Markt

Eli Lilly darf Tierarzneimittel-Sparte von Novartis übernehmen

08.10.2014 Die Europäische Kommission in Brüssel hat die von der amerikanischen Arzneimittelfirma Eli Lilly geplante Übernahme der Sparte Tierarzneimittel des schweizer Pharmaherstellers Novartis, Novartis Animal Health (NAH) in Basel, nach der EU-Fusionskontrollverordnung genehmigt, weil es keine wettbewerbsrechtlichen Bedenken gibt.

Anzeige

Novartis Animal Health mit Hauptsitz in Basel, Schweiz ist mit ihren etwa 3.000 Mitarbeitern weltweit in fast 40 Ländern aktiv (Bild: Novartis Animal Health)

Die geplante Übernahme gibt keinen Anlass zu wettbewerbsrechtlichen Bedenken, weil auch nach dem Zusammenschluss eine Reihe von starken Wettbewerbern auf dem Markt ihre Produkte anbieten werden, begründete die Kommission ihre Entscheidung. Die Übernahme führt zu Überschneidungen bei NAH und Eli Lilly auf den Märkten für Parasitizide und antimikrobielle Mittel, die in mehreren Mitgliedstaaten sowohl für Haus- als auch Nutztiere angeboten werden.

Im Mittelpunkt der Untersuchung standen die Märkte für folgende Arzneimittel: Endoparasitizide (Belgien, Frankreich, Griechenland, Irland, Spanien und Niederlande), Herzwurmparasitizide (Italien, Spanien und Portugal), Mittel zur Behandlung von Otitis externa (Deutschland, Österreich und Tschechische Republik), oral zu verabreichende beziehungsweise vorbereitete antimikrobielle Mittel für Schweine (Vereinigtes Königreich und Dänemark), oral zu verabreichende antimikrobielle Mittel für Kaninchen (Spanien) und Endoparasitizide für Schafe (Vereinigtes Königreich und Niederlande).

Die Untersuchung der Kommission ergab, dass auch nach dem Zusammenschluss mehrere Wettbewerber auf den vorgenannten Märkten vertreten sein werden und Wettbewerbsdruck auf das zusammengeschlossene Unternehmen ausüben könnten. Darüber hinaus sind bereits zuvor neue Wettbewerber in den Markt eingetreten, und es wird davon ausgegangen, dass in den nächsten zwei bis drei Jahren weitere folgen werden. Ferner ergab die Untersuchung der Kommission, dass Eli Lilly und NAH keinen Anreiz hätten, auf einigen Märkten die Preise für bestimmte Tierarten zu erhöhen, da die Produkte ohnehin nicht nur für ein Tierart bestimmt sind. Die Kommission gelangte daher zu dem Ergebnis, dass das Vorhaben keine wettbewerbsrechtlichen Bedenken aufwirft.

Weitere Informationen zu dieser Wettbewerbssache werden auf der Website der Europäischen Kommission, GD Wettbewerb, im öffentlich zugänglichen Register unter der Nummer M.7277 (Link) veröffentlicht.

(dw)

Anzeige
Loader-Icon