Markt

Bayer-Bilanz: Healthcare auf neuer Rekordhöhe

26.02.2010 Der Chemie- und Pharmariese Bayer hat  für 2009 ein Umsatzminus von 5,3 % und ein 20,9 % geringeres Ergebnis vermeldet. Trotzdem berichtete der Konzern heute,  2009 sei operativ eines der stärksten Jahre gewesen. Insbesondere das Pharmasegment konnte den Umsatz auf neue Rekordhöhen steigern.

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„Wir waren in einem schwierigen Umfeld erfolgreich, und wir sind optimistisch für die Zukunft“, sagte Vorstandsvorsitzender Werner Wenning heute auf der Bilanz-Pressekonferenz in Leverkusen. Wenning wird den Vorstandsvorsitz zum 1. Oktober an den Niederländer Mar Marijn E. Dekkers (52) abgeben. Mit einem um Sondereinflüsse bereinigten Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) von 6,472 Milliarden Euro erzielte Bayer den dritthöchsten Wert der Unternehmensgeschichte. Der Netto-Cashflow stieg um 49 Prozent auf das Rekordniveau von 5,375 Milliarden Euro, so dass die Nettofinanzverschuldung stärker als erwartet um 4,5 Milliarden auf 9,7 Milliarden Euro gesenkt werden konnte. Der Konzernumsatz sank um 5,3 Prozent auf 31,168 (Vorjahr: 32,918) Milliarden Euro. Währungs- und portfoliobereinigt (wpb.) entsprach das einem Rückgang um 5,7 Prozent. Während die Umsätze von HealthCare und CropScience wpb. um 3,8 bzw. 2,5 Prozent stiegen und neue Rekordhöhen erreichten, verzeichnete MaterialScience konjunkturbedingt wpb. ein Minus von 24,7 Prozent. Für das laufende Jahr stellte Wenning einen Anstieg von Umsatz und Ergebnis in Aussicht. „Unser ambitioniertes Ziel, den Ergebnisrückgang gegenüber dem Rekordjahr 2008 auf 5 Prozent zu begrenzen, haben wir annähernd erreicht“, sagte Wenning weiter.

HealthCare erreicht Margenziel

„Für HealthCare war 2009 erneut ein starkes Jahr“, führte Wenning aus. Der Umsatz des Teilkonzerns stieg sowohl nominal als auch wpb. um 3,8 Prozent auf 15,988 (15,407) Milliarden Euro. Hierzu trug die positive Geschäftsentwicklung in beiden Segmenten – Pharma und Consumer Health – insbesondere in den Schwellenländern bei. Im Segment Pharma stieg der Umsatz um 4,4 (wpb. 4,8) Prozent auf 10,467 Milliarden Euro.
Das Segment Consumer Health erreichte ein Umsatzplus von 2,7 (wpb. 2,1) Prozent auf 5,521 Milliarden Euro.

CropScience gewinnt Marktanteile hinzu

CropScience konnte 2009 Marktanteile hinzugewinnen und den Umsatz um 2,0 Prozent auf 6,510 (6,382) Milliarden Euro erhöhen. Währungs- und portfoliobereinigt lag das Wachstum bei 2,5 Prozent. „Hierzu trugen höhere Verkaufspreise und gesteigerte Absatzmengen bei“, erläuterte Wenning.  Der Umsatz im Pflanzenschutzgeschäft (Crop Protection) erhöhte sich um 1,6 (wb. 2,3) Prozent auf 5,424 Milliarden Euro.  Im Segment Environmental Science/BioScience belief sich der Umsatz auf 1,086 Milliarden Euro – das entspricht einer Steigerung um 4,1 (wpb. 4,0) Prozent. BioScience verzeichnete ein erfreuliches Plus von wpb. 12,3 Prozent und lag im Umsatz erstmals über einer halben Milliarde Euro.

MaterialScience im Jahresverlauf deutlich erholt

Das Geschäft mit hochwertigen Materialien war im vergangenen Jahr erwartungsgemäß durch die Auswirkungen der globalen Finanz- und Wirtschaftskrise geprägt. Der Umsatz von MaterialScience reduzierte sich um 22,8 (wpb. 24,7) Prozent auf 7,520 (9,738) Milliarden Euro. Dieser Rückgang entfiel zu etwa gleichen Teilen auf niedrigere Verkaufspreise und geringere Absatzmengen.

