Mehr als nur Drucken

Effektives Datenmanagement für Serialisierungsanforderungen

Pharma
Food
Kosmetik
Chemie
Planer
Betreiber
Einkäufer
Manager

21.04.2017 Mit dem Aufdruck des Codes ist es alleine noch nicht passiert: Die komplexen Kennzeichnungsanforderungen, wie sie aus der Serialisierung hervorgegangen sind, führen zu einem gestiegenen Bedarf an vielfältigen Datenmanagement-Lösungen.

Anzeige

Entscheider-Facts für Betreiber

  • Die Drucktechnik hat eine entscheidende Rolle bei der Umsetzung von Serialisierungsprojekten. Darum sollten Anwender hier eng mit den Lösungsanbietern zusammenarbeiten.
  • Gerade solche Betreiber, die auf einer Linie für den globalen Markt produzieren, brauchen eine flexible Lösung, die die unterschiedlichen Richtlinien rechtssicher umsetzen kann.
  • Dazu gehört nicht nur das Erfüllen der unterschiedlichen Track & Trace Varianten, sondern auch eine Dokumentations-Lösung, die Änderungen im System nur von autorisiertem Personal zulässt.
Bild: Videojet

Ein modernes Drucksystem kann mehr als nur kennzeichnen – muss es auch. (Bild: Videojet)

Daher suchen Hersteller nun nach Druckern, die das umfassende Datenmanagement verarbeiten können. Weltweit variieren die Vorschriften immens. International agierende Unternehmen müssen die Einhaltung dieser Vorschriften sowohl auf regionaler als auch auf internationaler Ebene sicherstellen. Die Entscheidung der Unternehmen, wie sie diese Vorschriften umsetzen, hängt dabei von den Märkten ab, in die sie verkaufen möchten. Manche Länder, beispielsweise China, wünschen Systeme, die eine Schnittstelle zu Regierungsbehörden ermöglichen, um von dort direkt Seriennummern oder E-Codes zu erhalten. Diese werden erfasst, sobald das Pharma-Unternehmen, das sie benötigt, eine Anfrage an das System der Regierungsbehörde veranlasst hat. Nach ihrer Nutzung müssen Hersteller sie per Rückberichterstattung wieder melden.

Der Komplexität Herr werden

Die USA verwenden eine Track & Trace-Technologie, bei der die Kartons mit den Versandkartons und diese wiederum mit den Paletten verknüpft werden, sodass es möglich ist sie an jedem Punkt im Liefernetzwerk nachzuverfolgen. In Europa hingegen müssen Hersteller die Kartons mit einer Seriennummer versehen, die dann in eine zentrale Datenbank eingegeben wird. Die Seriennummer scannt dann das Personal am Zustellungsort, um die Echtheit des Produkts zu prüfen. Die Anforderungen sind also von Land zu Land unterschiedlich, was die ohnehin schon komplizierte Lage noch erschwert. Pharmahersteller sehen sich einer schwierigen Wahl gegenüber: Entweder sie verwalten die Daten auf regionaler Ebene, was das Einhalten der örtlichen Vorschriften erleichtert, jedoch mehrere Ansätze benötigt. Oder sie verfolgen eine globale Strategie, die den Vorteil der Zentralisierung bietet, aber eine Anpassung an die verschiedenen regulierenden Märkte erfordert. Durch die komplexen rechtlichen Anforderungen entstand in vielen Unternehmen Beratungsbedarf, dem sich Serialisierungsberater und –unternehmen annehmen. Gemeinsam entwickeln Betreiber und Dienstleister Strategien, die für die eigenen Geschäftsbedürfnisse am besten geeignet sind. Welchen Weg Unternehmen auch beschreiten, eines haben sie alle gemeinsam: Sie brauchen intelligente Kennzeichnungssysteme, welche die riesigen erzeugten Datenmengen erfassen und verwalten können.

Abhängig vom Zielmarkt müssen Betreiber unterschiedliche Serialisierungs-Konzepte realisieren. (Bild: Videojet)

Abhängig vom Zielmarkt müssen Betreiber unterschiedliche Serialisierungs-Konzepte realisieren. (Bild: Videojet)

Drucker unterstützen Datenmanagement

Serialisierung kann ohne Kennzeichnung und die Einhaltung behördlicher Vorgaben ebenso wenig stattfinden wie ohne genaues und effektives Datenmanagement. Drucklösungen wie Thermal Inkjet Drucker (TIJ) und Laser-Kennzeichnungssysteme können Betreiber vielseitig einsetzen, da sie über moderne Kommunikations- und Datenhandhabungstechnologien verfügen, mit denen es möglich, ist sie in jede beliebige Track & Trace-Technologie einzubinden, für die sich ein Hersteller entschieden hat. Die asynchrone Kommunikation ist eine solche moderne Möglichkeit. Gab es in der Vergangenheit ein Problem mit einem Drucker, musste zunächst über die Management-Schnittstelle eine Benachrichtigung vom Linienmanagement-System gesendet werden, um zu prüfen, ob der Drucker ordnungsgemäß funktioniert; diese Vorgehensweise heißt Polling. Der Drucker gab im Gegenzug Rückmeldung darüber an das System, dass ein Problem vorlag. Durch die neue Technologie kann der Drucker nun im Moment des Auftretens eines Problems direkt Informationen an das Liniensteuerungs-System senden. Beim Verarbeiten großer Datenmengen kann diese Art der Berichterstattung helfen, durch das umgehende Anhalten der Linie und die schnelle Lösung des Problems Zeit zu sparen, was zu einem höheren Durchsatz und einem deutlich geringeren Datenverkehr führt. Diese Vorgehensweise ist dem Polling vorzuziehen, da das System die Daten in Echtzeit erhält.

Heftausgabe: April 2017
Seite:
Anzeige

Über den Autor

Richard Nemesi ist Global Marketing Manager für pharmazeutische und medizinische Produkte bei Videojet Technologies
Loader-Icon