Zwei auf einen Streich

Drucker für die Chemikalien-Kennzeichnung nach GHS-Verordnung

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01.03.2013 Seit Ende 2010 müssen Unternehmen, die Chemikalien und Gefahrstoffe herstellen, bei der Kennzeichnung ihrer Produkte die GHS-Verordnung auf der Verpackung umsetzen. Für sogenannte Gemische greift diese Verordnung erst ab dem 1. Juni 2015. Was in der Theorie einfach klingt, erweist sich in der Praxis jedoch als echte Herausforderung, denn für die erforderlichen Etiketten ist ein Drucksystem mit mindestens zwei Farben notwendig.

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Entscheider-Facts Für Betreiber

  • Das Global Harmonisierte System zur Einstufung und Kennzeichnung von Chemikalien (GHS-Verordnung, (EG) Nr. 1272/2008) ist ein weltweit einheitliches System, das die Gefahren für die menschliche Gesundheit und die Umwelt bei Herstellung, Transport und Verwendung gefährlicher Stoffe minimieren soll.
  • Seit Ende 2010 müssen Unternehmen, die Chemikalien und Gefahrstoffe herstellen, bei der Kennzeichnung ihrer Produkte die GHS-Verordnung auf der Verpackung umsetzen.
  • Gefahren-Piktogramme müssen nach der GHS-Verordnung zweifarbig dargestellt werden. Mit handelsüblichen Thermodruckern lässt sich dies jedoch nicht realisieren.
  • Um zweifarbige Darstellung zu ermöglichen, werden zwei leistungsstarke Thermotransferdrucker hintereinander geschaltet - der eine mit schwarzer, der andere mit roter Transferfolie ausgestattet.

Das Global Harmonisierte System zur Einstufung und Kennzeichnung von Chemikalien (GHS-Verordnung, (EG) Nr. 1272/2008) ist ein weltweit einheitliches System, mit dem sich die Gefahren für die menschliche Gesundheit und die Umwelt bei Herstellung, Transport und Verwendung gefährlicher Stoffe minimieren sollen. Hersteller und Lieferanten erhalten durch die eigens für Europa nach UN-Modellvorschriften erarbeitete Verordnung genaue Vorgaben, nach welchen Kriterien ihre Produkte und Inhaltsstoffe einzustufen und wie diese zu verpacken und zu kennzeichnen sind. Die auf den Etiketten abgebildeten Informationen und Zeichen liefern den Personen, die damit in Berührung kommen, deutliche Hinweise auf die Risiken.

Auf den Kennzeichnungsschildern sind Name, Anschrift sowie Telefonnummer des Herstellers, Importeurs oder Lieferanten dargestellt, ebenso Stoffname und Index-Nummer oder CAS Nummer Die Art der Gefahr wird durch die Gefahrenklassen wiedergegeben, von denen insgesamt 28 zur Verfügung stehen. Diese unterteilen sich in 70 untergeordnete Gefahrenkategorien. Jede dieser Einstufungen erhält zudem einen oder mehrere Gefahrenhinweise, die auch als H-Sätze bezeichnet werden. Diese wiederum sind mit entsprechenden Piktogrammen und Sicherheitshinweisen (P-Sätze) sowie mit einem Signalwort wie Gefahr oder Achtung versehen.

Zweifarbige Symbole als besondere Herausforderung

Die Gefahren-Piktogramme müssen allerdings zweifarbig dargestellt werden, denn das schwarze Symbol auf weißem Grund wird von einer roten Raute umrandet. „Mit handelsüblichen Thermodruckern, die nur einfarbig drucken können, lässt sich dies jedoch nicht realisieren. Gefordert war hier schlichtweg eine praktikable Lösung, die für unsere Kunden bezahlbar ist“, erläutert Manfred Vetter, Geschäftsführer von V&K Lagerlogistik-Service in Groß-Bieberau. Vetter: „Die Zweifarbigkeit der Symbole ist aber nicht das einzige Problem. Die Etiketten müssen über den gesamten Lebenszyklus des Produktes haltbar sein und unterschiedlichen Umgebungsbedingungen wie starker UV-Strahlung oder auch mechanischen Einflüssen trotzen.“

