Markt

BPI widerspricht Lauterbachs Aussagen bezüglich Krebsforschung

24.08.2015 Der Bundesverband der Pharmazeutischen Industrie (BPI) weist die im aktuellen Spiegel getätigten Aussagen des Gesundheitspolitikers Prof. Dr. Karl Lauterbach zur Krebsforschung zurück. Der SPD Politiker wirft der Pharmaindustrie vor, sie verhindere Erfolge bei der Krebsforschung.

Anzeige
Bild für Post 92396

Lauterbach wirft der Pharmaindustrie unter anderem vor, Krebsmedikamente unter hohem Zeitdruck zu entwickeln (Bild: Danielle Bonardelle – Fotolia)

„Das Gegenteil ist richtig und offensichtlich“, erklärt Dr. Norbert Gerbsch, stellvertretender BPI-Hauptgeschäftsführer. „Gerade die Pharmaindustrie macht es möglich, dass man viele Krebsarten heute viel besser behandeln kann. Dank der Behandlungserfolge ist die Krebssterblichkeit bei immer mehr Krebsarten rückläufig. Insgesamt leben Krebspatienten nach Angaben des Deutschen Krebsforschungszentrums heute nach ihrer Diagnose nahezu sechsmal länger als noch vor ungefähr 40 Jahren und das eben auch dank moderner, maßgeschneiderter Therapien.“

Lauterbach wirft der Pharmaindustrie außerdem vor, Krebsmedikamente unter „sehr hohem Zeitdruck“ zu erforschen und zu entwickeln und zu sehr hohen Preisen auf den Markt zu bringen. In der Tat liegt es laut BPI im Interesse der Patienten und der Pharmaindustrie, den betroffenen Patienten Innovationen so schnell wie möglich zur Verfügung zu stellen, jedoch nicht ohne sie vorher wie gesetzlich vorgeschrieben ausreichend in klinischen Studien geprüft zu haben. Der Gesundheitspolitiker betone zu Recht die Bedeutung der Grundlagenforschung, die häufig der industriellen Forschung vorweggeht. „Das gute Ineinandergreifen beider Schritte ist von entscheidender Bedeutung“, betont Gerbsch. „Häufig liefert die Grundlagenforschung neue Ansatzpunkte zur Behandlung, aber erst die Pharmaindustrie macht daraus einsatzfähige Medikamente und trägt dabei den weitaus größten Teil der Kosten.“

Gegen den Vorwurf Lauterbachs, die innovativen Krebsmedikamente seien überteuert und überlasteten das Gesundheitssystem, wehrt sich der stellvertretende BPI-Hauptgeschäftsführer: „Dies sind Investitionen in die weitere Verlängerung der Lebenserwartung und die Verbesserung der Lebensqualität. Fortschritt hat aufgrund der hohen Forschungsaufwendungen und der wirtschaftlichen Entwicklungsrisiken natürlich seinen Preis, kann aber auch an anderer Stelle Kosten einsparen, wenn zum Beispiel die bisher eingesetzten Arzneimittel oder zusätzliche Behandlungen etwa wegen Nebenwirkungen wegfallen. Außerdem sollte Prof. Lauterbach nicht vergessen zu erwähnen, dass die Pharmaindustrie nicht nur den Fortschritt sichert, sondern auch die preiswerte Versorgung mit bewährten Arzneimitteln gegen Krebs.“

Hier finden Sie die Original-Meldung des BPI.

 

Anzeige
Loader-Icon