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Cabb nimmt neue Mehrzweck-Produktionsanlage in Pratteln in Betrieb

30.01.2014 Das Chemieunternehmen Cabb, Sulzbach/Taunus, hat am Standort Pratteln in der Schweiz die Kapazität im Bereich Custom Manufacturing mit einer neuen Mehrzweckproduktionsanlage für Life Science-Chemikalien deutlich erweitert. Das Unternehmen investierte dafür rund 32 Mio. Schweizer Franken, umgerechnet etwa 26,1 Mio. Euro.

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Das Chemieunternehmen Cabb hat am Standort Pratteln in der Schweiz die Kapazität im Bereich Custom Manufacturing mit einer neuen Mehrzweckproduktionsanlage für Life Science-Chemikalien deutlich erweitert (Bild: Cabb)

„Im Bereich der Auftragsproduktion erwarten unsere großen Kunden, dass wir ihr Wachstum optimal unterstützen, insbesondere durch Innovation und Investition in neue Anlagenkapazitäten. Die neue Mehrzweckanlage in Pratteln bringt Cabb, aber auch ihre wichtigen Kunden, einen großen Schritt voran“, sagt Dr. Martin Wienkenhöver, CEO der Unternehmensgruppe.

Die neue Produktionslinie erhöht die Kapazitäten in Pratteln schon ab Februar 2014. „Bisher lag das größte Reaktorvolumen im Werk bei 6 Kubikmeter, die sechs neuen Reaktoren verfügen über ein Volumen von je 12 Kubikmeter“, erläutert Thomas Fuhrer, Leiter der Pilot- und Produktionsanlagen in Pratteln. Dazu gehören eine entsprechend dimensionierte Feststoffisolierung mit Zentrifuge und Schaufeltrockner sowie eine Reihe von Vorlagetanks.

Zur Rückgewinnung von Lösungsmitteln und Ausgangsstoffen stehen kontinuierlich betriebene Destillationskolonnen zur Verfügung. Neben dem bereits bestehenden Tanklager wurde ein Neubau mit 4 Tanks à je 64 m3 errichtet (ausbaubar auf 8 Tanks), um den erhöhten Bedarf an Rohstoffen und Lösungsmitteln zu decken. Die gesamte Anlage ist mit einem modernen, neuen Prozessleitsystem ausgestattet. „Unsere Auftragsbücher sind schon heute voll. Wir werden die Anlage also vom ersten Tag an unter Volllast fahren können“, so Thomas Fuhrer.

Die Anlage entspricht den höchsten Anforderungen an Sicherheit und Umweltschutz. „Die Bedienung der vollständig geschlossenen Anlage erfolgt vollautomatisch aus einer Messwarte. Die Reaktionen werden unter Schutzgas ausgeführt, zudem wird die umgebende Raumluft ständig überwacht. Selbstverständlich ist auch für den Brand- und Explosionsschutz optimal gesorgt. Die Anlage, das Tanklager und der Stahlbau sind zudem erdbebensicher ausgeführt“, ergänzt Fuhrer.

Das Projekt mit 3 verschiedenen Baustellen wurde in sehr kurzer Zeit realisiert: Von der Genehmigung des Kreditantrags im Dezember 2012 bis zur Produktionsaufnahme im Februar 2014 vergingen nicht einmal 14 Monate. Als Generalplanerin realisierte die Chemgineering Technology mit Sitz in Münchenstein das Projekt. So zeichnete das Unternehmen verantwortlich für das Projektmanagement sowie die Anlagenplanung und die Oberbauleitung.

Cabb in Pratteln – jährlich rund 570.000 Tonnen
Cabb produziert jährlich rund 570.000 t Chemikalien in Pratteln. Davon werden 250.000 t an die Agro-, Chemie- und Pharmaindustrie geliefert, die sie dann zu Endprodukten verarbeiten. Dr. Robert Dahinden, General Manager Business Unit Custom Manufacturing, erklärt das Erfolgsrezept: „Das Unternehmen besteht im hart umkämpften Markt, weil es seine Prozesse unter Einsatz neuester Technologie laufend weiter optimiert und seine Produkte in modernen Anlagen mit hohem Automatisierungsgrad und auf Basis umfassenden Prozess-Know-hows herstellt. Durch die einzigartige Verbundstruktur in der Produktion gewinnen wir Wertstoffe und Energie zurück und nutzen diese optimal. Dies bietet ökonomische und ökologische Vorteile und gewährleistet eine hohe Wertschöpfung.“ Am Standort Pratteln sind rund 320 Mitarbeiter tätig. Das Unternehmen investierte von 2011 bis 2013 über 60 Mio. Schweizer Franken (knapp 49 Mio. Euro) in die Instandhaltung und Erneuerung der Anlagen. Für die Jahre 2014 bis 2016 ist sogar noch ein höheres Investitionsvolumen vorgesehen.

(dw)

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