Markt

Deutsche Pharmaindustrie von Brexit besonders betroffen

21.10.2016 Wenn Großbritannien die EU verlässt, sei in Deutschland die Pharmaindustrie „die mit Abstand am stärksten betroffene Branche“, so das Ergebnis einer Studie des Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW).

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VCI warnt vor Brexit-Folgen

Wenn Großbritannien geht, spürt ganz Europa die Folgen. In Deutschland ist besonders die Pharmaindustrie betroffen. (Bild: gradt – Fotolia)

Grund dafür seien vor allem die Exporte der Pharmaindustrie nach Großbritannien, berichtet das Handelsblatt über die am 20. Oktober veröffentlichte Studie. Die Stiftung Familienunternehmen hatte das ZEW mit der Studie beauftragt.

Nahrungsmittelindustrie und Maschinenbau sind demnach breit genug aufgestellt, um den Brexit-Folgen zu widerstehen. Verwundbar aufgrund ihrer Importe seien dagegen die Luft- und Raumfahrt sowie die Bahnindustrie. Autoindustrie und Produzenten elektronischer und optischer Produkte müssten sich ebenfalls auf Probleme gefasst machen. Der Verband der Chemischen Industrie hatte schon frühzeitig vor den Folgen des EU-Ausstiegs Großbritanniens für die chemisch-pharmazeutische Industrie gewarnt.

Darüber hinaus besteht ZEW-Studienleiter Friedrich Heinemann zufolge das Risiko, die EU sei nach dem Brexit anfälliger für „protektionistische Tendenzen“. Während die Briten für freien Handel stünden, würden Italien und osteuropäische Staaten ihn durch bürokratische Hürden behindern. Die Studie kommt auch zu dem Ergebnis, dass die Schweiz, die Niederlande, Belgien und Irland noch stärker von wirtschaftlichen Brexit-Folgen betroffen werden als Deutschland.

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