Mit agilen Coaches agiler werden

Der Weg zum agilen Team

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26.06.2017 „Wir wollen agiler werden!“ – Das verkünden zurzeit viele Unternehmen. Agilität führt kein Nischendasein mehr; sie ist zu einem Trend mutiert, der alle Branchen erfasst. Sogar Konzerne wollen nun ähnlich wie Startups agieren und ihre Organisationen „agilisieren“.

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Entscheider-Facts für Führungskräfte

  • Agilität lässt sich im Unternehmen nicht einfach aus dem Stand einführen. Sie erfordert stattdessen einen grundlegenden Wandel der Denkweise von Führungskräften und Angestellten.
  • Mitarbeiter erhalten mehr Eigenverantwortung, Führungskräfte müssen auch coachend unterstützen, und Unsicherheiten und Veränderungen gehören zum Alltag.
  • Ein agiler Coach ist ausgebildet, um Teams die agile Arbeitsweise verständlich zu machen und sie so zu agilen Teams zu entwickeln.
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Agilität als Führungsstil bedeutet mehr, als sich verbiegen zu können – agile Coaches unterstützen die Team­entwicklung. Bild: uismolinero – Fotolia

Dabei vergessen sie leider meist, dass Agilität eine Veränderung der Kultur in der Organisation erfordert – und nicht nur das Einführen neuer Begriffe und Methoden. Sie verfahren häufig nach folgendem Schema: Agile Teams werden eingerichtet, den Projektleitern wird das „Handbook of Scrum“ in die Hand gedrückt. Und dann werden sie aufgefordert: „Jetzt seid mal agil“ – oft ohne dass die Betroffenen wissen, was dies bedeutet. Entsprechend groß ist die Gefahr, dass sie „agil sein“ schlicht mit „schnell sein“ und „flexibel sein“ gleichsetzen und vergessen, dass hinter dem Agilitätskonzept eine Philosophie steht, die ein radikales Umdenken erfordert.

Der letzte große Trend, der einen solchen Wandel der Denkweise voraussetzte, war die Lean-Philosophie. Auch sie wurde in vielen Unternehmen zunächst euphorisch aufgegriffen und dann halbherzig umgesetzt – mit der Konsequenz, dass die meisten Lean Initiativen nach gewissen Anfangserfolgen wieder einschliefen. Und der Begriff Lean? Er ist heute in den Köpfen der meisten Mitarbeiter verbrannt – und wird von ihnen nicht selten mit „abspecken“, also Kosten sparen und Personalabbau gleichgesetzt.

Agilität und Lean haben eins gemeinsam: Die Grundlage beider Philosophien ist, dass die Mitarbeiter und Führungskräfte, Teams und Bereiche in den Unternehmen sich selbst und ihr Handeln regelmäßig hinterfragen und reflektieren – mit dem Ziel, kontinuierlich zu lernen und besser zu werden. Eine solche Einstellung und Haltung ist in den meisten Unternehmen nicht selbstverständlich. Im Gegenteil. Wer in ihnen einen Fehler oder ein Versäumnis zugibt, hat oft verloren: Er hat versagt! Diese Denkweise muss sich ändern, wenn die hinter den Philosophien Agilität und Lean liegenden Methoden Unternehmen zum Erfolg führen sollen. Das heißt: Die Einstellung der Mitarbeiter und die Kultur in den Unternehmen muss sich wandeln.

Heftausgabe: Juni 2017
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Über den Autor

Katja von Bergen, Unternehmens- und Managementberaterin, Unternehmensberatung Dr. Kraus & Partner
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