Prozesstechnologie für alle Aufgaben

Coatingverfahren in Pharma- und Lebensmittelindustrie

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26.05.2015 Ob Arzneimittel-Dragees oder Schoko-Crispies: Erst durch Beschichten oder Umhüllen von Partikeln, das sogenannte Coating, erhalten viele Produkte ihre spezifische Form und Eigenschaft. Die Coatingaufgaben sind dabei so vielfältig wie ihre Umsetzungen.

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Entscheider-Facts für Betreiber

  • Das Spektrum an Beschichtungsmedien und Ausgangsprodukten macht das Coating von Produkten in der Lebensmittel- und Pharmaindustrie zu einem anspruchsvollen Prozess.
  • Dabei ist die Auswahl des richtigen Prozessequipments entscheidend für das Ergebnis. Sie hängt vor allem von der Partikelgröße des zu beschichtenden Kerns ab.
  • Die Coatingaufgaben sind so vielfältig wie ihre Umsetzungen. Im Wesentlichen kommen drei Arten von Maschinen zum Einsatz: Wirbelschichtapparate, Trommelcoater und Mischer.

Im Wesentlichen kommen drei Arten von Maschinen zum Einsatz: Wirbelschichtapparate, Trommelcoater und Mischer. Die Wahl der optimalen Prozesstechnologie ist entscheidend für das Ergebnis.

Gründe für das Coaten
Sowohl in der Lebensmittelindustrie als auch in der pharmazeutischen Industrie wird Coating zum Beschichten von Produkten eingesetzt. Das Coating von Partikeln wird immer dann angewendet, wenn Oberflächeneigenschaften der Rohprodukte modifiziert werden sollen, etwa wenn die Rohprodukte in irgendeiner Art geschützt werden müssen. So kann durch Coating beispielsweise eine Hydrophobierung oder Versiegelung der Oberfläche erzielt werden. Im pharma-
zeutischen Bereich werden spezielle Überzüge zur Herstellung von sogenannten Retard-Präparaten eingesetzt, deren Wirkungsprinzip auf der verlangsamten Freisetzung von Arzneistoffen beruht. Nicht zuletzt dient das Coating auch dazu, den Geschmack eines Produktes zu beeinflussen – beispielsweise durch das Aufbringen einer Schokoladenschicht auf Frühstücks-Cerealien oder einer Zucker-
schicht, die den bitteren Geschmack von Arzneimitteln kaschiert.

Je nach Anforderung an das Endprodukt werden daher unterschiedliche Beschichtungsmedien verwendet. Das Spektrum umfasst dabei neben Schokolade und Zuckerlösungen auch geschmolzene Fette, wässrige oder alkoholische Suspensionen, Dispersionen oder andere Flüssigkeiten. Und auch die Beschaffenheit der Ausgangsprodukte variiert stark. So können Pulver und Presslinge ebenso den Kern eines Produkts bilden wie beispielsweise Granulate, Kapseln, Tablettenpresslinge, Dragee-Kerne oder Getreidekörner.

Abhängig vom Ausgangsprodukt unterscheidet man beim Coating grundsätzlich zwischen zwei Prinzipien: dem Filmcoating und dem Zuckercoating. Beim Filmcoating handelt es sich um einen sehr dünnen Überzug mit Filmdicken von 0,03 – 0,05 mm. Die Gewichts-
zunahme durch das Aufbringen des Überzugs liegt gegenüber dem Ausgangsprodukt im Bereich < 10 %. Beim Zuckercoating ist der Überzug bis zu 1 mm dick. Die Gewichtszunahme kann im Vergleich zum Kerngewicht mehr als 100 % betragen.

Heftausgabe: Juni 2015
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Reiner Lemperle, Vertriebsleiter Lödige Maschinenbau

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Reiner Lemperle, Vertriebsleiter Lödige Maschinenbau
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