Auf dem Prüfstand

Die Lieferkettte der Codierfehler

Pharma
Food
Kosmetik
Chemie
Planer
Betreiber
Einkäufer
Manager

19.08.2014 Unnötige Kosten sollten vermieden werden! Verbraucher, Geschäftspartner und Behörden verlangen immer genauere Codierungen und Informationen auf Verpackungen. Können sich die heutigen Prozesse und Thermotransferdrucker dieser Herausforderung stellen?

Anzeige

Verbesserte Lesbarkeit, mehr variable Daten, bessere Auswahl der Druckpositionen, schnellere Produktionslinien und problematische Verpackungsformate stellen die Codierung auf den Prüfstand. Codierfehler beeinflussen die Produktqualität und verursachen nicht akzeptable Kosten im Unternehmen aufgrund von Nacharbeiten, Geldstrafen, Imageschäden und anderes mehr. Die meisten falsch codierten Produkte werden durch Bedienerfehler verursacht; aber nicht alle Bedienerfehler erfolgen in der Produktionslinie.

Die Qualitätssicherung von Codes ist ein Ansatz, um Fehler zu vermeiden. Dazu werden Texterstellungs- und Auftragsauswahlprozesse so sicher wie möglich gestaltet. Videojet zählt zu den Vorreitern hinsichtlich des Konzeptes und der Implementierung der Qualitätssicherung von Codes über eine Benutzeroberfläche, eine PC-basierte Software für die Text- und Regelerstellung und mit Netzwerkkontrolllösung. Diese Lösung ist ein wichtiges, häufig ignoriertes Glied in der Kette der Fehlervermeidung bei Codierungs- und Etikettierungstechnologien.

Was Codierungsfehler tatsächlich kosten?
Die korrekte Produktcodierung ist wichtig für Hersteller von Fast-Moving Consumer Goods (FMCG), da sie die Effizienz und Transparenz der Lieferkette verbessert und Kunden wichtige Informationen zu den erworbenen Produkten bereitstellt. Codierfehler sind teuer, nicht nur für den Anlagenbetrieb, sondern auch für das gesamte Unternehmen. Noch heikler sind die Probleme und Kosten im Zusammenhang mit falschen Produkten, die sich bereits im Verkauf befinden. Die meisten Unternehmen tun sich schwer damit, die tatsächlichen Kosten entgangener Produkt- und Produktionskapazität durch Codierfehler zu quantifizieren – ganz zu schweigen von den Kosten, die durch den geschädigten Ruf entstehen.

Kürzlich wurde eine Umfrage unter verschiedenen FMCG-Herstellern durchgeführt und festgestwellt, dass bei allen Codierfehler aufgetreten sind, bei vielen sogar regelmäßig. Mehr als die Hälfte der Codierfehler werden durch Bedienerfehler verursacht. Die gängigsten Fehler sind eine falsche Dateneingabe und eine falsche Auftragsauswahl. Aus der Umfrage geht auch hervor, dass diese beiden Fehler 45 % aller Codierfehler ausmachen.

Selbst wenn das Problem bekannt ist, reagieren viele Unternehmen, indem sie einfach mehr Prüfverfahren während des Verpackungsprozesses einführen. Dies bekämpft jedoch weder die Ursachen (wie falsch eingegebene Codes), noch bietet es eine Lösung hinsichtlich der Probleme und Kosten im Zusammenhang mit Produktnacharbeiten oder der resultierenden niedrigeren Anlageneffizienz.

Hersteller benötigen Lösungen, um Probleme – wie beispielsweise nicht erfasste Kosten, ineffiziente Maßnahmen und Anordnungen von Partnern – zu beheben, statt auf Codierfehler zu reagieren, nachdem sie aufgetreten sind und Kosten entstehen. Es gibt zwei Möglichkeiten, Codierfehler an der Quelle (in der Produktionslinie) zu beheben:

  • proaktive Reduzierung der Wahrscheinlichkeit von Fehlern und
  • sofortige Fehlererkennung zum Minimieren von Verschwendung, Beheben des Fehlers und schnellstmögliche Wiederaufnahme der Produktion.

