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BVE: Umsätze der Ernährungsindustrie sind stabil geblieben

12.11.2013 Im 2. und 3. Quartal 2013 fehlten Wachstumsimpulse, die Umsatzentwicklung blieb jedoch stabil, schreibt die Bundesvereinigung der Deutschen Ernährungsindustrie (BVE) hat in ihrem Konjunkturbericht zur wirtschaftlichen Lage und Entwicklung der der Ernährungsindustrie in den letzten sechs Monaten.

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BVE: Umsätze der Ernährungsindustrie sind stabil geblieben

Im 2. und 3. Quartal 2013 fehlten der deutschen Ernährungsindustrie Wachstumsimpulse, die Umsatzentwicklung blieb jedoch stabil (Bild: Benedikt Schickentan-Fotolia)

Die positiven gesamtwirtschaftlichen Prognosen und die hohe Kauflaune der Verbraucher sorgen bei den Lebensmittelherstellern für Zuversicht. Mit der zweiten Jahreshälfte werden bessere Absatzchancen erwartet.

Umsatz, Export und Produktion
Die Umsätze der Ernährungsindustrie blieben im zweiten und dritten Quartal 2013 stabil, Anreize für mehr Wachstum fehlten. Steigende Produktionskosten, saisonale und witterungsbedingte Angebots- und Nachfrageschwankungen, harter Wettbewerb und wachsende Verbraucheranforderungen bestimmen das Marktumfeld.

Zusätzlich erschweren im Exportgeschäft die schwache Konsumstimmung in wichtigen Absatzmärkten und Handelshemmnisse die Wachstumschancen. Neuen Antrieb für das Branchenwachstum erwarten die Lebensmittelhersteller mit der zweiten Jahreshälfte 2013.

Im zweiten Quartal 2013 erzielte die Ernährungsindustrie einen Umsatz von 43,1 Mrd. Euro, davon wurden 12,8 Mrd. Euro im Lebensmittelexport erwirtschaftet. Der Zuwachs von 2,9 % im Vergleich zum Vorjahr war jedoch rein preisbedingt. Real sanken die Umsätze um 0,2 %. Eine wichtige Stütze für die Branchenkonjunktur im Frühjahr war das Exportwachstum von 4,2 %. Im April profitierten die Lebensmittelhersteller von positiven saisonalen Effekten. Die Lebensmittelproduktion wurde im zweiten Quartal 2013 gedämpft, der kalenderbereinigte Produktionsindex sank um 1,8 %. Der Produktionsindex für die Nahrungsmittelproduktion sank um 1,5 %, in der Getränkeproduktion um -3,4 %.

Im Juli und August 2013 verbesserte sich die Umsatzentwicklung der Branche nur leicht im Vergleich zum vorangegangenen Quartal. Die Ernährungsindustrie erwirtschaftete einen Umsatz von 29,6 Mrd. Euro, das entsprach einem Zuwachs von 3,6 %. Preisbereinigt verblieb ein minimales Umsatzplus von 0,5 %. Das deutlichere Wachstumsimpulse fehlten, lag vor allem am schwachen Exportgeschäft. Im Ausland verdienten die Lebensmittelexporteure 8,5 Mrd. Euro und damit 2,5 % weniger als noch im Vorjahr. Die Produktionsleistung der Branche stabilisierte sich in den Sommermonaten, bereinigt um arbeitstägliche und saisonale Schwankungen war nur ein leichter Rückgang von 0,5% gegenüber dem Vorjahr zu verzeichnen. Der Produktionsindex für die Nahrungsmittelproduktion sank um 1,0 % und stieg in der Getränkeindustrie um 3,0 %.

Preisentwicklung
Der anhaltende Kostenanstieg bei Energie, Produktionsmitteln, Personal und Transport in der Lebensmittelproduktion wirkt sich mittelfristig auch auf die Verbraucherpreise aus. Lebensmittel bleiben in Deutschland aber nach wie vor günstig. Langfristig gesehen liegt die allgemeine Teuerung in Deutschland gut +11 % über dem Preisanstieg bei Lebensmitteln. Das günstige Lebensmittelpreisniveau in Deutschland ist vor allem dem intensiven Wettbewerb im Lebensmitteleinzelhandel geschuldet. Gerade kurzfristige, meist ernte- oder witterungsbedingte, Preisschwankungen bei Rohstoffen können die Lebensmittelhersteller hier nur schwer in ihren Verkaufspreisen ausgleichen.

