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Autobio-Verbundprojekt will Biotech-Prozesse effizienter machen

02.08.2012 Das Verbundprojekt Autobio will die bislang sehr langen Entwicklungszeiten für biotechnologische Herstellungsprozesse verkürzen, und damit auch die vergleichsweise hohen Investitionsrisiken und -kosten drastisch reduzieren. Das Projekt wird vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) in den nächsten drei Jahren mit 3,7 Mio. Euro gefördert.

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Im dem Verbundprojekt Autobio werden manuelle Strategien der experimentellen Entwicklung weitgehend automatisiert, das heißt auf Roboterplattformen übertragen. Die zu untersuchenden Prozesse werden dann weiter optimiert (Bild: cinema 2000-Fotolia)

Im Rahmen des Verbundprojekts ist es das gemeinsame Ziel der Partner, durch interdisziplinäre Ansätze zwischen der Biotechnologie, der Verfahrens- und Elektrotechnik sowie der Informatik Entwicklungszeiten durch partielle Automatisierung signifikant zu verkürzen. Weiterhin steht eine entscheidende Verringerung der Entwicklungskosten verbunden mit einer Effizienzsteigerung der Prozessentwicklung biotechnologischer Verfahren im Fokus des Konsortiums. In dem Verbundprojekt sind neben zwei akademischen Partnern der TU Berlin fünf mittelständische Unternehmen beteiligt: Biosilta Europe, Brain, Infoteam Software, Organobalance und Presens Precision Sensing. Die TU Berlin hat die Koordination des Vorhabens übernommen.

Im Rahmen des Vorhabens erarbeiten die Fachgebiete Bioverfahrenstechnik und Mess- und Regelungstechnik aus der Fakultät III Prozesswissenschaften der TU Berlin in enger Abstimmung mit den fünf am Projekt beteiligten mittelständischen Unternehmen Strategien und Methoden, um bioprozessbasierte Produkte effizient zu entwickeln und das Potential der Methodik an Produktbeispielen, die aus Unternehmen kommen, zu demonstrieren. Im Verbundprojekt werden manuelle Strategien der experimentellen Entwicklung weitgehend automatisiert, das heißt auf Roboterplattformen übertragen und die zu untersuchenden Prozesse mittels der modell-basierten Versuchsplanung optimiert.

Für eine konsistente Bioprozessentwicklung auf automatisierten Plattformen ist die Übertragung des oftmals in industriellen Prozessen angewandten Zulaufverfahrens (Fed-batch) bis in den ml-Maßstab essentiell. Dadurch wird ermöglicht, bereits in einer frühen Entwicklungsphase neben naturwissenschaftlichen erstmals auch ingenieurtechnische Fragestellungen der Prozesskontrolle und des Scale-up zu berücksichtigen.

Diese systematische Herangehensweise soll es im Projektverlauf ermöglichen, schon während der Phase der Produktentwicklung die Datenbasis für eine effiziente Prozesskontrolle und -regelung zu erreichen. Die abgeleiteten Modelle sollen im Verlauf des Forschungsprogramms parallel im kleinen Maßstab im Hochdurchsatz in industriellen Prozess-Simulatoren getestet werden. Das Projekt wird von einem Gremium assoziierter Industriepartner begleitet, zu denen auch international agierende Konzerne gehören.

Interessierte industrielle Partner, die sich entweder als Technologieanbieter oder als zukünftige Anwender der automatisierten Prozesse in das AutoBio-Programm einbringen wollen, sind eingeladen dem Industriekonsortium beizutreten.

(dw)

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