Kamerakontrolle bei der Serienproduktion von Tabletten

Die guten ins Töpfchen…

05.07.2007 Um dunkle Verschmutzungen auf der Ober- und Unterseite der Tabletten zu erkennen und vollständig auszusortieren, reicht die herkömmliche Prozesskette oft nicht aus. Jacobi Pharma-Service setzt deshalb zur Qualitätskontrolle ein zusätzliches Inspektionssystem ein.

Anzeige

Die Jacobi Pharma-Service ist ein mittelständisches Unternehmen mit Sitz in Heppenheim an der Bergstraße. Mit derzeit rund 30 Mitarbeitern produziert der Lohnhersteller seit Gründung im Jahre 1994 Arzneimittel und Nahrungsergänzungsprodukte, wie Pulvermischungen, Kapseln und Tabletten, für die europäische Pharma- und Lebensmittelindustrie.

Gesucht wurde ein System zur Inspektion von Tabletten, bei deren Herstellung sich die Inhaltsstoffe teilweise nicht richtig aufgelöst haben. Bei der Auswahl wurde besonders auf hohe Flexibilität und Wirtschaftlichkeit der Lösung Wert gelegt, erläutert Geschäftsführer Peter Jacobi. Man entschied sich bei Jacobi Pharma-Service für die beidseitige Kamerakontrolle, um die rein „optischen“ Schönheitsfehler auszusortieren. Mit den eingesetzten Mini-Smart-Kameras können vollschwarze Verunreinigungen ab 0,1mm in Länge und Breite sowie diffuse Verunreinigungen ab 0,2mm erkannt werden. Das Kontrollsystem wurde in eine bestehende Zählmaschine AC2000 integriert.

Mit Adleraugen überwachen

Die Inspektion erfolgt berührungsfrei, um die Qualität des Produktes nicht zu beeinträchtigen. Zu diesem Zweck werden die Tabletten auf der rotierenden Glasscheibe der Zähl-Maschine vereinzelt und mit einer Geschwindigkeit von 10Tabletten/s an der Abtaststelle vorbeigeführt. Die Kameras blicken von oben und unten auf die Glasscheibe und können auf diese Weise beide Seiten der vorbeilaufenden Tabletten inspizieren. Direkt nach den Kameras ist ein kleines Druckluftventil installiert, das alle als schlecht erkannten Tabletten über den Rand der Glasscheibe hinausbefördert. Mit der ebenfalls nachträglich angebauten Absaugvorrichtung wird die Glasscheibe zyklisch vom anfallenden Tablettenstaub befreit, um Fehlinterpretationen der Kameras zu vermeiden.

Die Produktkontroll-Kamera ist ein intelligentes und autarkes, nicht PC-gebundenes Qualitätskontrollwerkzeug für den Pharmabereich. Es berücksichtigt sowohl die baulichen Voraussetzungen für den Einsatz im Pharmabetrieb (GMP-gerecht) als auch die Qualifizierungsanforderungen entsprechend den Pharmaregelwerken und ist somit bestens geeignet für den Einsatz bei Jacobi Pharma-Service. Das übersichtliche Menü auf dem LCD-Terminal ermöglicht eine problemlose Eingabe der Prüfparameter und visualisiert sowohl die Prüfergebnisse in der fortlaufenden Produktion, als auch die Abweichungen und Fehler. Das Gerät prüft beliebige Produkte mit bis zu zwölf kontrast- und größeneinstellbaren Kontrollfenstern.

Bei der Investition an künftige Anforderungen gedacht

Die Installation wurde als Pilotprojekt realisiert und während der Achema im vergangenen Jahr vorgestellt. Erfahrungswerte, wie zum Beispiel die optimale Geschwindigkeit des Drehtellers zur Vereinzelung der Tabletten oder das Vermeiden von Spiegelungen auf der Glasscheibe, mussten erst gesammelt werden. Durch eine intensive Zusammenarbeit konnten jedoch alle Schwierigkeiten beseitigt werden. Die Maschine befindet sich nun seit mehreren Wochen erfolgreich im Einsatz und ermöglicht dem Unternehmen eine zuverlässige Kontrolle ihrer Tabletten.

Investitionen in moderne Fertigungstechnologien werden bei Jacobi Pharma-Service als Potenzial gesehen, auch zukünftigen Anforderungen der internationalen Regularien gerecht zu werden. Besonders erfreut zeigt sich Peter Jacobi über die optimale Lösung für sein Unternehmen: „Durch die kompakte Bauweise der Tablettenzählmaschine und der beidseitigen Kamerakontrolle ergibt sich eine flexibel einsetzbare Hilfe zur Qualitätskontrolle unserer Produkte.“

„Mit Investitionen in die Fertigungs-technologie wollen wir auch zukünftigen Anforderungen der internationalen Regularien gerecht werden“
Peter Jacobi, Geschäftsführer Jacobi Pharma-Service

Heftausgabe: Juli 2007
Anzeige

Über den Autor

Dirk Dickfeld , Geschäftsleitung, PCE
Loader-Icon