An den Agrarrohstoffmarkten verharrten die Preise im zweiten und dritten Quartal 2013 auf hohem Niveau, eine weitere Anspannung blieb jedoch aus. Der HWWI-Rohstoffpreisindex für Nahrungs- und Genussmittel sank im Frühjahr um 4,6 % und in den Sommermonaten um 25,5 % im Vergleich zum Vorjahr. Die zuverlässige Versorgung mit hochwertigen Rohstoffen zu bezahlbaren Preisen bleibt für die Branche weiterhin eine große Herausforderung.

Die Erzeuger- und Ausfuhrpreise steigerten sich für die Lebensmittelhersteller moderat. Die Verkaufspreise im Inland erhöhten sich nur um 3,5 % im zweiten und um 2,8 % im dritten Quartal 2013. Im Export stiegen die Preise um 2,3 % im zweiten Quartal und um 2,6 % von Juli bis August 2013 im Vergleich zum Vorjahr.

Bei den Verbraucherpreisen setzte sich der Trend aus dem Vorjahr fort. So verteuerte sich der Verbraucherpreisindex für Lebensmittel im zweiten Quartal um 4,4% und im dritten Quartal 2013 um 4,5 %. Bei einzelnen Produktgruppen wie Kaffee, Tee oder Kakao gab es in den letzten 6 Monaten auch Preissenkungen.

Die Preisentwicklung beeinflusst die Kauflaune der Verbraucher nicht negativ. Auch die aktuelle Verbraucherstudie von BVE und GfK „Consumers‘ Choice ‘13“ belegt, dass 26 % der deutschen Verbraucher bewusster konsumieren und bereit sind, fur Qualitätslebensmittel im Durchschnitt 16 % mehr Geld auszugeben.

Geschäftsklima
Richtungsweisend bei der Einschätzung der konjunkturellen Entwicklung der Branche ist auch die Stimmungslage der Lebensmittelhersteller nach dem Ifo-Geschäftsklimaindex. Dieser fasst die aktuelle Geschäftslage und die zukünftigen Erwartungen an die Geschäftslage zusammen. Langfristig zeigt sich das Geschäftsklima in der Ernährungsindustrie stabil. Ein deutlich positiver Trend konnte sich in den letzten drei Jahren jedoch nicht durchsetzen, das spiegelt die schwierige Ertragslage der Unternehmen wider.

Im zweiten und dritten Quartal 2013 wurde das Geschäftsklima in der Ernährungsindustrie fast überwiegend positiv eingeschätzt, im Vergleich zum Vorjahr war die Stimmung bei den Unternehmen jedoch deutlich gedämpfter. Hinzu kamen die üblichen saisonalen und kalenderbedingten Effekte.

Während die Geschäftslage in beiden Quartalen tendenziell besser eingeschätzt wurde als noch im Vorjahr, so blieben die Geschäftserwartungen besonders im zweiten Quartal 2013 verhalten. Im dritten Quartal stiegen die Geschäftserwartungen dann deutlich an. Zuversicht auf neue Wachstumsimpulse in den nächsten sechs Monaten ist damit gegeben.

Zum Vergleich zeigte sich das Geschäftsklima im Verarbeitenden Gewerbe im zweiten und dritten Quartal 2013 ähnlich positiv wie in der Ernährungsindustrie. Allein im Exportgeschaft erwarten die Unternehmen des Verarbeitenden Gewerbes eine noch bessere Entwicklung als die Lebensmittelhersteller.

Die umfassend gute Stimmungslage und Zuversicht in der deutschen Wirtschaft stutzt die Prognosen, dass Deutschland der konjunkturelle Aufschwung bevorsteht. Ihre Kapazitätsauslastung bewerteten die Lebensmittelhersteller in den letzten zwei Quartalen 2013 mehrheitlich positiv, auch die aktuelle und zukünftige Entwicklung der Produktion schätzten die Unternehmen überwiegend positiv ein.

