Studie zur Weiterbildung

BAVC: Branche investiert mehr in Mitarbeiter

12.12.2017 Weiterbildung ist der Schlüssel für die Innovationskraft. Das haben die Unternehmen der chemisch-pharmazeutischen Industrie erkannt und investieren deshalb deutlich mehr Geld und Zeit in Weiterbildung als der Durchschnitt. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie des IW Köln im Auftrag des Bundesarbeitgeberverbandes Chemie (BAVC).

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Agrochemie und Biotech bestimmen Investitionen im Jahr 2017

Das Thema Weiterbildung hat in der chemisch-pharmazeutischen Industrie einen hohen Stellenwert. (Bild: Tom – Fotolia)

Die Fakten: 93,4 % der Chemie-Firmen haben ihre Beschäftigten im Jahr 2016 weitergebildet (ggü. 91,3 % in 2013). Im Vergleich zum Durchschnitt des Verarbeitenden Gewerbes ist dies ein Vorsprung von 8,4 Prozentpunkten. Auch die Intensität der Weiterbildung war in der Chemie deutlich höher: Mit jährlich 22,3 h pro Mitarbeiter liegt sie rund 46 % über dem Durchschnitt aller Unternehmen des Verarbeitenden Gewerbes. Auch wendete die Branche mehr Geld für die Qualifizierung auf: Mit 1.538 Euro je Beschäftigten investiert die Branche rund anderthalbmal so viel wie das Verarbeitenden Gewerbe (1.023 Euro) oder die Gesamtwirtschaft (1.067 Euro).

Hauptmotive für das Weiterbildungsengagement der Chemie-Branche sind laut Studie der Erwerb neuer Kompetenzen, die Erhöhung der Motivation und Arbeitszufriedenheit sowie die langfristige Bindung von Beschäftigten. Damit einhergehen sollen aus betriebswirtschaftlicher Sicht auch Verbesserungen bei Leistungsfähigkeit und Effizienz.

Weiterbildung fördert Innovationsfähigkeit

Ein Schwerpunkt der Befragung lag auf dem Thema ‚Digitalisierung‘. Wenngleich die Chemie-Branche einen leicht geringeren Digitalisierungsgrad aufweist als die Gesamtwirtschaft, ist der Weiterbildungsbedarf der Unternehmen durch die Einführung neuer digitaler Technologien dennoch gestiegen. Besonders häufig wird in der Weiterbildung bei digitalen Lernformen auf die Bereitstellung von Literatur, Bedienungsanleitungen et cetera in elektronischer Form sowie auf interaktives webbasiertes Lernen zurückgegriffen.

BAVC-Hauptgeschäftsführer Klaus-Peter Stiller wertet das Ergebnis als positives Signal für den Chemie-Standort Deutschland: „Neue Technologien können nur dann professionell und gewinnbringend eingesetzt werden, wenn die Anwender auch ausreichend dafür qualifiziert sind. Gefragt sind nicht nur Fachwissen, sondern auch kommunikative Kompetenzen, systematisches und kreatives Denken, Abstraktionsfähigkeit und das Vermögen zur schnellen Informationsverarbeitung. Lebenslanges Lernen ist unverzichtbar, um mit der erhöhten Veränderungsdynamik am Arbeitsplatz Schritt halten zu können.“

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