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Deutsche Faltschachtelhersteller ziehen Jahresbilanz 2011

08.08.2012 Die deutsche Faltschachtelindustrie hat die Rückgänge bei Absatz und Umsatz an Faltschachteln von rund 7 % aufgrund der Finanz- und Wirtschaftskrise wieder kompensiert und das Jahr 2011 mit einem historischen Höchststand abgeschlossen. Dies meldet der Fachverband Faltschachtel-Industrie (FFI) in Frankfurt/Main.

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Lothar Ruhnke, Vorstandssprecher des Sprecher Fachverbands Faltschachtel-Industrie (Bild: Höhn-Gruppe)

Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes (BUSTA) hat die Gesamtbranche den Produktionswert auf 1.907 Mrd. Euro (+4,5 %) gesteigert. Diese Entwicklung beim Produktionswert ist umso erfreulicher, als dass sich im Dreijahreszeitraum 2009 bis 2011 eine deutlich langsamere Veränderung beim Produktionsvolumen ergeben hat. Im aktuellen Berichtsjahr 2011 „stagniert“ die Produktionsmenge der Gesamtbranche bei 860.000 Tonnen (-0,3 %).

Zu den Ergebnissen der im FFI zusammengeschlossenen Unternehmen berichtet Lothar Ruhnke, Sprecher des FFI-Vorstands: „Die 85 FFI Mitglieder haben 2011 ihren Produktionswert um 5,9 % auf 1.494 Milliarden Euro und ihre Produktionsmenge um 4,5 % auf 599.000 Tonnen gesteigert. Damit ist der FFI Anteil an der Gesamtbranche wertmäßig auf 78,3 % und mengenmäßig auf 69,7 % angewachsen.“

Die zuvor berichtete Entwicklung der Produktionsmenge in der deutschen Faltschachtelindustrie von -0,3 % für 2011 findet ihren Beleg auch in der Auslastung der Maschinenkapazitäten. Die hohe Auslastung von 91,5 % im 1. Quartal 2010 wurde in keinem der darauffolgenden Quartale bis Ende 2011 erreicht. Dieser geringere Beschäftigungsgrad hat sich auf Basis der vorliegenden Zahlen leider fortgesetzt und liegt zum Ende des 1. Quartals 2012 bei 82,8 %. Bisher ist nicht eindeutig zu erklären, welche End-Use-Segmente der abpackenden Industrie für den Rückgang der Kapazitätsauslastung bei der Herstellung von Faltschachteln verantwortlich zeichnen. Zu den wesentlichen End-Use-Segmenten für die Faltschachtelindustrie im Bereich Food zählen nach wie vor Cerealien, Süßwaren, Tiefkühlkost und Fertiggerichte sowie Tiernahrung. Für das Non-Food Segment sind zu nennen: Körperpflege, Kosmetik, Zigarette und Pharma.

Die Anzahl der an das BUSTA meldepflichtigen Faltschachtel-Unternehmen (Betriebe mit mehr als 20 Mitarbeitern) ist weiter rückläufig. Bei einer geschätzten Anzahl von etwa 200 Herstellern von Faltschachteln in Deutschland zeigt die Bundesstatistik nur noch 99 Betriebe, die der Mindestgröße für die Berichterstattung entsprechen.

Interessant erscheint der Vergleich der deutschen Branchenentwicklung mit den anderen europäischen Märkten (Bild 3). So nimmt die deutsche Faltschachtelindustrie nach wie vor Platz 1 im europäischen Ranking ein, allerdings mit mittlerweile gut 25 % des gesamten europäischen Marktes. Mit deutlichem Abstand folgen Italien und England mit jeweils 14 % EU-Marktanteil sowie Frankreich mit 12 % EU-Marktanteil. Alle anderen EU-Länder liegen beim Ranking im einstelligen Prozentbereich. In Deutschland werden also heute ein Viertel aller Faltschachteln in Europa hergestellt.

Dabei wird in Deutschland und der Türkei ein deutliches kumuliertes Wachstum über den fünfjährigen Betrachtungszeitraum 2006 bis 2010 verzeichnet (Bild 4). Alle anderen nationalen Faltschachtelindustrien sind im gleichen Zeitraum geschrumpft. „Damit werden die deutschen Faltschachtelhersteller auch immer bedeutender als Kunden für national und europäisch agierenden Lieferanten“ betont Ruhnke und merkt an: „Wir stellen uns der Aufgabe, die Position als Marktführer in Europa zu behaupten und weiter zu stärken. Dies geht aber nicht ohne die Unterstützung der Zulieferindustrie. Als Branchenverband haben wir deshalb jüngst eine neue Verbandsaufgabe gestartet, die sich den Rahmenbedingungen des Einkaufs von Rohstoffen widmet. Damit werden wir für die FFI-Mitglieder neben unserem Vertriebsmarketing auch das Beschaffungsmarketing etablieren.“

Weblink zum Thema
Weiterführende Informationen des FFI wie die neue Studie zum kommunikativen Potenzial der Verpackung im Vergleich mit anderen Medien (Pointlogic-Studie) finden Sie auf der Homepage des Verbandes www.ffi.de beziehungsweise hier zum Download.

(dw)

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