Produktionsbehinderungen nahmen laut den befragten Lebensmittelherstellern ab. Deutlich zuversichtlicher als noch im Vorjahr zeigten sich die Unternehmen besonders im dritten Quartal 2013 hinsichtlich der Entwicklung der Beschäftigten.

Das Exportgeschäft bietet der Ernährungsindustrie bei stagnierenden Absatzentwicklungen im Inland notwendige Wachstumschancen, mittlerweile setzt die Branche jeden dritten Euro im Ausland um. Die Erwartungen der Lebensmittelhersteller an die Entwicklung der Exporte zeigten sich im zweiten und dritten Quartal 2013 mehrheitlich positiv, damit entstünden auch neue Wachstumspotenziale für die Branchenkonjunktur.

Diese Zuversicht bestätigen auch die Ergebnisse des PwC-BVE-Exportbarometers vom Mai 2013, wonach die befragten Exportleiter der Ernährungsindustrie insbesondere für die zweite Jahreshälfte 2013 steigende Erwartungen an das Exportgeschäft hegten. Dabei zeigt sich die Lage und Konsumstimmung im EU-Binnenmarkt für die Lebensmittelexporteure konjunkturbedingt weiterhin angespannt. Als Wachstumstreiber im Exportgeschäft gelten zunehmend Absatzmärkte außerhalb der EU.

Der Exportanteil in konsumfreudige Drittländer wächst stetig. Auch der ifo-Geschäftsklimaindex belegt, dass die Lebensmittelhersteller ihre Wettbewerbsposition in den Märkten außerhalb der EU deutlich positiver einschätzen als im Binnenmarkt. Darüber hinaus hat sich im dritten Quartal auch die Beurteilung der eigenen Wettbewerbsposition im Inland auf ein Vierfaches des Vorjahreswertes gesteigert.

Konsumklima
Die Konsumlaune der deutschen Verbraucher hat in den letzten sechs Monaten den positiven Trend fortgesetzt. Auf hohem Niveau stieg das Konsumklima im zweiten Quartal 2013 durchschnittlich um 8,7 % und im dritten Quartal sogar um +18,2 % im Vergleich zum Vorjahr. Die gute Arbeitsmarktlage und der geringe Inflationsdruck heben die Einkommenserwartungen und die Anschaffungsneigung der Konsumenten deutlich an. Auch die Konjunkturerwartungen der Verbraucher haben sich zuletzt verbessert.

Die gute Kauflaune fordert auch die Nachfrage nach Konsumgütern. Der Consumer-Index der GfK gibt hier Einblicke in den Absatz von Lebensmitteln und Getränken im Lebensmitteleinzelhandel. Die Entwicklung in den vergangenen 6 Monaten ist nach Produktsegmenten gegliedert.

Bei Lebensmitteln zeigte sich im Einzelhandel in den letzten zwei Quartalen eine stabile bis positive Umsatzentwicklung. Insbesondere in den Sortimenten der Frischeprodukte sowie Obst und Gemüse stiegen die Umsätze preisbedingt deutlich.

Hohe Rohstoffkosten und schlechte Witterung hemmten das Umsatzwachstum im Getränkesortiment. Kauffreudig zeigten sich die Konsumenten besonders in den Monaten Mai, Juli und August. Im April wirkten Kalendereffekte durch das frühe Osterfest dämpfend auf die Umsatzentwicklung. Einzelhandelspreissteigerungen tragen, besonders bei den Discountern, nach wie vor maßgeblich zum Umsatzwachstum bei. Gleichzeitig sinkt jedoch das Maß an Promotionen. Kunden mit erhöhter Kauf- und Zahlungsbereitschaft fordern zunehmend Qualität, Service und Produkte mit Mehrwert.

Situationsberichte aus den Branchen
Fleischwarenindustrie: Die Nachfrage nach Fleisch und Fleischerzeugnissen war in den zurückliegenden Monaten europaweit leicht rückläufig. Dabei spielen Witterungseinflüsse wie eine verspätete Grillsaison, die gestiegenen Verbraucherpreise sowie die wirtschaftlichen Schwierigkeiten in einigen Ländern der Eurozone eine Rolle. So war die Produktionsentwicklung der deutschen Fleischwarenindustrie, auf die rund ein Viertel der europäischen Produktion entfällt, im zweiten Quartal mit rund 365.000 t um 3 % niedriger als im Vorjahreszeitraum, berichtet der Bundesverband der Deutschen Fleischwarenindustrie.

