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BVL hat 2012 fast die Hälfte aller Betriebe kontrolliert

19.11.2013 Das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) in Berlin hat die Daten zur Lebensmittelüberwachung 2012 veröffentlicht. Demzufolge hat die amtliche Lebensmittelüberwachung der Bundesländer 2012 insgesamt 881.406 Kontrollbesuche in 529.969 Betrieben durchgeführt.

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BVL hat 2012 fast die Hälfte aller Betriebe kontrolliert

Bei 26 % beziehungsweise rund 138.000 Betrieben stellten die Lebensmittelüberwachungsbehörden Verstöße fest und leiteten entsprechende Maßnahmen ein. Die Beanstandungsquote war bei Gastronomiebetrieben besonders hoch (Bild: Alexander Raths-Fotolia)

Die Gesamtzahl der registrierten Betriebe, die der Lebensmittelüberwachung unterliegen, liegt bei 1,22 Millionen. Damit wurde fast die Hälfte aller Betriebe (43,4 %) in Deutschland kontrolliert, die Lebensmittel herstellen, bearbeiten oder verkaufen. Besonders hoch war die Kontrolldichte in der Gastronomie – hier wurde mehr als jeder zweite Betrieb kontrolliert.

Bei 26 % (rund 138.000 Betrieben) stellten die Kontrolleure Verstöße fest und leiteten entsprechende Maßnahmen ein. Die Beanstandungsquote war bei Dienstleitungsbetrieben – Gastronomie und andere Einrichtungen der Gemeinschaftsverpflegung – sowie kleinen Herstellern, die im Wesentlichen auf der Einzelhandelsstufe verkaufen, mit 30 beziehungsweise 31 % am höchsten. Die weitaus größte Zahl der Beanstandungen betrafen mit 52 % – wie auch schon in den Vorjahren – die allgemeine Betriebshygiene, gefolgt von Mängeln im Hygiene-Management (25 %) der Betriebe sowie der Kennzeichnung und Aufmachung (18 %) der Lebensmittel. Verstöße, die die „allgemeine Hygiene“ des Betriebes betreffen, beziehen sich Räume, Geräte, Hygiene des Personals oder andere hygienisch bedingte Verunreinigungen. Verstöße im „Hygienemanagement“ betreffen zum Beispiel unzureichende Maßnahmen bei Eigenkontrollen und/oder Schulungen.

Beanstandungsquoten
Im Jahr 2012 haben die Lebensmittelüberwachungsbehörden der Bundesländer 395.386 Proben untersucht. Davon entfielen 97,5 % der Proben (385.366 Proben) auf Lebensmittel einschließlich Zusatzstoffe; der restliche Probenanteil 2,5 % (10.020 Proben) entfielen auf Bedarfsgegenstände und Materialien mit Lebensmittelkontakt. 12 % der Proben (48.518 Proben) wurden beanstandet.

Die mit Abstand höchste Beanstandungsquote von 20,3 % wiesen 2012 „Lebensmittel für besondere Ernährungsformen“ auf (dazu gehören Nahrungsergänzungsmittel und diätetische Mittel), gefolgt von den drei Produktgruppen „alkoholische Getränke (außer Wein)“, „Zuckerwaren“ sowie „Fleisch, Wild, Geflügel und Erzeugnisse daraus“ (16 bis 18 %). Diese Lebensmittelgruppen führten bereits in den Vorjahren die Liste der am häufigsten beanstandeten Produktgruppen an.

In den Produktgruppen „Schokolade, Kakao und kakaohaltige Erzeugnisse, Kaffee, Tee“, „Zusatzstoffe“, „Nüsse, Nusserzeugnisse, Knabberwaren“ sowie „Obst und Gemüse“ gab es wenige Beanstandungen (unter 10 %). Besonders positiv fiel die Lebensmittelgruppe „Nüsse, Nusserzeugnisse, Knabberwaren“ im 5-Jahres-Vergleich auf. Hier waren die Beanstandungsraten stark rückläufig. Diese sind von über 11 % im Jahr 2008 auf 6,7 % im Jahr 2012 gefallen.

Die Hälfte der beanstandeten Proben verstieß gegen Vorschriften der „Kennzeichnung und Aufmachung“. 18 % der Proben wiesen mikrobiologische Verunreinigungen und 11 % Mängel in der Zusammensetzung auf.

