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DBU fördert schadstoffarme Pharma-Produktionsverfahren

16.05.2012 Mit der Förderinitiative „Nachhaltige Pharmazie“ will die Deutsche Bundesstiftung Umwelt (DBU) in Osnabrück Modellprojekte zwischen Wirtschaft und Forschung initiieren, die Arzneimittelrückstände in der Umwelt - etwa im Trinkwasser - vermindern oder vermeiden. Gefördert werden ressourcenschonende und schadstoffarme Produktionsverfahren.

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Mit der Förderinitiative „Nachhaltige Pharmazie“ sollen Modellprojekte initiiert werden, die Arzneimittelrückstände in der Umwelt vermindern oder vermeiden und neue ressourcenschonende und schadstoffarme Produktionsverfahren vorantreiben (Bild. DBU)

Der Gebrauch von Medikamenten hat Folgen – auch für die Umwelt: „Einige Wirkstoffe werden beim Aufbereiten des Abwassers nicht vollständig entfernt und gelangen zum Teil sogar ins Trinkwasser. Sie sind ein Risiko für die menschliche Gesundheit und schädigen nachweislich Tiere und Pflanzen“, sagt Dr.-Ing. E. h. Fritz Brickwedde, Generalsekretär der DBU. Mit der Förderinitiative „Nachhaltige Pharmazie“ will die Stiftung verstärkt Modellprojekte initiieren, die darauf abzielen, Arzneimittelrückstände in der Umwelt zu vermindern oder zu vermeiden und neue ressourcenschonende und schadstoffarme Produktionsverfahren voranzutreiben. Die Initiative richtet sich an kleine und mittelständische Unternehmen sowie Forschungseinrichtungen – Kooperationen sind ausdrücklich erwünscht.

In der Förderinitiative sollen laut Dr. Maximilian Hempel, Leiter des DBU-Referates Umweltchemie, vor allem Projekte berücksichtigt werden, die wesentliche Merkmale erfüllen: „Wir unterstützen Vorhaben, in denen mit Methoden der „Green Chemistry“ oder der industriellen Biotechnologie neue umweltfreundliche Synthese- und Aufreinigungsverfahren entwickelt werden und die dazu beitragen, dass bestimmte Wirkstoffe vom Körper besser aufgenommen, transportiert und umgewandelt werden können. Des Weiteren unterstützen wir Projekte, die die Darreichungsform von Medikamenten – ob als Zäpfchen, Tabletten oder Pulver – so zu optimieren versuchen, dass möglichst ein nur geringer Teil vom Körper wieder ausgeschieden wird und damit in die Umwelt gelangen kann. Außerdem spielen Projekte eine Rolle, die an der Entwicklung geeigneter Ersatzstoffe für umweltgefährdende Substanzen arbeiten.“

„In der nachhaltigen Pharmazie geht es nicht allein darum, ein wirksames Medikament herzustellen. Sie betrachtet den gesamten Lebenszyklus eines Arzneimittels und dessen Einfluss auf die Umwelt: vom Rohstoffeinsatz über das Entwickeln und Herstellen bis hin zum Verschreiben, dem sachgemäßen Gebrauch, dem Entsorgen und dem Verbleib in der Umwelt“, betont Hempel. Vor allem das Herstellen von Medikamenten sei noch immer mit einem hohen Verbrauch an Rohstoffen, Lösungsmitteln und Energie sowie einem hohen Abfallaufkommen verbunden. Für die Produktion von 1 kg Arznei würden durchschnittlich 3,2 kg Lösungsmittel und 5,4 l Wasser verbraucht sowie 5,4 kg Abfall entsorgt.

(dw)

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