Griff nach Sicherheit

Die Reach-Verordnung und ihre Auswirkungen

Pharma
Food
Kosmetik
Chemie
Planer
Betreiber
Einkäufer
Manager

20.05.2016 Sie ist bereits seit 2007 in Kraft und gilt seitdem als das strengste Chemikaliengesetz der Welt: Die Verordnung (EG) Nr. 1907/2006; besser bekannt unter dem Namen Reach.

Anzeige

Entscheider-Facts für Produzenten

 
  • Mit der Reach-Verordnung will die EU die Chemikalien-Sicherheit erhöhen. Hierfür müssen Importeure und Produzenten in erster Stufe alle Chemikalien registrieren, die sie in Umlauf bringen.
  • Nach erfolgter Sicherheitsbeurteilung müssen die Unternehmen als gefährlich eingestufte Stoffe dann entweder substituieren, oder aber begründen, warum sie den Gefahrstoff auch weiterhin verwenden müssen und belegen, dass sie die Gefahren beherrschen.
  • Das setzt ein hohes Maß an Containment voraus, dass Betreiber zeitnah realisieren müssen.
 
Die Reach-Verordnung und ihre Auswirkungen

Die Reach-Verordnung soll künftig mehr Sicherheit im Umgang mit chemischen Stoffen ermöglichen (Bild: ©FrameAngel + ©denisismagilov + ©Eyematrix – Fotolia).

 

 

Das Akronym steht für „Regulation concerning the Registration, Evaluation, Authorisation and Restriction of Chemicals“ und ist gerade dabei die Chemie-Branche kräftig durchzuschütteln. Denn ihr Motto „Keine Daten – Kein Markt“ setzt Importeure und Betreiber kräftig unter Druck, alle von ihnen in Verkehr gebrachten Chemikalien registrieren zu lassen.

Das heißt, Hersteller und Importeure müssen der zuständigen europäischen Chemikalienagentur Echa Verwendungszwecke und Informationen der Stoffe mitteilen, die dann die Grundlage einer Bewertung hinsichtlich der von ihnen ausgehenden Gefahren darstellen. Überschreitet die hergestellte beziehungsweise importierte Menge 10 t/a, muss der Hersteller/Importeur selbst eine Sicherheitsbeurteilung seiner Chemikalien erstellen und diese den Behörden zwecks Bewertung vorlegen. 5 % dieser Registrierungsdossiers prüft die Behörde dann hinsichtlich ihrer Qualität. Zusätzlich bewertet sie aber auch ausgewählte Chemikalien auf „besonders besorgniserregende Eigenschaften auf Mensch oder Umwelt.“ Wichtig ist dabei anzumerken, dass es weiterhin keine generelle Zulassungspflicht innerhalb der EU für chemische Stoffe gibt. Einer solchen unterliegen nur SVHC (Substances of Very High Concern), besonders besorgniserregende Stoffe also. Kriterien für eine Zulassungspflicht sind

  • krebserregend, erbgutverändernd oder fortpflanzungsgefährdend oder
  • giftig und langlebig in der Umwelt und in Organismen anreichernd oder
  • sehr langlebig in der Umwelt und sehr stark in Organismen anreichernd oder
  • ähnlich besorgniserregende Eigenschaften (beispielsweise hormonelle Wirkung).
Heftausgabe: Mai 2016
Seite:
Anzeige

Über den Autor

Philip Bittermann, Redaktion
Loader-Icon