Lebensmittel-Bedarfsgegenstände
Die Beanstandungsquote von Gegenständen und Materialien mit Lebensmittelkontakt ist von 16 % im Jahr 2011 auf 13 % im Jahr 2012 gefallen. Wie bei den Lebensmitteln liegen auch hier bei 55 % der Verstöße Kennzeichnungs- und Aufmachungsmängel vor. In 39 % der Fälle erfolgte eine Beanstandung aufgrund der Zusammensetzung.

Risikoorientierte Überwachung
Die Lebensmittelüberwachung in Deutschland erfolgt risikoorientiert. Betriebe mit einem höheren Risiko werden von den Behörden der Bundesländer häufiger kontrolliert. Entsprechend der risikoorientierten Einstufung wurden besonders häufig (mit knapp 55 %) die Lebensmittel herstellenden und verarbeitenden Betriebe in der Gastronomie und Gemeinschaftsverpflegung und beim Lebensmittel-Handwerk (Fleischereien, Bäckereien, Konditoreibetriebe und ähnliche) kontrolliert. Die Auswahl und Untersuchung der Lebensmittelproben erfolgt in den Ländern ebenso risikoorientiert nach produkt- und betriebsbezogenen Kriterien.

Bundesweiter Überwachungsplan
Je 1.000 Einwohner und Jahr müssen von der amtlichen Überwachung bei Lebensmitteln grundsätzlich fünf, bei Tabakerzeugnissen, kosmetischen Mitteln und Bedarfsgegenständen grundsätzlich insgesamt 0,5 amtliche Proben genommen werden. Ein Teil dieser Gesamtprobenzahl wird bundesweit einheitlich untersucht. Der größte Teil dieser koordinierten Proben wird im Rahmen des Bundesweiten Überwachungsplanes (BÜp) in jährlich etwa 30 verschiedenen Programmen untersucht. Grundlage des BÜp ist ein von Bund und Ländern aufgestellter Plan, der die Auswahl der zu untersuchenden Proben und der zu kontrollierenden Betriebe sowie die Verteilung der Kontrollen auf die Länder festlegt. Der BÜp kann Programme zu Produkt- und Betriebskontrollen oder eine Kombination aus beidem enthalten. Ziel dabei ist es, bundesweite Aussagen über die Einhaltung lebensmittelrechtlicher, weinrechtlicher und tabakrechtlicher Vorschriften einschließlich Täuschungsschutz zu erhalten.

Monitoring
Das Monitoring ist ein gemeinsam von Bund und Ländern seit 1995 durchgeführtes systematisches Mess- und Beobachtungsprogramm. Dabei werden Lebensmittel und seit 2010 auch kosmetische Mittel und Bedarfsgegenstände repräsentativ für Deutschland auf Gehalte an gesundheitlich nicht erwünschten Stoffen untersucht. Somit können mögliche gesundheitliche Risiken für die Verbraucher durch gesundheitlich nicht erwünschte Stoffe, wie Rückstände von Pflanzenschutzmitteln, Mykotoxine, Schwermetalle und andere Umweltschadstoffe, frühzeitig erkannt und gegebenenfalls durch gezielte Maßnahmen abgestellt werden.

Die Überwachungsbehörden der Länder sind zusätzlich zu ihren routinemäßigen Untersuchungsaufgaben damit beauftragt, Proben für das Monitoring zu ziehen und zu analysieren. Die gewonnenen Daten werden vom BVL erfasst und ausgewertet.

Die zu untersuchenden Lebensmittel sind Bestandteil eines repräsentativen Warenkorbes, der auf der Grundlage nationaler Verzehrsstudien abgeleitet wurde (Warenkorb-Monitoring). Daneben wird seit 2003 ein Teil der Lebensmitteluntersuchungen in Projekten durchgeführt (Projekt-Monitoring). Hierbei werden spezielle stoff- bzw. lebensmittelbezogene Fragestellungen aufgegriffen, die aktuell besonders aufmerksam untersucht werden sollen.

Weblink zum Thema

Das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) in Berlin stellt zur Lebensmittelüberwachung 2012 folgende Materialien zur Verfügung:
Berichte zur Lebensmittelsicherheit 2012 – Monitoring
(pdf, 2 MB, nicht barrierefrei),
Tabellenband 2012
(xls, 6 MB, nicht barrierefrei),
Erläuterungen zum Tabellenband 2012 (pdf, 38 KB, nicht barrierefrei) und Berichte zur Lebensmittelsicherheit 2012 – Bundesweiter Überwachungsplan (pdf, 1 MB, nicht barrierefrei).

(dw)

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