Die hohen Rohstoffpreise haben zu einer schwierigen Ertragssituation für die Unternehmen der deutschen Fleischwarenindustrie geführt. Die Hersteller von Wurst und Schinken mussten neben hohen Rohstoffpreisen auch die deutlich gestiegenen Energiekosten verkraften. Für den Verbraucher werden voraussichtlich höhere Kosten für mehr Tierwohl in der Landwirtschaft sowie die Einführung einer Herkunftskennzeichnung von Fleisch die Einkäufe in den nächsten Monaten möglicherweise weiter verteuern. Besonderen Einfluss dürfte dabei die Herkunftskennzeichnung erlangen, die wieder zu nationalen Märkten führt und große Strukturen bevorteilt.

Eier- und Geflügelwirtschaft: Die Verbraucher griffen in diesem Jahr wieder lebhafter zu Geflügelfleisch. Laut Gesellschaft für Konsumforschung lagen die Haushaltskäufe im ersten Halbjahr 2013 mengenmäßig 9 % über dem Vorjahresvolumen. Die Ausgaben der Haushalte für Geflügelfleisch (ohne Wurst) beliefen sich auf 1,07 Mrd. Euro. Die Käuferreichweite stieg im Vergleich zum ersten Halbjahr 2012 um 1,6 Prozentpunkte auf 81,7 %. Die hohen Futterkosten, die noch deutlich über dem langjährigen Mittel liegen, belasten die Rentabilität am Mastgeflügelmarkt entlang der gesamten Wertschöpfungskette. Dies führte in Teilbereichen zu Einschränkungen in der Mast. Die hiesigen Schlachtungen übertrafen das Vorjahresvolumen in den ersten sechs Monaten kaum (+0,4 %). Das Exportvolumen pendelte nach vorläufigen Angaben im gleichen Zeitraum um 4 % zurück. Die Importe wuchsen jedoch kräftig um 13 %, meldet der Zentralverband der Deutschen Geflügelwirtschaft / MEG Marktinfo Eier & Geflügel.

Zwar haben sich einige Hennenhalter mit dem Ende der konventionellen Käfighaltung ganz aus der Eiererzeugung verabschiedet, andere Landwirte haben jedoch in neue Haltungsformen investiert. Seit 2010 wurden in Deutschland 7,85 Mio. Hennenplätze neu aufgebaut. Dies entspricht einem Investitionsvolumen von etwa 236 Mio. Euro. Nachdem auch in anderen EU-Ländern Kapazitäten neu aufgebaut wurden und der Markt reichlich versorgt war, gerieten die Preise am Eiermarkt unter Druck. Auch am Eiermarkt verringern hohe Futterkosten die Margen.

Süßwarenindustrie: Nach Angaben des Bundesverbands der Deutschen Süßwarenindustrie BDSI liegt die Umsatzentwicklung am deutschen Inlandsmarkt nur leicht im Plus. Laut Süßwarenmonitor des Marktforschungsunternehmen IRI belief sich der Umsatz mit Süßwaren im Zeitraum Januar bis August 2013 am Inlandsmarkt auf 7,28 Mrd. Euro. Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum ist dies ein Umsatzanstieg von 1,3 %. Der Absatz betrug im gleichen Zeitraum 1,078 Mio. t und lag somit um 0,5 % unter dem Niveau des Vorjahreszeitraumes.
Insbesondere der Bereich Schokoladewaren entwickelte sich deutlich rückläufig (Umsatz: -2,8 %, Absatz: -3,9 %). Zuckerwaren stiegen im Umsatz um 4,7 %, verloren im Absatz jedoch 0,3%. Süßgebäck legte im Umsatz um 3,7 % zu und erreichte beim Absatz ein Plus von 2,4 %. Salzige Snacks konnten dagegen im Umsatz 7,4 % und beim Absatz 4,4 % hinzugewinnen.

