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DBU und BIO Deutschland zeigen zukunftsweisende Arzneimittelproduktion

26.06.2013 Die Deutsche Bundesstiftung Umwelt (DBU), Osnabrück, und Bio Deutschland, Berlin, zeigen auf der Messe Biotechnica im Oktober in Hannover zwei Beispiele für eine nachhaltige Arzneimittelproduktion: Es sind biotechnische Verfahren zur enantiospezifischen Herstellung von optisch aktiven Wirkstoffen, von S-Profenen und L-Fucose.

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Die DBU und Bio Deutschland zeigen auf der Biotechnica im Oktober zwei Beispiele für biotechnische Verfahren zur enantiospezifischen Herstellung von optisch aktiven Wirkstoffen (Bild: DBU)

Wirksame Arzneimittel kombiniert mit Ressourcenschonung, effizienter Herstellung und emissionsarmer Anwendung: Wie sich diese Kernziele einer nachhaltigen Pharmazie mit Hilfe biotechnologischer Methoden verwirklichen lassen, demonstrieren die beiden Verbände mit weiteren DBU-Projektpartnern.

Die Herstellung von Arzneimitteln ist herkömmlicherweise mit einem hohen Verbrauch an Rohstoffen, Lösungsmitteln und Energie sowie einem hohen Abfallaufkommen verbunden. Daher unterstützt die DBU mit ihrer Förderinitiative „Nachhaltige Pharmazie“ gezielt Projekte, die die ressourcenschonende und effiziente Herstellung von Arzneimitteln bewirken – unter anderem durch die Entwicklung neuer Synthese- und Aufreinigungsverfahren mittels der industriellen Biotechnologie.

Folgende, in diesem Sinne beispielhafte Projekte aus der DBU-Biotechnologie-Förderung präsentieren sich am Gemeinschaftsstand auf der Biotechnica (8. bis 10. Oktober 2013):

Asymmetrische Synthese von S-Profenen
Chiracon, Luckenwalde, zeigt die asymmetrische Decarboxylierung zur umweltfreundlichen Synthese optisch reiner Profene. Profene wie Ibuprofen sind gängige Antirheumatika und Schmerzmittel. Durch die biotechnologische Synthese lassen sich gezielt die wirksamen S-Enantiomere dieser Wirkstoffe gewinnen, während die chemische Synthese immer ein Gemisch aus S- und den im Molekülbau spiegelbildlichen R-Enantiomeren erbringt. Der biotechnologische Syntheseweg steht damit für eine erhöhte Ausbeute, geringeren Rohstoffeinsatz, weniger Abfälle und vor allem auch für eine bessere Wirksamkeit und ein geringeres Nebenwirkungspotenzial.

Asymmetrische L-Fucose-Herstellung
Jennewein Biotechnologie, Rheinbreitbach,, zeigt die umweltschonende Gewinnung des pharmazeutisch wirksamem Zuckers L-Fucose durch ein Fermentationsverfahren. Aufgrund seiner entzündungshemmenden, wundheilenden und antiallergischen Eigenschaften wird L-Fucose sowohl in der Pharmazie als auch der Kosmetik eingesetzt. Allerdings erfordert sowohl die Gewinnung von L-Fucose aus Seetang als auch die chemische Synthese umwelt- und gesundheitsschädliche Extraktions- beziehungsweise Oxidationsmittel. Der in diesem Projekt entwickelte fermentative Prozess, der von einer gut verfügbaren Kohlenstoffquelle wie beispielsweise Glycerin ausgeht, bietet eine nachhaltige und umweltschonende Alternative. Der Einsatz von organischen Lösungsmitteln, Säuren und giftigen Salzen entfällt.

 

Die DBU fördert im Bereich der industriellen Biotechnologie insbesondere die Entwicklung effizienter und umweltfreundlicher Produktionsverfahren für die Herstellung von Wert- und Wirkstoffen. Im Mittelpunkt steht dabei die Umsetzung innovativer Ansätze mit Modellcharakter durch kleine und mittelständische Unternehmen. Alleinstellungsmerkmal der DBU-Förderung ist eine in jedes Förderprojekt integrierte Ökobilanzierung. Sie stellt sicher, dass bei der Entwicklung von Produkten und Verfahren neben ökonomischen auch ökologische Aspekte frühzeitig berücksichtigt werden.

(dw)

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