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Brain übernimmt Patente für Anti-Bitterstoffe von BASF

26.02.2014 Das Biotechnologie-Unternehmen Brain, Zwingenberg, hat von dem Kooperationspartner BASF ein Patentportfolio von Stoffen übernommen, die den bitteren Beigeschmack von Lebensmitteln reduzieren. Es umfasst in 4 Patentfamilien sowohl Verwendungs- und Verfahrenspatente als auch die dazugehörigen Gebrauchsmuster.

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Menschliche Geschackszellen Screenline HTC 09. Diese patentierten Bitter-Zelllinien konnten durch Brain isoliert und für Screening-Experimente eingesetzt werden (Bild: Brain)

Das Portfolio wurde im Zuge einer dreijährigen Forschungs- und Entwicklungskooperation der beiden Unternehmen erarbeitet. Kurz nach Übernahme der PCT-Patentanmeldungen durch Brain wurden die EP Anmeldungen erteilt. Mehr als 40 weitere Anmeldungen der vier PCT-Patentfamilien befinden sich zurzeit in Ländern wie USA, China, Brasilien, Japan, Russland und anderen in der Erteilungsphase.

Viele am Markt befindliche Lebensmittel, Getränke, Genussmittel, Süßungsmittel, Tiernahrungsmittel, Pharmazeutika und Kosmetika fallen durch einen bitteren Nebengeschmack auf, der von verschiedenen Inhaltsstoffen der diversen Produkte herrühren kann. In der abgelaufenen Forschungs- und Entwicklungskooperation zwischen den beiden Unternehmen wurden auf Basis hoch komplexer, zellulärer Testsysteme des Zwingenberger Technologieunternehmens in einem breit angesetzten Screening-Programm in verschiedenen Substanzbibliotheken neuartige, biologisch aktive und geschmacksmodulierende Substanzen identifiziert.

Wirkungsweise der Anti-Bitterstoffe
Die als Bittergeschmacks-Modulatoren wirkenden Azofarbstoffe und Fettsäureester, die in dem breit angelegten Screening gefunden wurden, binden an Bitter-Rezeptoren, die auf der Oberfläche von Geschmackszellen exponiert werden und für die Vermittlung des ungewünschten Nebengeschmacks verantwortlich sind. Mit der umfassenden Charakterisierung dieser Substanzen sowie der Entwicklung und Anmeldung von Gebrauchsmustern wurde die Basis zur Produktoptimierung beziehungsweise Produktinnovation und für eine industrielle Verwendung in verschiedenen Zielindustrien geschaffen.

Bedarf an geschmacksverbessernden Substanzen wächst
„Mit der Übernahme des Patent- und Gebrauchsmusterportfolios der neuartigen Bittermodulatoren erweitern wir unsere Patent-Plattform biologisch aktiver Produktkomponenten zur effizienten Lebensmitteloptimierung. Dazu gehören eine als Lebensmittelzusatzstoff zugelassene Gruppe der Azofarbstoffe (unter anderem E110 und E129) sowie Fettsäureester in verschiedenen, marktüblichen und erfindungsgemäßen Formulierungen“, sagt Dr. Holger Zinke, Vorsitzender des Vorstands von Brain. „Wir nehmen in zahlreichen Gesprächen mit unseren Kooperationspartnern wahr, dass der Bedarf an den Geschmack und die Gesundheit von Lebensmitteln verbessernden, bioaktiven Substanzen weiter wächst.“

Wirksubstanzen auf humanen Geschmackszellen validiert
„Über unsere Technologie-Plattform Screenline und den Zugriff auf unsere Compactives biologische Substanzbibliothek identifizieren wir auch auf anderen Geschmacksfeldern entsprechend im Nahrungsmittelumfeld nutzbare Substanzen“, ergänzt Dr. Michael Krohn, Mitglied der Geschäftsleitung und Unit Leiter der Technologie-Einheit Bioactives and Performance Biologics bei Brain. Wir konnten mittlerweile die beiden Azofarbstoffe auch auf unseren patentierten menschlichen Bitter-Geschmackszellen als potente Wirkstoffe validieren und führen zurzeit die Stoffe sowie die Screenline-Technologien einer breiten Vermarktung zu.“

(dw)

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