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Destatis: Bierabsatz 2013 weiter rückläufig

31.01.2014 Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes (Destatis) in Wiesbaden haben die in Deutschland ansässigen Brauereien und Bierlager 2013 mit insgesamt 94,6 Mio. Hektoliter Bier gegenüber dem Vorjahr rund 2 % oder 1,9 Mio. Hektoliter weniger abgesetzt. Das war die niedrigste Menge seit der Wiedervereinigung.

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Die Deutschen trinken seit 7 Jahren immer weniger Bier – 2013 waren es 94,6 Mio. Hektoliter beziehungsweise die niedrigste Menge seit der Wiedervereinigung. Auch die Biermischgetränke gingen gegenüber dem Vorjahr um 2 % zurück (Bild: Nikola Bilic-Fotolia)

Damit setzt sich der seit 2007 anhaltende Rückgang des Bierabsatzes weiter fort (damals noch 104 Mio. Hektoliter). Alkoholfreie Biere, Malztrunk sowie das aus Ländern außerhalb der Europäischen Union eingeführte Bier sind hierin nicht enthalten. Biermischungen – Bier gemischt mit Limonade, Cola, Fruchtsäften und anderen alkoholfreien Zusätzen – machten 2013 mit 4,2 Mio. Hektolitern 4,5 % des gesamten Bierabsatzes aus. Gegenüber dem Jahr 2012 wurden in diesem Segment 1,9 % weniger abgesetzt.

84,2 % des gesamten Bierabsatzes waren für den Inlandsverbrauch bestimmt und wurden versteuert. Das waren 79,7 Mio. Hektoliter, 1,7 % weniger als 2012. Steuerfrei (Exporte und Haustrunk) wurden 14,9 Mio. Hektoliter Bier abgesetzt (-3,8 %). Davon gingen 10,1 Mio. Hektoliter (-8,6 %) in EU-Länder, 4,7 Mio. Hektoliter (+8,7 %) in Drittländer und 0,1 Mio. Hektoliter (-6,5 %) unentgeltlich als Haustrunk an die Beschäftigten der Brauereien.

Wie auch schon in den Vorjahren war 2013 beim Bierabsatz der Anteil der nordrhein-westfälischen (25,0 %) und der bayerischen (23,6 %) Brauereien und Bierlager am höchsten. Auch der Inlandsabsatz wurde von den Brauereien und Bierlagern in diesen beiden Bundesländern angeführt: Der Anteil Nordrhein-Westfalens lag bei 26,3 %, der Bayerns bei 22,3 %. Den höchsten Bierabsatz über die bundesdeutschen Grenzen hinweg erzielten mit einem Anteil von 30,1 % die Brauereien und Bierlager mit Sitz in Bayern. Alle Angaben zum regionalen Absatz von Bier richten sich nach dem Sitz der Steuerlager (Brauereien und Bierlager) und lassen keinen Rückschluss auf den regionalen Bierkonsum zu.

Gewinner und Verlierer im deutschen Biermarkt
Nach Berechnungen des Branchenmagazins „Inside Getränke“ verzeichnete der Marktführer Oettinger mit 5,78 Mio. verkauften Hektolitern einen Rückgang von 1,9 %. Auf den nächsten Plätzen des Rankings folgen die Privatbiere Krombacher (+1,6 %), Bitburger (-0,8 %), Warsteiner (+1,2 %) und Veltins (-3,1 %), die sämtlich in die mit hohen Millionenstrafen geahndeten Preisabsprachen verwickelt waren. Großer Verlierer war nach den „Inside“-Recherchen die Braugruppe AB Inbev, die über alles 7 % verlor. Die Gruppe hatte das Kartellverfahren als Kronzeuge in Gang gebracht und ist mit den Marken Beck‘s (-7,2 %) und Hasseröder (-12,5 %) in den Top 10 vertreten. Es folgen Paulaner, Radeberger und Erdinger.

Weblink zum Thema
Weitere Ergebnisse zum Bierabsatz in Deutschland finden sich auf der Internetseite des Destatis in der Fachserie 14 Reihe 9.2.1, Finanzen und Steuern, Absatz von Bier – Dezember und Jahr 2013 (PDF 12 Seiten) oder direkt hier.

(dw)

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