Nach Angaben des BDSI konnten Süßwaren im Export besser punkten. Nach Zahlen des Statistischen Bundesamtes wuchs die Exportmenge im ersten Halbjahr 2013 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 4,2 % auf 825.709 Tonnen. Der Wert der Exporte erhöhte sich um 2,9 % auf 2,73 Mrd. Euro. Aufgrund einer angespannten Rohstoffsituation bleibt die Süßwarenindustrie weiterhin unter Druck. Vor allem die Preise für Milcherzeugnisse wie Vollmilch- und Magermilchpulver sowie Mandeln, Haselnüsse und Kakaobutter sind in den vergangenen Monaten deutlich gestiegen.

Kulinarische Lebensmittel: Die Herstellung kulinarischer Lebensmittel (Feinkost, Suppen, Essig, Senf, Meerrettich, Desserts) deckt weite Bereiche genussvollen Essens ab. Die Marktentwicklung verläuft moderat positiv, allerdings bereitete das Wetter den Herstellern in diesem Jahr große Probleme, berichtet Kulinaria Deutschland. Das verregnete Frühjahr wirkte sich nicht nur gravierend auf die Rohstoffpreise aus – so stiegen Kartoffel- und Molkereiproduktepreise zwischen 10 und 20 % -, auch die verspätet einsetzende Grillsaison machte sich beim Absatz von Grillsaucen und Salaten deutlich bemerkbar. Der folgende gute Sommer konnte dies nur zum Teil wieder ausgleichen.

Ackerflächenpreise steigen seit Jahren kontinuierlich an, bedingt durch große Nachfrage seitens der Biogasanlagenbetreiber. Hinzu kommt: Kontrollierte Beregnung der Rohware, wenngleich sehr ökonomisch und ökologisch mittels Tropfbewässerungsystemen ausgeführt, macht energieaufwendige Pumpensysteme notwendig. Der Preis für Düngemittel ist in den letzten Jahren zwischen 20 und 50 % gestiegen. Die Einführung eines Mindestlohnes wirkt sich bei arbeitsintensiven Kulturen verstärkt aus.

Auch Rohstoffe aus dem europäischen und außereuropäischen Ausland verteuerten sich im letzten halben Jahr deutlich. Große Trockenheit in Südeuropa reduzierte die Senfernte in der Ukraine im Jahr 2012 um mehr als 50 %. Senfsaat aus Kanada ist wegen des dort großflächigen GVO-Rapsanbaus äußerst aufwendig zu kontrollieren. Die Preise für Aceto Balsamico di Modena haben sich in den letzten 24 Monaten um etwa 50 % erhöht, eine ähnliche Verteuerung ist bei Bourbon Vanille und Mandeln zu verzeichnen. Ein extrem verknapptes Garnelenangebot führte zu deutlicher Verteuerung; hinzu kommt ab 2014 ein Zoll auf Waren aus Thailand, der sich zusätzlich auswirken wird.

Brauwirtschaft: Die deutsche Brauwirtschaft blickt nach Einschätzung des Deutschen Brauer-Bundes auf sehr durchwachsende erste acht Monate in diesem Jahr zurück. Das kalte und nasse Wetter bis weit in das Jahr hinein bremste die Verbrauchernachfrage, die auch durch den sehr guten Monat Juli nicht ausgeglichen werden konnte. Der Gesamtbierabsatz mit 65 Mio. Hektoliter lag deutlich um 2 Mio. Hektoliter beziehungsweise 3 % unter dem vergleichbaren Vorjahreszeitraum. Ähnlich entwickelte sich der Absatz für Biermischgetränke.

Erfreulich sind hingegen Bierexporte in das außereuropäische Ausland, die Zeichen für eine hohe Anerkennung deutscher Biere sind und ein stärkeres Engagement der Unternehmen im Ausland rechtfertigen. Im Beobachtungszeitraum nahmen sie um über 300.000 Hektoliter beziehungsweise 10,5 % gegenüber dem Vorjahreszeitraum zu.

Erfreulich ist für Brauereien, die nicht nur alkoholfreie Biere anbieten, auch die überaus positive Entwicklung der in 2012 aufgenommenen Fassbrausen als Erfrischungsgetränke auf Malzbasis. Diese haben mittlerweile die 500.000 Hektoliter-Marke überschritten.

Alle Brauereien belasten hingegen die weiter steigenden Produktionskosten. Dies führt dazu, dass verschiedenste Brauereien – trotz eines starken Wettbewerbsdrucks – nach Jahren erstmals wieder gezwungen sind, die Preise für Bier anzuheben.

