Übernahmeversuch

Auf ein Neues: Bain und Cinven bieten für Stada

11.07.2017 Die Nidda Healthcare Holding, die Erwerbsgesellschaft der Investoren Bain Capital und Cinven, hat mitgeteilt, dass sie ein erneutes verbindliches freiwilliges öffentliches Übernahmeangebot für alle ausstehenden Aktien des Arzneimittelherstellers Stada abgeben wird.

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Der letzte Übernahmeversuch der Finanzinvestoren war gescheitert, nachdem sie die nötige Annahmeschwelle von 67,5 % der Anteile auch nach verlängerter Frist nicht erreicht hatten. Danach galt ursprünglich eine Frist von einem Jahr, bevor Bain und Cinven ein neues Gebot hätten abgeben dürfen. Die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) hat dem Antrag der Investoren jedoch stattgegeben und diese Frist aufgehoben.

Damit geht das anhaltende Übernahmedrama in eine weitere Runde. Bereits vor ihrem ersten Versuch hatten Bain und Cinven die Mitbewerber Advent und Permira in einem Wettbieten verdrängt. Auch die damaligen Unterlegene hatten Gerüchten zufolge über ein neues Angebot nachgedacht. Nun bieten Bain und Cinven eine finanzielle Gesamtgegenleistung von 66,25 Euro je Stada-Aktie, bestehend aus 65,53 Euro Angebotspreis zuzüglich 0,72 Euro Dividende. Damit bewertet das erneute Angebot den Arzneimittelhersteller mit einem Eigenkapitalwert von ungefähr 4,124 Mrd. Euro und liegt damit rund 16 Mio. Euro über dem ersten Angebot. Die Mindestannahmeschwelle wurde auf 63 % reduziert, die Annahmefrist beträgt vier Wochen. Die bestehende Investorenvereinbarung wurde insbesondere im Hinblick auf die Parameter des Angebots angepasst.

„Hohe Transaktionssicherheit“

Auch Novartis im Visier der Strafverfolgung

Die Finanzinvestoren Bain und Cinven wagen nach dem gescheiterten Übernahmeversuch ein neues Gebot für Stada, diesmal 16 Mio. Euro mehr. (Bild: avarand – Fotolia)

„Wir sind davon überzeugt, dass es im besten Interesse des Unternehmens und unserer Aktionäre sowie weiterer Stakeholder ist, Bain Capital und Cinven die Vorlage dieses verbesserten Angebots zu ermöglichen“, sagte Engelbert Coster Tjeenk Willink, Vorstandsvorsitzender von Stada. „Die Verbesserungen in Form von finanzieller Gegenleistung und der Zusagen für unsere Mitarbeiter, unsere Standorte und unsere Unternehmensstrategie zeigt uns, dass Bain Capital und Cinven großes Interesse haben, Stada mit uns gemeinsam weiterzuentwickeln. Die reduzierte Mindestannahmeschwelle sowie die von den Aktionären gegenüber der Bieterin erklärten verpflichtenden Zusagen zur Andienung von rund 20 % der Aktien sorgen zudem für eine hohe Transaktionssicherheit. Deshalb begrüßen wir dieses erneute Angebot und haben uns entschieden, den diesbezüglichen Befreiungsantrag von Bain Capital und Cinven zu unterstützen.“

„Das erneute Übernahmeangebot von Bain Capital und Cinven zeigt einmal mehr Stadas Attraktivität“, sagte der Stada-Aufsichtsratsvorsitzende Ferdinand Oetker. „Mit dem erneuten Angebot haben unsere Aktionäre nun die Möglichkeit, von der verbesserten finanziellen Gegenleistung zu profitieren. Die umfangreichen Vereinbarungen mit der Bieterin sind eine stabile Basis, um Stada im besten Interesse des Unternehmens für die Zukunft weiterzuentwickeln. Deshalb unterstützt auch der Aufsichtsrat die Vorlage eines erneuten Angebots durch Bain Capital und Cinven.

Die im Rahmen des ursprünglichen Angebots beantragten und mittlerweile erteilten Freigaben der Kartellbehörden in Serbien, der Türkei, Mazedonien, der Ukraine, und Russland gelten auch für das erneute Angebot. In Bezug auf die erteilten Freigaben der Europäischen Kommission und China dauern die diesbezüglichen Prüfungen noch an. Nach Veröffentlichung der neuen Angebotsunterlage durch Nidda Healthcare werden Vorstand und Aufsichtsrat diese prüfen und eine Stellungnahme abgeben.  Aus heutiger Sicht gehen beide Gremien davon aus, den Aktionären das erneute Angebot zur Annahme empfehlen zu können.

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