Kostenanalysetests haben ergeben, dass die Reduzierung von Codierungsfehlern die Betriebskosten um fast 50 % senkt.

Poka-Yoke und seine Rolle bei der Qualitätssicherung von Codes
In den vergangenen Jahrzehnten sind Hersteller zunehmend von einer Qualitätssicherung basierend auf statistischen Produktstichproben für den Markt zu einer proaktiveren Vermeidungsphilosophie übergegangen. Der konstruktionsbedingte Schutz vor Fehlern wird oft als „Poka-Yoke“ bezeichnet. Der Begriff „Poka-Yoke“ wird PO-kah YO-keh ausgesprochen und bedeutet wörtlich so viel wie „Vermeiden von Fehlern“. Dieser Ansatz legt den Schwerpunkt auf ein vorab definiertes Prozessdesign. Schlanke Produktionsprozesse werden mit ausfallsicheren Funktionen erstellt. Bediener können einen Fehler auf diese Weise sofort erkennen und ihn korrigieren. Vorzugsweise treten trotz Bedieneraktionen gar keine Fehler mehr auf.

Die Qualitätssicherung von Codes ist ein umfassender Ansatz, um Fehler im Codierungs- und Kennzeichnungsprozess zu vermeiden oder zu beheben. Der Schlüssel zur Qualitätssicherung von Codes sind die Schnittstellen zwischen Mensch und Maschine – einschließlich Hardware- und Softwarekomponenten – die so ausgelegt sein können und sollten, dass die Dateneingabe vereinfacht wird und Bedienerfehler vermieden werden (sowohl bei der Code-Eingabe als auch bei der Auftragsauswahl).

Die Methoden zur Qualitätssicherung von Codes basieren auf vier grundlegenden Prinzipien:

  • Vereinfachen der Textauswahl, so dass der Bediener den richtigen Text für den richtigen Auftrag auswählt;
  • Beschränkung der Bedienereingaben auf die absolut notwendigen Punkte;
  • größtmögliche Automatisierung von Text mit vordefinierten Regeln, mit denen falsche Eingaben vermieden werden;
  • Verwenden verlässlicher Datenquellen, wie MES, Scda, ERP oder andere IT-Unternehmenssysteme, so dass die entsprechenden Informationen automatisch an den Drucker übermittelt werden, wenn der Bediener einen Auftrag auswählt.

Auf diese Weise wird die Fehlervermeidung in das Design von Prozessen integriert, so dass Fehler kaum – idealerweise nie – auftreten sowie leicht zu identifizieren und zu beheben sind.

Qualitätssicherung von Codes – von Grund auf
Neue Lösungen zur Qualitätssicherung von Codes haben Poka-Yoke- Designfunktionen (Fehlervermeidungsprinzipien), die in die Bedieneroberfläche integriert sind. Bei der Evaluierung und Implementierung von Lösungen für die Qualitätssicherung von Codes beginnen viele Unternehmen bei der Benutzeroberfläche. Das Ziel ist, akzeptable Parameter für den codierten Text zu verwalten und durchzusetzen sowie Bedienerfehler bei der Auftragsauswahl zu vermeiden.

Diese Ziele müssen erreicht werden. Gleichzeitig sollte der Bediener jedoch problemlos und effizient arbeiten können. Die Oberfläche weist beispielsweise einen großen 264 mm (8,4 Zoll) Touchscreen auf, der einfach zu bedienen ist – mit Schriftarten, die gut lesbar, Farben, die einfach zu interpretieren, und Tasten, die leicht zu drücken sind.

