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BVE: Ernährungsindustrie ist 2012 minimal gewachsen

06.03.2013 Die deutsche Ernährungsbranche erwirtschaftete 2012 einen Umsatz von 170,6 Mrd. Euro und damit 3,6 % mehr als im Vorjahr. Preisbereinigt blieb der Branchenumsatz bei einem minimalen Zuwachs von 0,2 % stabil, meldet die Bundesvereinigung der Deutschen Ernährungsindustrie (BVE) in Berlin.

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BVE: Ernährungsindustrie ist 2012 minimal gewachsen

Die westdeutschen Lebensmittelhersteller investierten 2012 zwar 5 % mehr als im Vorjahr, liegen damit unter dem Schnitt des Verarbeitenden Gewerbes insgesamt, in dem um 7 % mehr investiert wurde als 2011 (Bild: Alterfalter-Fotolia)

Das Exportwachstum von 10,9 % stützte diese Entwicklung maßgeblich. Im Ausland wurden Lebensmittel im Wert von 50,3 Mrd. Euro abgesetzt. Die insgesamt schwache Wachstumsdynamik 2012 restringierte die Lebensmittelproduktion, der kalender- und saisonbereinigte Produktionsindex sank um 0,4 %. Die geringe Wachstumsdynamik spiegelt die schwierige Ertragslage der klein und mittelständisch geprägten Branche allzu deutlich wider.

Steigende Kosten, wachsende Produktanforderungen und ein hoher Wettbewerbsdruck fordern die Unternehmen, Spielräume für wichtige Investitionen bleiben minimal. So zeigte sich in der Ernährungsindustrie 2012 nur eine moderate Investitionstätigkeit. Die Bruttoanlageinvestitionen im Nahrungs- und Genussmittelgewerbe stiegen gegenüber 2011 laut ifo-Investitionstest-Westdeutschland um 5 %, ein deutlich geringeres Wachstum als noch im Vorjahr. Damit erreichten die Lebensmittelhersteller auch eine geringere Investitionstätigkeit als das Verarbeitende Gewerbe insgesamt, in dem um 7 % mehr investiert wurde als 2011.

Dabei blieben die Finanzierungsbedingungen 2012 für das Verarbeitende Gewerbe allgemeinhin günstig, nicht einmal 18 % der Unternehmen beurteilten die Kreditvergabe als restriktiv, 2011 waren es noch gut ein Fünftel. Dass die Lage für die Lebensmittelhersteller jedoch angespannt bleibt, zeigt die Insolvenzstatistik. Zwischen Januar und November 2012 wurden ebenso viele Insolvenzverfahren eröffnet wie bereits im Vorjahreszeitraum.

Verhaltene Wachstumsaussichten und zunehmender Kostendruck dämmen die Investitionspläne für 2013 weiter ein. Laut ifo-Institut erwarten die befragten Lebensmittelhersteller nur 3 % mehr Investitionen als 2012. Die Investitionstätigkeit beschränkt sich dabei mehrheitlich auf Ersatzbeschaffungen, darüber hinaus sollen ein Viertel der geplanten Investitionen in Kapazitätserweiterungen fließen. Die Ernährungsindustrie bliebe damit 2013 in ihrer Investitionstätigkeit erneut deutlich hinter dem Verarbeitenden Gewerbe zurück. Nur durch Investitionen können jedoch Wachstum und Wettbewerbsfähigkeit langfristig und nachhaltig gesichert werden.

Zuversicht für das 1. Halbjahr 2013 wächst
Im Januar 2013 nahm der Preisauftrieb an den Agrarrohstoffmärkten weiter ab. Der HWWI-Rohstoffpreisindex für Nahrungs- und Genussmittel sank um 3,1 % gegenüber Dezember 2012 und lag damit noch 1,3 % unter Vorjahresniveau. Die Unternehmen der Ernährungsindustrie gewinnen für das erste Halbjahr 2013 wieder an Zuversicht. Laut Ifo-Geschäftsklimaindex stiegen im Februar 2013 besonders die Erwartungen an die Produktion und das Exportgeschäft.

Nachdem die privaten Konsumausgaben 2012 um 0,8% stiegen, bleiben die Erwartungen der Verbraucher an die konjunkturelle Entwicklung in 2013 weiter positiv. Das Konsumklima stieg im Februar 2013 dank guter Einkommenserwartung und hoher Kaufneigung. Auch die konsumförderliche Preisstabilität setzte sich zu Jahresbeginn fort. Im Januar 2013 sanken die allgemeinen Lebenshaltungskosten gegenüber Dezember um 0,7 %, bei Lebensmitteln blieb die Preissteigerung mit 0,7 % gering. Im Vorjahresvergleich stieg der allgemeine Verbraucherpreisindex um 1,7 % und der Index für Lebensmittel um 4 %.

(dw)

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