Die Logistik isst mit

Effiziente Lösungen für die Nahrungs- und Genussmittelindustrie

Pharma
Food
Kosmetik
Chemie
Planer
Betreiber
Einkäufer
Manager

07.11.2011 Wie in Branchen anderer Sättigungsmärkte ist auch in der Lebensmittelindustrie die Prozessoptimierung ein entscheidender Faktor. Dienstleister bieten Anwendern Prozess-, Logistik- und Automatisierungs-Know-how, um die betriebliche Intralogistik effizienter zu gestalten.

Anzeige

Entscheider-Facts Für Anwender

  • In der Lebensmittelindustrie ist  - wie in anderen Branchen auch - die Prozessoptimierung ein entscheidender Erfolgsfaktor.
  • Nicht zuletzt deshalb verzeichnet die Logistikdienstleistung Co-Packing, also das Outsourcen von Kommissioniertätigkeiten an Subunternehmen, in den letzten Jahren ein stetiges Wachstum.
  • Im ersten Schritt der Konzeptphase erfassen und analysieren die Ingenieure vor Ort die Ist-Abläufe des innerbetrieblichen Materialflusses und der Lagersituation.
  • Aus den Ergebnissen der Ist-Aufnahme entwickeln Verfahrenstechniker und Logistiker je nach den Anforderungen des Kunden Optimierungsvarianten inklusive deren Bewertung nach technischer sowie finanzieller Realisierbarkeit und betriebswirtschaftlichem Nutzen.
Bild für Post 77956

Alles im Fluss bei einer optimierten Intralogistik

Kostendruck, dynamisches Konsumentenverhalten, stabile Qualität, besonders bei weltweit verteilten Standorten, erfordern flexible Produktionskonzepte. Dazu kommt ein weiterer Trend der Branche: eine größere Produktvielfalt bei kleineren Chargen, um auch anspruchsvolle Kundenwünsche zu erfüllen. Für die Produzenten erhöht sich dadurch der Aufwand an Kommissionier- bzw. Konfektioniertätigkeiten. Nicht ungewöhnlich ist etwa die Biermarke ohne Brauerei: Die gesamte Produktion geschieht hier bei Zulieferern, Kernkompetenz des Unternehmens ist das Vermarkten und das logistische Bearbeiten der Produkte.
Eine weitere Anforderung ist die in vielen Industrien bereits bewährte Production-on-demand. Das bedeutet eine auftragsbezogene Fertigung mit einer Just-in-time-Versorgung der Produktion mit Rohstoffen, Zwischenprodukten und Packmaterialien sowie mit einem zeitgenauen Abstimmen der Auslieferungen an den Kunden. Die damit verbundenen geringeren Lagerreichweiten sowie kürzeren Durchlaufzeiten der Waren liefern einen signifikanten Beitrag zur Effizienz jedes eingebundenen Unternehmens.
Qualitätsprodukte zu einem wettbewerbsfähigen Preis zu liefern und dabei Ressourcen effizient zu nutzen ist das Ziel jedes Herstellers. Bei der Erreichung dieses Zieles zu unterstützen, das ist das Arbeitsgebiet der Gruppe Food & Beverages. Fokus der Consultingabteilung sind Brauereien, Molkereien und Softdrinks, aber auch Produzenten von Zucker, Speiseöl sowie Bäckereien deckt das Leistungsportfolio ab. Für jeden Teilbereich der Intralogistik – ob Lageranlagen, Förderanlagen, Abfüllung oder Verpackung – stehen entsprechende Fachleute bereit.

Entscheidungsgrundlagen ermitteln
Im allerersten Schritt der Konzeptphase erfassen und analysieren die beratenden Ingenieure vor Ort die Ist-Abläufe des innerbetrieblichen Materialflusses sowie der Lagersituation. Dazu gehören Taktzeiten, Stillstände und häufige Störungen. Auf diese Art und Weise  können sie Engpässe, sogenannte Bottlenecks, identifizieren sowie beseitigen und damit Prozesse und Abläufe verbessern. Hierdurch kann die Flexibilität bestehender Anlagen oft ohne Baumaßnahmen erhöht werden.
Aus den Ergebnissen der Ist-Aufnahme entwickeln Verfahrenstechniker und Logistiker je nach den Anforderungen des Kunden Optimierungsvarianten inklusive deren Bewertung nach technischer sowie finanzieller Realisierbarkeit und betriebswirtschaftlichem Nutzen. Simulationstools verifizieren bzw. optimieren die Ergebnisse der Planungsphase und bieten dem Kunden eine solide Basis für seine Investitionsentscheidungen.
Auf Wunsch begleitet der Dienstleister die gesamte Realisierungsphase als Generalplaner, beginnend beim Erstellen von Spezifikationen und Ausschreibungen sowie Mitwirkung beim Behördenmanagement bezüglich gesetzlicher Auflagen bis hin zum eigentlichen Projektmanagement und zur Inbetriebnahme der Anlage.

Optionen finden und bewerten
Oftmals reichen bereits geringe Investitionen, um deutliche Produktionssteigerungen zu realisieren. Für einen Kunden aus der Pharmaindustrie konnte beispielsweise mithilfe einer Materialflussuntersuchung eine Empfehlung für die geplante Erweiterung der Hochregallagerförderanlage gegeben werden. Aufgrund einer rund 50-prozentigen Steigerung des Transportaufkommens der Anlage stellten sich Wartezeiten im Wareneingang und -ausgang ein. In einer Machbarkeitsstudie verglichen die Ingenieure zwei Varianten, durch die Engpässe beim Ein- und Auslagern durch eine Erweiterung der Fördertechnik  oder durch die Errichtung einer zusätzlichen Ebene inklusive Stahlbau beseitigt werden können. Basierend auf einer dynamischen Simulation wiesen die Ingenieure nach, dass die Anlage die Zielvorgaben mit der wesentlich kostengünstigeren Erweiterungsvariante von Lagerung, Kommissionierung sowie Logistik erreicht. So konnte der Anlagenbetreiber nicht nur die Investitionskosten um den Faktor 5, sondern auch die Ausfallzeiten von mehreren Wochen auf wenige Tage reduzieren.

Ungeahntes Potenzial
Für einen anderen Kunden wurde anhand einer Konzeptstudie überprüft, ob sich der Produktionsablauf der beiden zu betrachtenden Batch-Anlagen durch eine Erweiterung der gemeinsam genutzten CIP-Anlage (Cleaning in Place) optimieren lässt. Mithilfe dynamischer Simulation konnten die Verfahrenstechniker nachweisen, dass sich die Verzögerungen durch eine Erweiterung der CIP-Anlage deutlich minimieren lassen, ein optimaler Produktionsablauf aber erst nach der Beseitigung von weiteren, erst durch die Studie neu identifizierten Engpässen bei herstellungsrelevanten Lösungsprozessen möglich ist. In einer erneuten Simulation, unter anderem mit angepasster Rührwerksteuerung, erreichte die Anlage eine Produktionssteigerung zwischen 40 und 50 %.

Heftausgabe: November 2011
Anzeige
Jürgen Fritz, Industry Automation Siemens

Über den Autor

Jürgen Fritz, Industry Automation Siemens
Loader-Icon