In schwarz und weiß getrennt

Big bag-Befüllanlage ermöglicht Abfüllung in Hygienebereichen

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18.06.2010 Big-bags erfreuen sich auch in Hygiene-sensitiven Produktionsbereichen steigender Beliebtheit. Doch entsprechende Lösungen zum Befüllen bergen bislang zum Teil zahlreiche Transport- und Schnittstellenprobleme. Eine neue Komplettlösung trennt nun den Weiß- und den Schwarzbereich auf elegante Weise.

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Immer öfter wird in Pharma- und Chemieindustrie die Anforderung gestellt, Big-bags in einem besonderen Hygienebereich, dem sogenannten Weißbereich, zu füllen und erst nach der Ausschleusung in einem geringer spezifizierten Hygienebereich (Schwarzbereich) zum weiteren Transport auf Paletten abzusetzen. In der Vergangenheit wurden verschiedene derartige Anlagen realisiert, bei denen ein zusätzliches Transportsystem und eine gebäudefeste Schleuse installiert wurden.

Alle bekannten Systeme haben jedoch eine Reihe systemimmanenter Nachteile: Die einzelnen Bauteile dieser Lösungen kommen von verschiedenen Lieferanten, teilweise sind bauliche Maßnahmen nötig – es besteht eine umfangreiche Schnittstellenproblematik. Es wird ein mehr oder weniger „unhygienischer“ Transportwagen genutzt, der ständig zwischen den verschiedenen Hygienebereichen pendelt, häufig sind Transportschienen oder Bänder im Weg oder schwer zu reinigen. Aus dieser Ausgangslage entstand die Idee, die Schritte Befüllen, Schleusung und Absetzen in einem kompakten Gerät zu integrieren, so dass eine komplette funktionsfähige Einheit entsteht, die einfach in den Produktionsprozess integriert werden kann.

Schwarz- und Weißbereich sauber getrennt

Die Befüllanlage wird in die Hygieneverkleidung zwischen der Schwarzen und Weißen Zone eingebaut. In der Weißen Zone hängt der Bediener einen zu füllenden Big-bag an und startet den Befüllvorgang. Dieser läuft, wie bei den bisherigen Befüllanlagen auch, weitgehend rezeptgesteuert und automatisiert ab. Bevorzugt wird hängend gefüllt, es kann jedoch auch, wenn das Produkt es erfordert, eine Verdichtungseinheit installiert werden. Sobald die Befüllung den vorgegebenen Gewichtswert erreicht hat kann der Bediener den Big-bag abkuppeln und verschließen. Nun wird die Ausschleusung gestartet. Die Tore öffnen über Kreuz und die beiden Tragarme werden um 90° in die Schleuse geschwenkt. Anschließend werden die Tore geschlossen und die beiden anderen geöffnet. Die Tragarme können nun um weitere 90° geschwenkt werden. Der Bediener im Weißen Bereich kann dann den zweiten Tragarm mit einem leeren Bag bestücken, während der soeben gefüllte Sack auf der Schwarzen Seite vollautomatisch auf eine Palette abgesetzt wird. Durch die Ausführung mit zwei Tragarmen mit Sackaufhängungen kann die Abfüllleistung erhöht werden. Für kleinere Leistungen reicht auch eine einfache Ausführung. Die Lösung zeichnet sich durch folgende Merkmale aus: Die Einheit wird komplett und funktionsfähig von einem Lieferanten geliefert. Beim Bau muss nur ein passendes Loch vorgesehen werden. Die Öffnung der Schleusentore hat die kleinstmögliche Fläche. Es wird nur das absolut Notwendige zwischen den Zonen hin und her gefahren. Der komplette Füllmund verbleibt immer im Weißen Bereich. Durch eine Vielzahl von Optionen ist es möglich, die Anlage an die spezifischen Bedürfnisse des Produktes und der Produktion anzupassen. Die Befüllanlage eignet sich für alle rieselfähigen Schüttgüter, die unter besonderen Hygienevorkehrungen abzufüllen sind.

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Heftausgabe: Juni 2010
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Hanno J. Derichs,

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Hanno J. Derichs,
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