Zertifizierte Produktion

BASF und Henkel fördern nachhaltiges Palmöl

09.06.2017 Die Konzerne BASF und Henkel haben für mehrere ihrer Standorte ein Zertifikat nachhaltiger Palmöl-Produktion erhalten. Beide Unternehmen haben sich auf die Fahnen geschrieben, Nachhaltigkeit bei der Produktion von Palmöl und daraus hergestellten Produkten zu fördern.

Anzeige
Der Produktionsstandort von Henkel in Düsseldorf ist einer von sechs Standorten des Unternehmens, die 2017 gemäß des Lieferkettenzertifizierungsstandards des Roundtable on Sustainable Palm Oil (RSPO) ausgezeichnet wurden. (Bild: Henkel)

Der Produktionsstandort von Henkel in Düsseldorf ist einer von sechs Standorten des Unternehmens, die 2017 gemäß des Lieferkettenzertifizierungsstandards des Roundtable on Sustainable Palm Oil (RSPO) ausgezeichnet wurden. (Bild: Henkel)

Die ausgezeichneten Standorte entsprechen den Zertifizierungsstandards des Roundtable on Sustainable Palm Oil (RSPO). Diese Initiative, die sich aus verschiedenen Akteuren zusammensetzt, treibt nachhaltige Praktiken in der globalen Palmölindustrie voran. Für ein Zertifikat müssen Standorte ein verlässliches Kontrollsystem für den Fluss von Materialien, die aus der Palmöl-Frucht gewonnen wurden, vorweisen. Dies gilt insbesondere für Materialien, die als nachhaltig zertifiziert sind. Pro Jahr werden global 71 Mio. t Palmprodukte hergestellt. Der Anteil von Palmkernöl liegt bei zehn Prozent. Von diesen rund sieben Mio. t Palmkernöl sind derzeit nur rund 1,3 Mio. t RSPO-zertifiziert.

„Marktumstellung auf nachhaltige Palmprodukte zügig vorantreiben“

BASF stellt weltweit an 20 Standorten auf Basis von nachhaltig zertifizierten Palmprodukten Inhaltsstoffe für die Kosmetik-, Wasch- und Reinigungsmittelindustrie her. Dabei kommen hauptsächlich Palmkernöl und dessen Derivate sowie zu einem geringeren Teil Palmöl zum Einsatz. Zum nachhaltigen Produktionsnetzwerk gehören jetzt auch die Werke Gebze in der Türkei und Dahej in Indien. „Mit unseren Produktionsstandorten in der Türkei und Indien bieten wir unseren Kunden in allen Schlüsselregionen optimale Voraussetzungen, um auf zertifizierte Inhaltstoffe umzusteigen“, sagt Jan-Peter Sander, Senior Vice President BASF Personal Care Europe. „Jetzt wird es darauf ankommen, dass wir die Marktumstellung auf nachhaltige Palmprodukte über alle Wertschöpfungsstufen hinweg zügig gemeinsam vorantreiben.“ Auch in Regionen wie Südasien werde Nachhaltigkeit immer wichtiger für Hersteller und Verbraucher.

In Europa bietet die Geschäftseinheit Personal Care derzeit rund 120 Inhaltsstoffe auf Palmkernölbasis an, die nach dem RSPO-Modul „Mass Balance“- zertifiziert sind. „Durch unser breites Portfolio an RSPO-zertifizierten Inhaltsstoffen können wir unseren Kunden helfen, ihre Selbstverpflichtungen einzuhalten und sind in der Lage, die Marktentwicklung aktiv mitzugestalten“, sagt Sander. Im vergangenen Jahr hat BASF seinen Absatz von zertifizierten Inhaltstoffen auf Palmkernölbasis nahezu verdoppelt. Insgesamt verarbeitete das Unternehmen 508.000 t palmbasierte Rohstoffe und ist damit einer der größten Verarbeiter von Palmprodukten weltweit.

Verfügbarkeit von nachhaltigem Palmöl auf dem Markt erhöhen

Bei Henkel haben sechs Standorte in Europa das RSPO-Zertifikat erhalten, darunter die Standorte in Düsseldorf und Wassertrüdingen. Weitere zertifizierte Standorte sind Ferentin und Lomazzo in Italien, Montornès in Spanien sowie Wien in Österreich. Zuvor wurde bereits die globale Supply-Chain-Organisation von Henkel mit Sitz in Amsterdam ausgezeichnet. „Wir sind sehr stolz, dass diese Produktionsstandorte die Zertifizierung erhalten haben – und wir haben bereits weitere Aktivitäten geplant, damit noch mehr Standorte auf der ganzen Welt zertifiziert werden“, sagt Wolfgang Weber, Direktor International Safety, Health, Environment and Quality im Henkel-Unternehmensbereich Laundry & Home Care. „Diese Leistung ist ein weiterer wichtiger Schritt hin zu unserem Ziel, den Wandel in der Palmölindustrie voranzutreiben.“

Henkel plant, bis 2020 ausschließlich Palm- und Palmkernöl aus nachhaltiger Bewirtschaftung zu verwenden. Außerdem sollen sich alle vom Unternehmen bezogenen Palmöle, Palmkernöle und Derivate zu bekannten Quellen zurückverfolgen lassen. Schließlich sollen Kooperationsprojekte zur Unterstützung von Kleinbauern die Verfügbarkeit von nachhaltigem Palm- und Palmkernöl auf dem Markt um die Menge, die dem Bedarf von Henkel entspricht, erhöhen. Dazu beteiligt sich das Unternehmen aktiv an Projekten, die Kleinbauern in Honduras, Indonesien, Mexiko und Nigeria unterstützen, und plant, zukünftig weitere Partnerschaften einzugehen. Diese Projekte bieten Schulungen in effizienten und nachhaltigen Anbaumethoden und ermöglichen es Kleinbauern, ihre Produktivität zu steigern, ihre Ernten als nachhaltig zertifizieren zu lassen und ihre Lebensbedingungen zu verbessern.

 

Anzeige
Loader-Icon