Basierend auf diesen Notwendigkeiten war für die Spezialisten aus dem Rhein-Main-Gebiet schnell klar, dass sich die gewünschten Druckergebnisse nur mit dem Thermotransferverfahren erreichen lassen. Dabei werden die Druckdaten von zahlreichen Heizpunkten im Druckkopf über eine Transferfolie auf Etiketten unterschiedlicher Art, beispielsweise haltbares Kunststoffmaterial, Papier oder Stoff, übertragen und sind lang lesbar. Die Schwierigkeit: Herkömmliche Thermotransferdrucker können, so der Experte, „normalerweise nur mit einem Farbband drucken – abgesehen von einigen wenigen hochpreisigen Modellen.“

Die Lösung: Zwei leistungsstarke Drucker werden hintereinander geschaltet – der eine mit schwarzer, der andere mit roter Transferfolie ausgestattet. Als geeignet erwiesen sich dabei die industriellen Hochleistungsdrucker des Typs TTP-2410M von TSC Auto ID, die für hohe Kennzeichnungsansprüche entwickelt wurden und einen schnellen Etikettenausstoß bieten. Für Etiketten im Breitformat lassen sich die Modelle TTP-268M und TTP-384M des taiwanesischen Herstellers nutzen, wobei sich maximale Druckbreiten von 168 bzw. 219,5 mm erreichen lassen. Die Geräte bieten hohe Speicherkapazitäten, einen starken 32-bit RISC CPU-Hochleistungs-Prozessor, zahlreiche Standard-Schnittstellen wie USB 2.0, Ethernet und Centronics sowie leichte Programmierbarkeit bei attraktivem Preis.

Synchronisation der Drucker nur mit passender Software

Mit den Druckern alleine war es aber nicht getan – eine passende Software auf Windows-Basis musste von V&K entwickelt werden, die die Drucksteuerung und die Synchronisation zweier Einzeldrucker in diesem System ermöglicht. „Genau diese Synchronisation unter Verwendung der Standarddruckertreiber war die größte Herausforderung“, berichtet Manfred Vetter. Und er fügt hinzu: „Mit unserem 2color-print-controller ist uns dies aber sehr gut gelungen – das Ergebnis sind preiswerte zweifarbige Etiketten, die in jeder Hinsicht die Anforderungen der GHS-Verordnung erfüllen.“

Die bedienerfreundliche Software des Controllers ist speziell auf die Gestaltung von GHS-Etiketten mit ihrem standardisierten Layout zugeschnitten, wobei flexible Gestaltungsmöglichkeiten durchaus gegeben sind. Die verwendete Druckerhardware bestimmt die maximale Etikettengröße, von der wiederum der Label-Vorlauf abhängig ist. Dieser muss so gewählt werden, dass die für den Abstandsausgleich sorgende Tänzerwalze genügend Spielraum hat. Der Anwender kann die im Rahmen der GHS-Verordnung definierten H- und P-Sätze direkt aus der Datenbasis als Textbaustein einfügen. Die dazugehörigen Piktogramme werden automisch generiert und sind als Bildelemente ebenfalls leicht abrufbar. Variable Daten wie Chargennummer, Nennmenge oder Haltbarkeitsdatum lassen sich durch einen einfachen Schnellzugriff auch während des Etikettendrucks ändern. Die Anwenderdatenbank kommuniziert dabei über ein Software-Interface mit dem Drucksystem.

Platzsparender Drucker am Horizont

Das Hintereinanderschalten zweier Thermotransferdrucker war allerdings nur der erste Schritt: Seit 2012 steht der kompakte ME240 zur Verfügung, ein platzsparender Drucker mit kleiner Stellfläche und niedriger Bauform. Damit lassen sich zwei Druckmodule eng beieinander in einem einzigen Gehäuse unterbringen. Das neue Modell hat einen robusten Druckmechanismus aus Aluminium-Spritzguss, der bequem entnommen und in einem anderen Druckgehäuse eingebaut werden kann. Er besteht aus der kompletten Druckeinheit mit Motor, Druckkopf, Walzen sowie Farbbandauf- und Farbbandabwicklung. Die Hauptplatine und das Netzteil lassen sich an der Rückseite einfach montieren. Die Eindrucker-Lösung ME240-VK soll in Kürze dem Markt zur Verfügung stehen.

Heftausgabe: Februar 2013
Vera Sebastian, freie Journalistin, für TSC Auto ID Technology

Über den Autor

Vera Sebastian, freie Journalistin, für TSC Auto ID Technology
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