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Endress+Hauser: Starker Einbruch in 2009, Optimismus für 2010

18.05.2010 Endress+Hauser hat 2009 die Auswirkungen der Wirtschaftskrise stark zu spüren bekommen. CEO Klaus Endress sprach auf der heutigen Bilanzmedienkonferenz von einem der „schwierigsten Jahre in der Geschichte des Unternehmens“.

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Endress+Hauser: Starker Einbruch in 2009, Optimismus für 2010

Endress+Hauser CEO Klaus Endress auf der Bilanzmedienkonferenz am 18.5.

E+H habe die Folgen der Wirtschaftskrise weder über seine internationale Ausrichtung noch über die breite Abstützung in unterschiedlichen Branchen ausgleichen können. „Einen so tiefen, umfassenden und lang anhaltenden Einbruch haben wir nie zuvor erlebt“, so der Firmenchef. Der Nettoumsatz der Firmengruppe sank 2009 erstmals in der Unternehmensgeschichte und zwar um 9,5 % auf 1,096 Milliarden Euro. Die Zahl der Beschäftigten blieb nahezu unverändert. Insgesamt schlug sich Endress+Hauser besser als die Branche der Prozessautomatisierung, die um 16 % schrumpfte.

Schmerzhafte Einbrüche verzeichnete Endress+Hauser in der chemischen Industrie, einer der für das Unternehmen bedeutendsten Branchen. Der Umsatzverlust traf vor allem klassische Industrieländer wie die USA, Deutschland und Japan, so Chief Operating Officer Michael Ziesemer. Dennoch war die Schweizer Firmengruppe auch im vergangenen Jahr profitabel. „Wir sind gut durch diese schwierige Zeit gekommen“, resümierte Klaus Endress. Die Krise habe den Blick für die Bedürfnisse von Markt und Kunden geschärft. „Sie hat uns gezwungen, mit dem Unwahrscheinlichen zu rechnen und das Unmögliche zu denken – es zu überdenken und entweder zu verwerfen oder rasch umzusetzen.“ Darüber hinaus habe das Unternehmen sämtliche Ausgaben hinterfragt und mit vielen Gewohnheiten gebrochen“, berichtete der Firmenchef. So wurde auf Reisen und Meetings verzichtet, vielerorts von einer Anpassung der Löhne und Gehälter abgesehen. Auch die Dividende der Gesellschafter fiel niedriger aus. „Unsere Bilanz ist kerngesund, gesünder noch als im Rekordjahr 2008″, betonte Klaus Endress.

Nach einem guten Start ins Jahr 2010 erwartet Endress+Hauser eine nachhaltige Erholung und deutliches Wachstum. Nach vier Monaten liegt der Auftragseingang zweistellig über den Vorjahreszahlen, das Umsatzwachstum deutlich über dem vorsichtigen Ziel von 5 bis 6 %. Klaus Endress mahnt dennoch zur Vorsicht: „Die Ursachen der Wirtschaftskrise sind im Grundsatz nicht beseitigt.“ Die weitere Entwicklung sei von vielen Unsicherheiten bestimmt. „2009 war schwierig – aber auch 2010 wird nicht leicht werden“, ist der Firmenchef überzeugt. „Wir erwarten, dass uns die Krise noch eine Weile begleiten wird.“

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