Neben der Kalenderauswahl, den Dropdown-Menüs, den Eingabefeldern und anderen oben aufgelisteten Funktionen für die Qualitätssicherung von Codes ist es durch das physische Design der Oberfläche für einen einigermaßen sorgfältig arbeitenden Bediener nahezu unmöglich, Codeerstellung und Aufträge falsch auszuwählen. Die Benutzeroberfläche des Druckers kann mit verschiedenen Funktionen ausgestattet werden, um diese Ziele zu erreichen, darunter:

  • separate Benutzerautorisierungen für Code-Erstellung und Auftragsauswahl;
  • Einschränkung der Typen von Codierungsparametern, die der Bediener eingeben kann, oder Auftragsauswahl aus einer Liste gültiger Jobs, die vorab erstellt und gespeichert wurden;
  • Bereitstellen gespeicherter Aufträge mit aussagekräftigen Namen, die das zu codierende Produkt beschreiben;
  • Verwendung einer Kalenderauswahl für Datumsangaben, um Fehler durch Datumsformate zu vermeiden, die von Region zu Region oder von Produkt zu Produkt variieren;
  • Zuweisen von Datums-Offsets, sodass etwa ein Verfallsdatum nur aus bestimmten für das Produkt zulässigen gültigen Datumsangaben ausgewählt werden kann;
  • Verknüpfung von Verfallsdaten mit Mindesthaltbarkeitsdaten, sodass nach Auswahl des Mindesthaltbarkeitsdatums automatisch das korrekte Verfallsdatum generiert wird;
  • Festlegen von Kalenderregeln, die die Auswahl bestimmter Tage (wie Samstage bzw. Sonntage oder Feiertage) durch Bediener verhindern und auch verhindern, dass das System diese Tage bei automatischen Datumsberechnungen verwendet;
  • Beschränken der Datenauswahl durch eine Dropdown-Liste, um falsche Eingaben zu vermeiden;
  • Warnung bei nicht ausgefüllten Pflichtfeldern und Bestätigung korrekter Einträge, bevor der Bediener mit dem Drucken des Auftrages beginnen kann;
  • Bestätigung der Daten vor jeder Auftragsänderung, um die Auswahl des korrekten Auftrages sicherzustellen.

Erste Schritte bei der Qualitätssicherung von Codes
Zu den ersten Schritten in der Qualitätssicherung von Codes zählt: Bediener umschulen, Ergonomie an Dateneingabepunkten verbessern und vor einem Druckauftrag Gegenprüfungen durchführen. Allerdings sind Fehler dennoch nicht ausgeschlossen. Das Modell zur Qualitätssicherung von Codes von Videojat implementiert zahlreiche Poka-Yoke-Prinzipien. Die Implementierung erfolgt über verschiedene Codierungsgeräte, darunter:

  • Dataflex Thermotransferdrucker-Produktlinie,
  • Verpackungsdrucker mit hoher Auflösung der Serie 2300,
  • Thermal-Tintenstrahldrucker 8510 und
  • die neuen Kleinschrift-Tintenstrahldrucker 1550 und 1650, die lange Laufzeiten und hohe Verfügbarkeit bieten.

Wenn man die Qualitätssicherungslösung für Codes ergänzt, kann man zentral an einem Punkt Text erstellen und richtlinienkompatible, qualitätsgeprüfte Codes an alle Drucker senden. So wird sichergestellt, dass die richtigen Codes für die richtigen Produkte verwendet werden. Dies reduziert Risiken, Nacharbeiten und Rückrufe und schützt den Markenruf. Und man optimiert die Datenverwaltung und vereinfacht das Umrüsten, um eine höhere Produktivität zu erzielen und Automatisierungsziele zu unterstützen.[Li.]

Entscheider-Facts für Betreiber
Die Methoden zur Qualitätssicherung von Codes basieren auf folgenden grundlegenden Prinzipien:
Vereinfachung der Textauswahl, so dass der Bediener den richtigen Text für den richtigen Auftrag auswählt;
Beschränkung der Bedienereingaben auf die absolut notwendigen Punkte;
größtmögliche Automatisierung von Text mit vordefinierten Regeln;
Verwendung verlässlicher Datenquellen, so dass die entsprechenden Informationen automatisch an den Drucker übermittelt werden, wenn der Bediener einen Auftrag auswählt.

 

Mehr über die Qualitätssicherung von Codes erfahren Sie hier

 

Heftausgabe: August 2014

Über den Autor

(Li.)
Loader-Icon