Milchindustrie: Im Sommer und Herbst 2013 hat sich der Milchmarkt deutlich fester entwickelt als ursprünglich erwartet, berichtet der MIV – Milchindustrie-Verband / ZMB Zentrale Milchmarkt Berichterstattung. Die Preise für alle Milchprodukte haben etwas zeitversetzt kräftig angezogen. Zunächst stiegen die Erlöse für Butter und Milchpulver. Es folgten die Preise für Käse und schließlich auch für Eckprodukte des weißen Sortiments. Die Milchauszahlungspreise der Molkereien werden im Jahresdurchschnitt von 2013 einen neuen Allzeit-Rekord erreichen.

Die Preishausse ist vor allem angebotsgetrieben. In der EU und wichtigen anderen Exportländern ist das Milchaufkommen im ersten Halbjahr deutlich hinter den Erwartungen zurückgeblieben. Zwar war eine verhaltene Milchproduktion absehbar gewesen, da sich die wirtschaftliche Situation in der Milcherzeugung 2012 ungünstig entwickelt hatte: Niedrigere Milchauszahlungspreise und gestiegene Futterkosten drückten auf die Margen. Hinzu kamen dann aber unerwartet ungünstige Witterungsumstände, die die Produktion zusätzlich beeinträchtigten. Vor allem sind der ungewöhnlich lange und kalte Winter in Europa und eine starke Dürre in Ozeanien zu nennen, die zu Angebotsausfällen am Weltmarkt geführt haben. Gleichzeitig nahm die Importnachfrage Chinas, des weltgrößten Importeurs von Milchprodukten zu, da die Eigenerzeugung dort ebenfalls geschrumpft ist. Bei geringeren verfügbaren Mengen ist der Welthandel mit Milchprodukten im bisherigen Verlauf von 2013 gesunken. Die Angebotsausfälle haben einen kräftigen Anstieg der Weltmarktpreise nach sich gezogen.

Inzwischen zieht die Milcherzeugung in der EU, den USA und Ozeanien, stimuliert durch höhere Preise, wieder an. Bei den Verwendern von Milchprodukten sind die Vorräte aber ungewöhnlich niedrig und müssen aufgefüllt werden, was für eine anhaltende ausgeglichene Marktsituation spricht.

Spirituosen-Industrie: Trotz des schwierigen außenwirtschaftlichen Umfeldes sind die Aussichten für die wirtschaftliche Entwicklung in Deutschland verhältnismäßig robust: Die Nachfrage nach Spirituosen in Deutschland ging Prozentual leicht zurück. Die gesamte Spirituosenbranche inklusive Importeure hatte eine stabile Umsatzentwicklung im Jahr 2012 mit geschätzten rund 4,5 Mrd. Euro – davon sind rund 2,1 Mrd. Euro an Branntweinsteuern enthalten, heißt es beim Bundesverband der Deutschen Spirituosen-Industrie und -Importeure.

Mit einem Pro-Kopf-Konsum von 5,5 l lag der Verbrauch von Spirituosen in Deutschland 2012 auf dem Niveau der Vorjahre 2009 bis 2011. Auf dem deutschen Markt wurden 2012 rund 698 Mio. Flaschen à 0,7 l angeboten. Die Käuferreichweite für Spirituosen betrug im Jahr 2012 erneut 67 % – das heißt, dass 67 % aller Haushalte im Jahr 2012 mindestens einmal im Jahr Spirituosen einkauften. Spirituosen gehörten auch im Jahr 2012 erneut zu den umsatzstarken Warengruppen im Lebensmitteleinzelhandel und behaupteten sich weiterhin unter den sogenannten „TOP 10″-Marken- Umsatzträgern des Handels – gemäß den aktuellen Analysen der Marktforschung Information Resources, Düsseldorf. Deutschland bleibt somit weiterhin der größte Markt für Spirituosen innerhalb der Europäischen Union.

Weblink zum Thema
Den vollständigen Konjunkturbericht der Bundesvereinigung der Deutschen Ernährungsindustrie (PDF, 12 Seiten) mit weiteren Tabellen und Zahlenangaben können Sie auf der Internetseite des Verbandes oder direkt hier abrufen.

(dw)

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