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Boehringer streicht weniger Stellen als geplant – 450 Mio. Euro sollen gespart werden

24.09.2014 Der Pharmakonzern Boehringer Ingelheim hat seine Sparpläne konkretisiert. Das Unternehmen will insgesamt 450 Mio. Euro einsparen - unter anderem durch die Streichung von 500 bis 600 Arbeitsplätzen.

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Boehringer Ingelheim will bis 2016 Kosten in Höhe von 450 Mio. Euro einsparen (Bild: Boehringer Ingelheim)

In der vergangenen Woche waren Medienberichten zufolge noch von 1.000 zu streichenden Stellen die Rede. Die Maßnahmen seien eine Reaktion auf das sich verändernde Wettbewerbs- und Marktumfeld, lässt Boehringer in einer aktuellen Pressemitteilung verlauten. Eine Rolle dürften nicht zuletzt auch die jüngsten Rückschläge spielen: Ein neues Hepatitis-C-Präparat wurde kassiert, weil Wettbewerber Gilead mit dem Präparat Sovaldi ein deutlich wirksameres Medikament auf den Markt gebracht hat. Zudem wurden die Erwartungen für ein neues Schlaganfallmittel gedämpft. Dazu machen dem Hersteller auslaufende Patente zu schaffen.

Die 500 bis 600 Stellen der insgesamt 47.400 Arbeitsplätze sollen bis Ende 2016 entfallen. Diese konkreten Zahlen nannte die Unternehmensleitung bei einer Mitarbeiterveranstaltung am 23. September in Ingelheim.

Das Projekt zur Kostenreduzierung unter der Bezeichnung „Journey“ wurde gestern von Prof. Dr. Andreas Barner, Vorsitzender der Unternehmensleitung der Boehringer Ingelheim GmbH und Stefan Rinn, Landesleiter Deutschland, im Rahmen einer Mitarbeiterversammlung vorgestellt. Der Löwenanteil soll bereits im kommenden Jahr realisiert werden. Ein Teil der Einsparungen soll durch globale Funktionen an Standorten außerhalb Deutschlands eingebracht werden.

Die Personalmaßnahmen sollen ohne betriebsbedingte Kündigungen durch Fluktuation und bereits vereinbarte Pensionierungen durchgeführt werden. Vom Abbau ausgenommen seien die Auftragsfertiger für Biopharmazie in Biberach sowie die Eigenproduktion in Ingelheim, die im vergangenen Jahr von einem Warning Letter der FDA betroffen war. 

(as)

 

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