Erfolgreiche Strategie

Fälschungssicherheit durch den Einsatz von Identifikationstechnik

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05.11.2012 Verbraucherschutz und die zunehmende Sorge um Gesundheit und Sicherheit sind in der Pharma-Lieferkette ebenso zentrales Thema geworden wie die notwendige Rückverfolgbarkeit von Medikamenten auf dem Weg vom Hersteller zur Apotheke. Es gibt bereits eine Reihe von Lösungen, um Herstellern eine möglichst kosteneffiziente Einhaltung der gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen.

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Entscheider-Facts Für Anwender

  • Das Europaparlament beschloss imFebruar 2011 einen Zusatz zur bestehenden Richtlinie für Arzneimittel (2001/83/EG), um die Gefahr für den Menschen durch gefälschte Medizinprodukte zu reduzieren.
  • Es gibt bereits eine Reihe von Lösungen, die Herstellern ein möglichst kosteneffizientes Einhalten der Richtlinie ermöglichen.
  • Neben dem Einhalten der neuen Gesetze können Pharmahersteller mittels Datenerfassung und Rückverfolgbarkeit selbst für Verbesserungen in puncto Produktqualität, Ruf und langfristiger Rentabilität sorgen.
  • Mit modernen Kommissionierungsstrategien sind schnellere und genauere Auftragsvorbereitung, höhere Liefergenauigkeit, bessere Produktqualität sowie durch besseres Kühlkettenmanagement auch mehr Sicherheit möglich.

Verbraucherschutz und die zunehmende Sorge um Gesundheit und Sicherheit sind in der Pharma-Lieferkette ebenso zentrales Thema geworden wie die notwendige Rückverfolgbarkeit von Medikamenten auf dem Weg vom Hersteller zur Apotheke. Das Europaparlament beschloss daher im Februar 2011 einen Zusatz zur bestehenden Richtlinie für Arzneimittel (2001/83/EG), um die Gefahr für den Menschen durch gefälschte Medizinprodukte zu reduzieren. Seit Inkrafttreten sorgt diese Richtlinie dafür, dass alle in Europa verkauften verschreibungspflichtigen Medikamente, die einen Marktanteil von 31 % ausmachen, eindeutig identifizierbar sind und innerhalb der gesamten Lieferkette verfolgt werden können, um so ihre Echtheit zu gewährleisten.

Sekundärverpackungen sicher identifizieren und serialisieren

Es gibt bereits eine Reihe von Lösungen, um Herstellern ein möglichst kosteneffizientes Einhalten der Richtlinie zu ermöglichen. So sind beispielsweise Hochgeschwindigkeits-Print-and-Apply-Kennzeichnungssysteme erhältlich, mit denen die Sekundärverpackungen von Medikamenten und Medizinprodukten in der Produktion sicher identifiziert und serialisiert werden können. Diese Systeme applizieren einen einmaligen Datamatrix-Code, der Informationen zu Haltbarkeitsdatum, Chargen- und Produktnummer sowie einen Serialisierungscode enthält. Diese Daten schützen vor gefährlichen Plagiaten und beschleunigen das Bearbeiten von Reklamationen, da Produkte über ihren gesamten Lebenszyklus authentifiziert und rückverfolgt werden können.

Obwohl die erforderliche Technologie schon vorhanden ist, müssen alle beteiligten Hersteller, Apotheken, Großhändler und Patienten an der Umsetzung der Richtlinie bzw. eines Systems mitwirken, das allen Produkten einmalige ID-Nummern zuweisen und speichern kann. Eine solche Speicherung wird voraussichtlich auf jeweils nationaler Ebene zentral verwaltet werden, um Produktseriennummern mit bereits ausgegebenen Artikeln abgleichen und somit mögliche Fälschungen ausschließen zu können.

Neben dem Einhalten der neuen Gesetze können Pharmahersteller mittels Datenerfassung und Rückverfolgbarkeit selbst für Verbesserungen in puncto Produktqualität, Ruf und langfristiger Rentabilität sorgen. Die Branche kann hier von der extrem wettbewerbsgeprägten Lebensmittel- und Konsumgüterindustrie lernen, wie mit modernen Kommissionierungsstrategien schnellere, genauere Auftragsvorbereitung, höhere Liefergenauigkeit, bessere Produktqualität sowie durch besseres Kühlkettenmanagement auch mehr Sicherheit möglich sind. Die gesteigerte Transparenz durch Einsatz derartiger Systeme verbessert zudem das Verständnis für den Verbraucher und sorgt für Kundennähe.

Bewährte Kommissionierungsstrategien

Hersteller müssen ihren Apotheken pünktlich das richtige Produkt liefern – oft auch kurzfristig und mehrmals täglich. Mithilfe sprachgesteuerter Kommissioniertechniken, die im Lebensmittelvertrieb längst eingeführt wurden, können Pharmagroßhändler, Vertriebe und Logistikunternehmen ihre Auftragsvorbereitung rasch verbessern. Das auch als „Pick-to-voice“ bekannte Verfahren kann Kosten senken und, je nach Prozess, die betriebliche Effizienz um bis zu 40% steigern. Das Ergebnis ist eine schnellere, flexiblere Kommissionierung, weniger Fehler, niedrigere Schulungskosten sowie flexibles Personalmanagement zu Stoßzeiten. Die Sprach-Kommissionierung kann darüber hinaus mit manuellen oder automatisierten Scan-Systemen kombiniert werden, um Versandprüfungen zu beschleunigen.

100% Versandgenauigkeit und Transparenz in der Lieferkette

Automatische Versandprüfungslösungen der nächsten Generation, wie zum Beispiel Visidot, sorgen mithilfe bildbasierter Technologie dafür, dass die richtigen Medikamente an die richtige Apotheke oder das richtige Krankenhaus verschickt werden. Hersteller setzen diese Systeme zur Belieferung führender Supermärkte ein, um durch 100% exakt versandte Paletten und eine transparentere Lieferkette ihre Verträge besser einhalten zu können. Die Technologie kann außerdem Artikel bei der Versandvorbereitung in der Produktion überprüfen, Rücksendungen von Apotheken verwalten sowie alle ID-Codes auf Kisten und Kartons erfassen, aufzeichnen und zentral speichern.

Besseres Kühlkettenmanagement für Arzneimittelqualität

RFID-Technologie bringt dem Kühlkettenmanagement signifikante Vorteile und gewährleistet, dass bestimmte Medikamente, wie beispielsweise Impfstoffe und Antibiotika, über die gesamte Lieferkette bei konstanter Temperatur gelagert werden. In einer Umgebung mit Temperaturregelung hängt der gesamte Betrieb von seinem schwächsten Glied ab, denn jeder Negativeinfluss, auch am Verkaufsort, wirkt sich kumulativ auf die Produktqualität aus. Durch den Einsatz spezieller RFID-Etiketten können Pharma-Unternehmen das Temperaturniveau überwachen, die Weitergabe von Informationen über unerwünschte Ereignisse gewährleisten und die optimale Produktqualität aufrecht erhalten, vom Zeitpunkt der Produktion bis zur Übergabe der Arzneimittel an den Patienten.

 

Heftausgabe: Oktober 2012
Pascal Durdu, Spezialist für Pharmaanwendungen Zetes

Über den Autor

Pascal Durdu, Spezialist für Pharmaanwendungen Zetes
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