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Bayer verliert in Indien Rechtsstreit um Krebsmittel-Patent

17.12.2014 Für Bayer und die Pharmaindustrie markiert das jüngste Urteil des höchsten indischen Gerichts eine herbe Erkenntnis: Auf dem indischen Subkontinent lassen sich Pharma-Patente nicht immer durchsetzen. Der Supreme Court hat entschieden, dass die Vergabe einer Patentlizenz für ein lebensverlängerndes Krebsmittel (Nexavar) an einen Generikahersteller rechtens ist.

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Arzneimittelforschung ist extrem teuer – und nicht immer lassen sich die dadurch gewonnenen Patente auch durchsetzen (Bild: Bayer)

Mit dem Vorgang wird seitens des indischen Patentamts bereits seit 2012 ein Patentmonopol des Leverkusener Pharmakonzerns übergangen. Wie die Financial Times berichtet, verkauft der Generikahersteller Natco den Nexavar-Wirkstoff deutlich günstiger – die Behandlung gegen Leber- und Nierenkrebs kostet dadurch in Indien monatlich 173 US-Dollar – gegenüber 5.500 US-Dollar, die Bayer für das Medikament andernorts verlangt.

In einer ähnlichen Situation befindet sich der Schweizer Pharmakonzern Novartis mit seinem Inhalier-Medikament Onbrez, das gegen Atemwegserkrankungen eingesetzt wird. Das patentgeschützte Mittel wird seit kurzem von dem Pharmaunternehmen Cipla (Mumbai) generisch hergestellt und zu einem Bruchteil des Novartis-Preises angeboten.

Nicht nur in Indien dauert die Debatte über die Rechte an Arzneimittelpatenten und den Preisen für Medikamente, die für große Patientengruppen relevant sind, an. 

(as)

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