Markt

Contract Manufacturing hat weiteres Wachstumspotenzial

02.03.2012 Große Pharmaunternehmen sehen in der Auslagerung der pharmazeutischen Herstellung zunehmend eine strategische Option, um sich auf ihre Kernkompetenzen in der Forschung und Entwicklung konzentrieren zu können. Dies legt eine aktuelle Studie der Unternehmensberatung Frost & Sullivan nahe.

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Die Auftragsfertigung wird in der Pharmaindustrie weiter zunehmen, prognostiziert eine Marktstudie (Bild: Daniel Fuhr – Fotolia)

Das Auslaufen des Patentschutzes von wichtigen Blockbuster-Medikamenten im Wert von 45 Mrd. US-Dollar und von biologischen Wirkstoffen im Wert von 30 Mrd. US-Dollar bis 2018 dürfte außerdem die Kapazitätsauslastung der Fertigungsanlagen verringern und Outsourcing so für Pharma- und Biotech-Unternehmen zu einer rentablen Lösung machen. Laut dieser Studie, die den Namen ‚European Pharmaceutical and Biotech Contract Manufacturing Markets‘ trägt, erwirtschaftete der europäische Markt für pharmazeutische Auftragsfertigung (Pharmaceutical Contract Manufacturing) im Jahr 2011 Umsätze von 10,02 Mrd. US-Dollar, die bis zum Jahr 2018 auf 20,75 Mrd. US-Dollar anwachsen sollen. Der europäische Markt für Biotech-Auftragsfertigung soll im selben Zeitraum von 1,21 Mrd. US-Dollar auf rund 2,67 Mrd. US-Dollar ansteigen.

Neben der Konzentration der Pharmahersteller auf ihre Kernkompetenzen sieht die Analystin Aiswariya Chidambaram von Frost & Sullivan Research einen weiteren Grund für diese Entwicklung: „Die Auswirkungen der Wirtschaftskrise haben zusammen mit den dürftigen Leistungen der Wagniskapitalbranche in Europa die Popularität der Auftragsfertigung verstärkt.“ Diese habe sich „inzwischen zu einem Synonym für Kostenreduzierung und die Möglichkeit, Produkte zeitgerecht auf den Markt zu bringen, entwickelt“. Gleichzeitig dürften sich durch den Patentablauf zahlreicher wichtiger Blockbuster-Medikamente großer Pharma- und Biotech-Unternehmen die Kapazitätsauslastungen der Fertigungsanlagen auf die Hälfte reduzieren. Dies werde die Tendenz zur Auslagerung der Fertigung seitens großer Pharmakonzerne verstärken.

Derzeit decken die großen Pharmaunternehmen 10 bis 25 % des gesamten Umsatzes von Auftragsfertigern in Europa ab. Die Studie prognostiziert, dass diese Anteile bis zum Jahr 2013 auf 40 % ansteigen werden, und bis zum Jahr 2018 auf 50 %. Dennoch dürften die strikten gesetzlichen Anforderungen einigen Druck auf Auftragshersteller ausüben. Da die rechtlichen Rahmenbedingungen in Europa aufgrund von Kontaminationsproblemen, Sicherheitsstandards und Arzneimittelrückrufen zunehmend strenger werden, dürften die Kosten für Zulassungsverfahren einen Großteil der Fixkosten von Auftragsherstellern ausmachen. Trotz dieser Herausforderungen sind die Aussichten für den Markt positiv. Die Studie rechnet für den europäischen Markt für pharmazeutische Auftragsfertigung mit einer durchschnittlichen jährlichen Wachstumsrate von 10,9 % für den Zeitraum von 2011 bis 2018. Für die entsprechende Biotech-Sparte sei eine durchschnittliche jährliche Wachstumsrate von 12,1 % für den gleichen Zeitraum zu erwarten.

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