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ERP für Pharmabranche weiter auf Platz eins der Prioritätenliste

12.02.2004

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Die internationale Pharmabranche plant auch für die nächsten drei Jahre Investitionen in Unternehmenssoftware wie Enterprise Resource Planning (ERP), Customer Relationship Management (CRM) und Business Intelligence (BI). Zu diesem Ergebnis kommt die Unternehmensberatung Frost & Sullivan in einer neuen Überblicksstudie. Grundlage sind Interviews mit Entscheidungsträgern im Bereich IT/Unternehmensanwendungen von mittleren bis großen Pharmaunternehmen in Frankreich, Deutschland, Italien, Niederlanden, Großbritannien, Australien, Kanada und den USA.


Pharmaunternehmen gehen davon aus, dass CRM-Anwendungen zur Verbesserung und Intensivierung ihrer Kundenbeziehungen beitragen. Die meisten befragten Firmen werden in den kommenden drei Jahren erstmals CRM-Paketanwendungen erwerben, entweder als Ersatz für veraltete In-house-CRM-Software oder für den Neueinstieg ins CRM.


Ähnlich stellt sich die Situation für BI-Anwendungen dar. Neue Lösungen lassen die Pharmafirmen auf eine Steigerung ihrer Unternehmensleistung hoffen, weshalb auch hier kräftig investiert werden soll – wie beim CRM entweder in neue Anwendungen oder in den Austausch älterer, bereits vorhandener Systeme.


An erster Stelle der Prioritätenliste steht bei den Pharmaunternehmen jedoch das Enterprise Resource Planning. Allerdings werden die Gelder hier überwiegend in Updates existierender ERP-Anwendungen fließen. Weitere Wachstumsimpulse wird der ERP-Sektor laut Analyse aus Akquisitionen innerhalb der Pharmabranche erhalten sowie aus Unternehmensentscheidungen, das ERP auf globaler Ebene zu zentralisieren, um auf diese Weise eine Harmonisierung zu erreichen.


Anbietern von ERP-Software rät Frost & Sullivan dazu, sich intensiv über die Auswirkungen rechtlicher Gegebenheiten auf die Pharmaindustrie zu informieren. Erfüllt eine Software nicht die gesetzlichen Kriterien, kommt sie für eine Pharmafirma nicht in Frage. Für die EU formuliert die zentrale Arzneimittelbehörde (European Agency for the Evaluation of Medicinal Products) die entsprechenden Vorschriften.


Gleichzeitig eröffnen sich Software-Anbietern durch solche Vorgaben jedoch auch neue Chancen. In manchen Ländern erfordern die Bestimmungen beispielsweise eine detaillierte Dokumentation von F&E-Fortschritten und klinischen Studien. Dies zwingt die Pharmaunternehmen dazu, jeden Schritt des Produktionsprozesses in Datenform festzuhalten. Außerdem führen die gesetzlichen Vorschriften unweigerlich zu einer Steigerung der Produktionskosten, was viele Pharmaunternehmen zur Rationalisierung der internen Prozesse veranlasst. Hier dürfte eine unterstützende ERP-Software großen Anklang finden.


Als wichtigstes Differenzierungskriterium zwischen den einzelnen Anbietern von Unternehmenssoftware nennen die befragten Pharmafirmen die Qualität von Service und Support. An zweiter Stelle stehen laufende Kosten und Verkaufspreis der Anwendungen. Um Kosten zu sparen, dürften die Pharmaunternehmen zukünftig versuchen, Druck auf den Verkaufspreis auszuüben, so schließt die Analyse.

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