Ergebnis im 4. Quartal deutlich über Vorjahr

Im 4. Quartal 2009 zeigte sich Bayer gegenüber dem Vorjahreszeitraum deutlich erholt. „Operativ war das 4. Quartal für Bayer in einem sonst stark von der Krise geprägten Jahr ausgesprochen erfolgreich“, sagte Kühn. Der Umsatz ging zwar leicht um 0,6 Prozent auf 7,872 (7,923) Milliarden Euro zurück, wpb. verzeichnete das Unternehmen jedoch ein Plus von 3,4 Prozent.

Strategische Neuausrichtung und Effizienzsteigerungen zahlen sich aus

Der Vorstandsvorsitzende betonte, dass das starke Jahr 2009 nicht ohne die Anstrengungen der vergangenen Jahre möglich gewesen wäre, in denen Bayer auf Innovation und Wachstum ausgerichtet und wettbewerbsfähig aufgestellt worden sei. Den Auftakt bildete im Jahr 2002 der größte Umbau in der Geschichte des Unternehmens. Hier wurden die strategische Führung des Konzerns vom operativen Geschäft getrennt, klare Verantwortlichkeiten geschaffen und das Geschäft stärker auf die jeweiligen Märkte ausgerichtet. „Diese Organisation hat sich als wichtige Basis für die Maßnahmen der Folgejahre erwiesen“, sagte Wenning.
Das Portfolio wurde auf die Kerngebiete Gesundheit, Ernährung und hochwertige Materialien konzentriert. Mit der Übernahme der Schering AG und des Geschäfts mit rezeptfreien Arzneimitteln von Roche wurde der HealthCare-Bereich entscheidend gestärkt. Insgesamt bewegte Bayer seit 2002 mehr als 43 Milliarden Euro für Akquisitionen und Verkäufe, um den Konzern umzubauen.
Ferner wurden seit der Neuorganisation – also von 2002 bis 2009 – Effizienzsteigerungs- und Kostensenkungs-Maßnahmen mit einem Volumen von rund vier Milliarden Euro umgesetzt. „Ohne die Veränderung unseres Portfolios und ohne diese Effizienzsteigerungen hätten wir die Krise zweifellos nicht so gut überstanden“, so Wenning.

Umsatz und Ergebnis sollen bis 2012 kontinuierlich zunehmen

„Wir haben 2009 erfolgreich beendet – und wollen künftig an die positiven Entwicklungen der vorherigen Jahre anknüpfen“, sagte Wenning. Die weltweite konjunkturelle Erholung dürfte sich im Jahr 2010 fortsetzen. Die Auswirkungen des Einbruchs der Weltwirtschaft im Jahr 2009 würden aber noch längere Zeit zu spüren sein. Bayer sei dennoch optimistisch für das Jahr 2010, führte Wenning aus. Der Umsatz soll währungs- und portfoliobereinigt um mehr als 5 Prozent wachsen. Für das EBITDA vor Sondereinflüssen ist eine Steigerung in Richtung 7 Milliarden Euro geplant. Den Einschätzungen liegt dabei ein Euro-US-Dollar-Kurs von 1,40 zugrunde. Das bereinigte Ergebnis je Aktie soll künftig nicht nur als Basis für die Dividendenpolitik genutzt, sondern auch für den Ausblick als relevante und umfassendere Kennziffer herangezogen werden. Für das bereinigte Ergebnis je Aktie erwartet Bayer in diesem Jahr einen Anstieg um etwa 10 Prozent.

„Zur Absicherung unseres langfristigen Wachstums haben wir Investitionen von 1,4 Milliarden Euro in Sachanlagen vorgesehen. Für die Forschung und Entwicklung steht wiederum ein Budget von 2,9 Milliarden Euro zur Verfügung“, sagte Wenning, der sich auch zu den weiteren Perspektiven in den kommenden Jahren äußerte. So rechnet Bayer bis zum Jahr 2012 mit einem kontinuierlichen Umsatzwachstum von wpb. etwa 5 Prozent jährlich.

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