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Containment in der Prozesstechnik

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20.06.2016 Egal welche Branche, egal ob es schüttet oder fließt: An Containment kommt (fast) niemand vorbei. Denn wo immer Betreiber hochwirksame Stoffe verarbeiten, wird es gefährlich.

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Entscheider-Facts für Betreiber

  • Die Produktion der Hersteller wurde in den vergangenen Jahren nicht nur vielfältiger, sondern auch gefährlicher. Grund ist der Einsatz immer potenterer Wirkstoffe.
  • Kontaminationen drohen gleich aus drei Richtungen: Zum einen dringen Fremdstoffe in den Prozess, zum anderen tritt Produkt aus und gefährdet das Personal in der Herstellung. Und nicht zuletzt drohen Querkontaminationen, wenn die Reinigung einer Linie vor dem Produktwechsel nicht ausreichend war.
  • Dies alles führt dazu, dass Betreiber aller Branchen vermehrt auf Containment-Lösungen setzen müssen.
Containment in der Prozesstechnik

Hochaktive Wirkstoffe haben manche Produktionshalle in den vergangenen Jahren in ein regelrechtes Hochsicherheits-Labor verwandelt. (Bild: Lukas Gojda + T. Michel – Fotolia)

„Bei Containment geht es darum, den Bediener vor dem Produkt zu schützen – und das Produkt vor dem Bediener“, fasst Thomas Weingartner, Geschäftsführer von Lugaia Deutschland, die Quintessenz des Themas zusammen. Generell ist Containment nichts Neues, sondern ein langlebiger Trend.

Allerdings sind die Ansprüche der Kunden über die Jahre gestiegen, und so gilt mittlerweile in vielen Bereichen ein OEB-Level von 5 schlicht als Standard. OEB 5 bedeutet eine Belastung von weniger als 1 µg/m3. Würde man dies auf die Größe des Empire State Buildings hochrechnen, so dürfte sich im gesamten Gebäude nicht mehr als der zwanzigste Teil eines Teelöffels des Wirkstoffs befinden. Um dies zu erreichen gibt es natürlich nicht „die eine Lösung“, sondern eine Vielzahl unterschiedlicher Ansätze. Darum benötigt Containment, so Claude Lefebvre, Director of Busin Frewitt, vor allem eines: hohes Prozessverständnis.

Mensch und Produkt schützen
Die Schwierigkeit beginnt im Grunde bereits bei den Bezeichnungen beziehungsweise Definitionen: Hat sich auch in großen Teilen die OEB-Klassifizierung durchgesetzt, so arbeiten manche Pharma-Unternehmen mit eigenen Standards, deren Anforderungen teils über denen liegen, die eine OEB-5-Lösung erfüllt. Um nur ein Beispiel zu nennen: Bei Roche trägt das Äquivalent zu OEB 5 den Namen 3B. Genau diese Unternehmen sind es auch, die als Markttreiber für Containment-Lösungen gelten: „In den vergangenen Jahren wanderte die Pharma-Massenproduktion von Europa nach Asien. Hierdurch entstand in den Industrieländern der Zwang, sich mehr in Richtung der hochpreisigen Produkte zu entwickeln, beispielsweise die Onkologie“, erklärt Iris Barn­stedt, Geschäftsführerin von Brinox Deutschland. Durch die Arbeit mit diesen hochpotenten Produkten ging auch der Zwang einher, einen höheren Arbeitsschutz zu realisieren. Schnell stellte sich heraus, dass das Arbeiten in Ganzkörper-Schutzanzügen eine in der Umsetzung zwar simple, aber dennoch unwirtschaftliche Lösung darstellt. Denn Menschen dürfen unter solchen Bedingungen nur vergleichsweise kurz am Stück arbeiten – was in der Folge die Produktionskosten in die Höhe treibt. Weiterhin schützen solche Anzüge zwar die Menschen, was immer eine hohe Priorität hat, nicht aber das Produkt. Und gerade im Pharma-Bereich können bereits wenige Gramm Wirkstoff einen monetären Gegenwert im drei- manchmal sogar vierstelligen Euro-Bereich haben. Diese vor Kontaminationen oder auch Verlusten zwischen den Verfahrensschritten zu schützen, entscheidet daher ganz wesentlich über die Wirtschaftlichkeit eines Betriebes.

Heftausgabe: Juni 2016
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Philip Bittermann, Redaktion

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