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Evonik baut Biotech-Produktion von Aminosäuren weiter aus

11.10.2012 Evonik Industries, Essen, will sein Engagement in der Biotechnologie weiter ausbauen. Dazu investiert das Chemieunternehmen bis 2014 rund 350 Mio. Euro in den Ausbau des Geschäfts mit der fermentativ hergestellten Futtermittel-Aminosäure Biolys, eine L-Lysin-Quelle.

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Evonik baut Biotech-Produktion von Aminosäuren weiter aus

Evonik investiert bis 2014 rund 350 Mio. Euro in den Ausbau des Geschäfts mit der fermentativ hergestellten Futtermittel-Aminosäure Biolys (Bild: Sebastian Kaulitzki-Fotolia)

Dazu gehören der Bau neuer Anlagen für L-Lysin in Brasilien und Russland mit insgesamt fast 200.000 t Jahreskapazität sowie die Erweiterung der Produktion im nordamerikanischen Blair auf 280.000 t/a, die das Unternehmen gerade abgeschlossen hat.

Evonik-Vorstandsmitglied Patrik Wohlhauser: „Für Evonik bietet die Biotechnologie in diversen Geschäftfeldern interessante Chancen für künftiges profitables Wachstum und die verstärkte Ausrichtung unserer Wachstumsstrategie auf eine nachhaltige Entwicklung. Mittelfristig wollen wir allein im Geschäftsbereich Health & Nutrition mit biotechnologisch hergestellten Produkten eine Milliarde Euro umsetzen.“

Ein Schwerpunkt der Biotech-Forschung von Evonik ist der ostwestfälische Standort Halle-Künsebeck, der in diesen Tagen sein 30-jähriges Bestehen feiert. Dort forschen die Experten nicht nur an der Weiterentwicklung von Aminosäuren für die moderne Tierernährung, sondern auch an biotechnologischen Verfahren für andere Evonik-Geschäftsbereiche. Diese Verfahren werden zum Beispiel für die Herstellung von Polymeren und kosmetischen Wirkstoffen eingesetzt. Dr. Peter Nagler, Chief Innovation Officer von Evonik: „Halle-Künsebeck ist ein wichtiger Teil der Biotechnologieplattform des gesamten Konzerns und ist eng mit der strategischen Forschung in Marl verzahnt. In Halle-Künsebeck konzentrieren wir zum Beispiel das Know-how für das Prozessdesign für die Fermentation im industriellen Maßstab.“

Mit dem Ziel, die Aminosäure L-Lysin fermentativ herzustellen, war im Jahr 1982 eine kleine Forschungsgruppe „Biotechnologie“ in Halle-Künsebeck gegründet worden. Heute umfassen die Biotechnologie-Aktivitäten von Evonik an dem Standort, der zum Geschäftsbereich Health & Nutrition gehört, unter anderem die Entwicklung und Optimierung biotechnologischer Herstellungsverfahren für die Aminosäuren Biolys (L-Lysin-Quelle), Threamino (L-Threonin) und Trypamino (L-Tryptophan), die in der Tierernährung zum Einsatz kommen.

Vom verstärkten Evonik-Engagement in der Biotechnologie profitieren auch die Mitarbeiter in Ostwestfalen. Dr. Ralf Kelle, Leiter Research & Development Bioproducts im Geschäftsbereich Health & Nutrition: „In den letzten zwei Jahren hat sich die Größe unseres Biotechnologie-Teams am Standort Halle-Künsebeck auf etwa 100 Mitarbeiter nahezu verdoppelt.“

(dw)

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