verwenden, zusätzliche 2D-Codes als auch Kombinationen verschiedener Codes. Immer häufiger werden neben dem reinen Lesen der Codes weitere Ansprüche der Identifikation bei gleichzeitig immer höherer Flexibilität gefordert. Das bedingt erweiterte System-Fähigkeiten rund um das Lesen von Codes, wie etwa gleichzeitiges Lesen mehrerer unterschiedlicher Codearten auf Verpackungen oder Produkten. Dazu kommt die Identifikation von Klarschrift, das korrekte Platzieren der Etiketten plus Anwesenheit eines Logo und weiterer Merkmale. Hinzu kommen häufig noch Anforderungen der Qualitätskontrolle, wie beispielsweise korrekte Ampullenfüllung. Im gesamten ID-Umfeld mit der Anforderung komplexerer Fähigkeiten erweisen sich bildgestützte Sensoren in zunehmender Weise anderen Technologien wie Laserscanner in Schnelligkeit, Funktionssicherheit und letztendlich Wirtschaftlichkeit weit überlegen. Im internationalen Handel ist der Einsatz eines sicheren Tracking & Tracing – Produkt- bzw. Sendungsverfolgung – fester Bestandteil in der Lieferkettensicherheit (Supply Chain Security).

Perfekte Sicherheit in der gesamten Wertschöpfungskette

Hier kommen anwendungsspezifisch und in ihrer Leistungsfähigkeit abgestufte Produktfamilien der Bildverarbeitung in Hard- und Software für die gesamte Bandbreite von sehr komplexen Aufgaben bis zu einfachen Anforderungen sowohl der Qualitätskontrolle und ganz besonders der bildbasierten ID-Lesesysteme zum Einsatz. Sie umfassen PC-gestützte Vision-Systeme mit dem Softwarepaket Visionpro, die kompakten autarken Vision-Systeme In-Sight, die stationären ID-Lesegeräte Dataman 100 bis 200 in der Größe einer Streichholzschachtel, mobile Dataman der Serie 8000, die neue stationäre Produktfamilie Dataman 500 und die Vision Sensoren der Produktfamilie Checker.

Die ID-Lesesysteme für 1D- und 2D-Codes verfügen über integrierte Beleuchtung und die Serien 200, 500 und 8000 als Option auch über modernste Flüssiglinsen-Technologie. Funktionsprinzip ist, dass in der Linse – bestehend aus zwei unterschiedlichen Flüssigkeiten – auf diese Flüssigkeiten eine elektrische Spannung einwirkt und eine steuerbare Verformung der Linsenoberfläche erfolgt. Ohne bewegliche Mechanik und nur elektronisch gesteuert erfolgt die blitzschnelle Änderung der Brennweite und damit automatisches Fokussieren oder Zoomen. Die besonders robuste Technologie ermöglicht den hochflexiblen Einsatz unter wechselnden Verhältnissen.
Die ID-Lesesysteme für alle gebräuchlichen Codes verfügen über die extrem schnelle und sichere Lesesoftware 1DMax für Barcode und 2DMax für Data-Matrix-Code, basierend auf der Patmax-Vision-Technologie. Beim neuen Dataman 500 wurde erstmalig in der Bildverarbeitung der Bildsensor und Rechenprozessor auf nur einem Chip integriert – VSoC Vision System on Chip. In Echtzeit erfasst und analysiert er bis zu 1.000 Frames/s. In Verbindung mit den zuverlässigen Bildverarbeitungsalgorithmen erzielt das extrem hohe Leseraten.

Trumpf-Ass Kommunikations-Harmonisierung

In den mit Auto-ID-Systemen ausgestatteten hochautomatisierten Anlagen können schon wenige Zehntel Prozent höhere Leserate erhebliche wirtschaftliche Vorteile erzielen. Um den Durchsatz zu erhöhen sowie reibungsloser und sicherer zu gestalten, kann jede ID-Leseverbesserung deutlich zur Kostensenkung pro Verpackungslinie beitragen. Hinzu kommen noch weitere nicht unmittelbar quantifizierbare Vorteile wie bessere Anlagenauslastung, weniger Wartung, Minimieren von Reklamationen, Kundenzufriedenheit bis hin zum Qualitätsimage eines Unternehmens.

