Pneumatische Förderanlage für große Pulvermengen

Darf es ein bisschen mehr sein?

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07.09.2017 Auf den ersten Blick sah es ganz einfach aus: Große Mengen verschiedene Feststoffbestandteile von löslichen und unlöslichen Pulvern effizient aber auch sicher produzieren und diese möglichst schonend zum nächsten Prozessschritt befördern, das war die Aufgabenstellung.

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Entscheider-Facts für Betreiber

  • Ein Hersteller von Nahrungsergänzungs-Mitteln benötigte eine Förderanlage für seine in Pulverform vorliegenden Produkte.
  • Die Herausforderungen waren dabei nicht nur sehr hohen Ansprüchen an Hygiene, Sicherheit und der schonenden Umgang mit Produkt, sondern vor allem auch die großen Mengen.
  • Mit der bereitgestellten Lösung konnte der Anbieter nicht nur die GMP- und FDA-Anforderungen des Betreibers erfüllen, sondern auch eine kontinuierliche Produktion ermöglichen.
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Die Anlage fördert 8 t/h Pulver. (Bild: womue-Fotolia)

Der Betreiber der Anlage ist einer der Weltmarktführer für Nahrungsergänzungs-Mittel im privaten und sportlichen Bereich. Aus diesen im Grunde ganz allgemeinen Anforderungen ergab sich eine Neuentwicklung im Bereich der pneumatischen Förderung.

Grenzen der Mechanik

Neben den schon bekannten Parametern bei Vakuumförderung, wie spezifische Korngrößenverteilung oder Hygroskopoie, war in diesem Fall auch die Fördermenge zu berücksichtigen, die sonst nur eine untergeordnete Rolle für den Prozess spielt. Mechanische Förderanlagen, wie Schneckenförderer, würden zwar diese Mengen (8 t/h, 24 h am Tag im Dreischicht-Betrieb) bewältigen, jedoch ist der Platzbedarf den diese Anlagen einnehmen enorm. Auch der geforderte schonende Transport des Schüttguts zeigte schnell die Grenzen der mechanischen Förderung auf. Die pneumatische Förderung hingegen ist für das Produkt ein besonders schonendes Verfahren. Je nach Anwendungsbereich haben Betreiber die Wahl zwischen Druck- und Saugförderung. Hier ist jedoch zu beachten, dass bei der Druckförderung sogenannte Druckbehälter nötig sind, deren Abnahme durch eine zertifizierte Stelle erfolgen muss.

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Der verbaute Pufferspeicher gibt dem Betreiber die nötige Flexibilität, um kontinuierlich arbeiten zu können. (Bild: Hecht)

Komplexe Anforderungen

Die Förderleistung ist maßgeblich an die Filtereigenschaften des Saug-Förderers gekoppelt: Je besser der Filter sich Abreinigen lässt, also nicht verstopft, und je größer die Filterfläche ist, umso größer ist somit auch die Förderleistung. Die bewährten Filterkonzepte lieferten im Fallbeispiel jedoch nicht die nötigen Ergebnisse. Da diese Anforderungen an die Anlagen von höchster Komplexität waren und maßgeblich das Endprodukt beeinflussen, mussten die Verantwortlichen ein System finden, das die sichere, kontinuierliche und effiziente Produktion ermöglicht. Zusammenfassend waren die kritischen Punkte bei diesem Projekt:

  • Der zuverlässige und schonende Transport von Pulvern oder pulverähnliche Produkten.
  • Das System soll in sich geschlossen arbeiten, sodass der Bediener- und Produktschutz jederzeit gewährleistet sind.
  • Große Mengen müssen kontinuierlich oder diskontinuierlich gefördert werden.
  • Bei Produkten mit niedriger Mindestzündenergie muss die Produktion gegebenenfalls unter Ausschluss von Sauerstoff ablaufen.
  • Es darf keine Entmischung der Produktstruktur erfolgen.
  • Einfachheit der Reinigung bei gleichzeitigem Einhalten von hygienischen und regulatorischen Richtlinien.

Hygienegerechte Ausführung

All diese Anforderungen konnte Hecht Technologie durch seine lange Erfahrung in der pneumatischen Förderung erfüllen: Der speziell für diese Bedürfnisse entwickelte Proclean Conveyor 700 erfüllt die hohen GMP- und FDA-Anforderungen des Kunden. Das Funktionsprinzip des Conveyers ist dabei auf den ersten Blick nicht von herkömmlichen pneumatischen Förderungen zu unterscheiden: Ein Saugförderer mit Vakuumpumpe wird mittels Rohrverbindung oder Schlauch mit einer Aufgabestelle, beispielsweise einer Big Bag-Entleerstation, verbunden. Der durch die Pumpe erzeugte Unterdruck (< 100 mbar absolut bei Dichtstromförderung) ermöglicht das Fördern des Schüttguts. Mit der Förderluft-Zufuhr lässt sich die Fluggeschwindigkeit des Förderguts beeinflussen; je nach Einstellung stehen von Flugförderung über Propfenförderung, bis hin zur Dichtstromförderung verschiedene Modi zur Auswahl.

Heftausgabe: September 2017
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Matthias Hänsel,  Leitung Marketing, Hecht Technologie

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Matthias Hänsel, Leitung Marketing, Hecht Technologie
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