Unscheinbare Kräfte

Elektrostatisches Aufladen : Kleine Ursache mit großer Wirkung

Pharma
Food
Kosmetik
Chemie
Planer
Betreiber
Einkäufer
Manager

14.11.2012 Das physikalische Phänomen Elektrostatik kann das Abfüllen und Wiegen flüssiger oder pulverförmiger Pharmaka und Lebensmittel massiv behindern.

Anzeige

Entscheider-Facts Für Anwender

  • Die unscheinbaren Kräfte der Elektrostatik können beim Handling von Füllgut beträchtliche Störungen verursachen.
  • Es gibt mehrere Strategien, um Elektrostatik zu kontrollieren und für einen reibungslosen Abfüllprozess zu sorgen.
  • Zum Einsatz kommen Ionisationsstäbe, Nadelionisatoren, Entladedorne sowie U-Elektroden.

Bei elektrostatischen Aufladungen werden die feingranularen Pulver sowie die Flüssigkeiten Opfer der Feldlinien, die von elektrostatischen Ladungen an den Gefäßwandungen ausgehen. Die darausresultierenden Haftkräfte ziehen das Füllgut an und binden es. Aufgrund der kleinen Abmessungen der Füllgefäße und -behältnisse sowie der engen Einfüllöffnungen, müssen die Feldlinien nur sehr kurze Distanzen zum Füllgut zurücklegen. Unkontrollierte Partikelanhaftungen oder abgelenkte Flüssigkeitstropfen sind die Folge und behindern den Abfüllprozess oder bringen ihn ganz zum Erliegen.

Ionisationsstäbe sorgen für einwandfreies Abfüllen

Es gibt mehrere Strategien, um die Probleme der Elektrostatik kontrollieren können und auf diese Weise für einen reibungslosen Abfüllprozess zu sorgen. Grundsätzlich findet kurz vor dem kritischen Prozessschritt eine Entladung mithilfe eines Ionisationssystems statt. Ein Ionisationsgerät, beispielsweise ein Ionisationsstab vom Typ VS, sendet Ionen aus, die die elektrostatischen Ladungen an Gefäßwandungen neutralisieren. Selbstverständlich sind alle in den Ionisationsgeräten verwendeten Materialen kontaminationsneutral für das Füllgut; gemäß den entsprechend hohen Standards und Vorschriftender Process Industry.

Flankierend zu den Einfüllöffnungen von Vials sind zwei VS-Stäbe angebracht. Unmittelbar vor dem Abfüllvorgang werden vorhandene elektrostatische Ladungen an den Gefäßwandungen beseitigt. Die so entladenen Gefäße lassen sich problemlos in einem Durchgang füllen.

Mehr Effizienz durch Nadelionisatoren und Entladedorne

Oftmals ist die Entladung, die lediglich an den Außenflächen eines Gefäßes stattfindet, nicht ausreichend – vielmehr muss ebenso die komplette Innenwandung elektrostatisch neutralisiert werden. Speziell zu diesem Zweck wurden Entladedorne und Nadelionisatoren entwickelt. Sie sind eine optimale Lösung: Entladedorne und Nadelionisatoren tauchen in Gefäßöffnungen ab 4 mm Innendurchmesser ein und entfernen dort elektrostatische Ladungen.

Die Luftunterstützung der Nadelionisatoren erhöht die Effizienz der Neutralisation. Luftverwirbelungen bestreichen die komplette Innenwand mit Ionen und neutralisieren zuverlässig elektrostatische Ladungen. Unterschiedliche Bauformen sind kundenindividuell möglich und werden auf die Bedürfnisse abgestimmt. Sie reichen vom einzelnen Nadelionisator als Tischgerät bis hin zu einem Verbund in beliebiger Anzahl für automatisierte Entladeprozesse mit hohem Durchsatz.

U-Elektroden fürs Labor

Auch beim Wägen im Messbereich von Mikrogramm können elektrostatische Ladungen das Dosieren erschweren und somit das Messergebnis verfälschen. Die U-Elektrode wird bevorzugt im Laborbereich eingesetzt und gewährleistet präzises Wägen. Das Messgut wird vor dem Wiegen durch die U-Elektrode geführt und im Anschluss exakt gewogen. Die U-Elektrode steht in stehender oder liegender Ausführung zur Verfügung.

 

 

Heftausgabe: November 2012
Anzeige
Horst Engelmann, Verkaufsleiter Süddeutschland Haug

Über den Autor

Horst Engelmann, Verkaufsleiter Süddeutschland Haug
Loader-Icon