In dem komplexen Tätigkeitsfeld von kompletten Qualitätskontroll- und ID-Systemlösungen mit Echtzeit-Kommunikationsverknüpfung – Fertigungsprozessen, Logistik, Office-Netzwerken und Datenbanken – ist vielschichtiges Know-how gefragt. Das Wissen und die Erfahrung sind ein wichtiger Beitrag zur Fehlervermeidung und erzielen höhere Flexibilität und Leistungsfähigkeit sowie Kostenminimierung in der Fertigung. In einer globalisierten Welt wird es für den Anwender immer wichtiger, dass er Lösungen in einem optimierten Zusammenspiel aller Komponenten in Hard- und Software erhält. Aus einem Guss und einem verantwortlichen Ansprechpartner. Der Hersteller vermittelt mit seinem weltweiten Netz von Systemintegratoren und Partnern – neben seiner umfangreichen Hard- und Software der Bildverarbeitung – auch ein sehr vielseitiges Know-how und breites Produktportfolio für ein durchgängiges Track & Trace einschließlich der Kommunikation mit der SAP-Welt, insbesondere der Auto-ID-Lösungen von SAP.
Einer der Partner ist Serventi in Hamburg, der mit dem modularen ganzheitlichen Lösungskonzept NGS (Next Generation Serialisation) sowohl die Informations- als auch Produktionstechnologie abdeckt. Ziel ist die bessere Effizienz und Transparenz der Kommunikation entlang der gesamten Wertschöpfungs- und Lieferkette, insbesondere für mittelständische Unternehmen. Die zur Verfügung stehenden Softwaremodule gewährleisten die reibungslose Zusammenführung der Daten und deren Konformität mit den Richtlinien der FDA oder UDI. Gerade in der Pharmaindustrie ist es heute selbstverständlich, dass die Unternehmen sowohl interne als auch externe Fertigung integrieren. Daher ist erhöhte Flexibilität gefordert, und die Software muss verteilte Netzwerke abbilden können – ein wichtiger Aspekt, um mit kurzfristiger Reaktionsmöglichkeit auf Bedarfsänderungen zu reagieren. Dazu bietet das Unternehmen eine anwendungsorientiert abgestufte Palette von Software-Modulen an.
Bindeglied zwischen den bildbasierten Code-Lesesystemen und den SAP-Auto-ID-Lösungen ist das Modul KuPVision – auf dem der SAP-PCO-Connector (SAP-MII-Komponente) bereits physikalisch installiert ist – zur Kennzeichnung und Verifizierung der 1D- und 2D-Codes. Parallel zur Produktdatenverwaltung steuert das Modul den Datenfluss zu den Industriedruckern und Kameraprüfsystemen. Die rückgelesenen Daten werden auf Korrektheit geprüft, mit den in allen Verpackungsschritten aufgebrachten Serialisierungsdaten vereinigt, volle Aggregation, und an die SAP Auto-ID Lösung übergeben.

Das zur Verfügung gestellte modular aufgebaute Kommunikationsdesign ermöglicht es, die Anforderungen passgenau in die IT-Architektur des Unternehmens zu integrieren. So sorgt das Modul SAP MII (Manufacturing Integration and Intelligence) für einen ungehinderten Datenaustausch zwischen Produktionssystemen und dem gesamten Liefernetz. Das harmonisiert die Kommunikation im gesamten Fertigungsbereich und bietet gleichzeitig eine standardisierte Benutzeroberfläche. Dieses Modul stellt eine direkte Echtzeitverbindung zwischen der Produktions- und Geschäftsebene her. Alle produktionsbezogenen Daten sind sofort verfügbar – einschließlich der Daten zu Aufträgen, Materialien, Anlagenstatus, Kosten und Produktqualität. Weitere Software-Module wie beispielsweise SAP AII (Erstellen der Verpackungshierachie und Prozessautomatisierung), SAP OER (Unternehmensweites Repository für Serialisierungsdaten) erweitern den Funktionsumfang der Serialisierung und ermöglichen die Kommunikation zu den beschriebenen national geregelten UDI-Systemen.

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Heftausgabe: Juni 2011
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Kamillo Weiß ,

Über den Autor

Kamillo Weiß ,

Camillo Weiß, freier Fachjournalist

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