Handelsbilanz

Deutscher Exportüberschuss sinkt

16.05.2017 Dann eben weniger: Der vielfach kritisierte deutsche Exportüberschuss ist im ersten Quartal 2017 zurückgegangen. Der Überschuss im Waren handel sank auf einen Wert von 7,5 % des Bruttoinlandsprodukts, im vorigen Quartal waren es 7,6 %.

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Von dem Rückgang berichtete das Ifo-Institut anhand neuester Zahlen des Statistischen Bundesamts. „Damit liegt der Handelsüberschuss bereits wieder deutlich unter seinem bisherigen Rekordwert von 8,4 % aus dem zweiten Quartal 2016. Dieser hohe Überschuss war damals auf stark gesunkene Preise für Ölimporte zurückzuführen. Auch heute dürften schätzungsweise noch gut 1,5 Prozentpunkte des Überschusses auf die nach wie vor sehr niedrigen Einfuhrpreise zurückzuführen sein“, sagte Timo Wollmershäuser, kommissarischer Leiter des Ifo Zentrums für Konjunkturforschung und Befragungen. „Ohne den Ölpreiseffekt läge der Exportüberschuss damit nur bei rund 6,0 %.“

Weniger Export, höhere Leistungsbilanz

Gleichzeitig jedoch ist der Leistungsbilanz-Überschuss Deutschlands im ersten Quartal gestiegen, von 7,7 % im vierten Quartal 2016 auf 8 % im ersten Quartal 2017. Er umfasst zusätzlich zu den Exporten und Importen von Waren auch den grenzüberschreitenden Dienstleistungsverkehr, die Erträge des deutschen Nettoauslandsvermögens und die öffentlichen Übertragungen Deutschlands an das Ausland.

Den deutschen Exportüberschuss kritisiert hatten neben Macron auch US-Präsident Donald Trump und die Chefin des Internationalen Währungsfonds, Christine Lagarde. Auch die EU-Kommission hält ihn für zu hoch. Der VDMA wies diese Kritik jedoch zurück.

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