Trenntechnik für die schonende Verarbeitung von Lupinen

Flowerpower auf dem Teller

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31.08.2015 Diese Blumen sind nicht nur zum Angucken: Noch abseits großen medialen Interesses gründen Mitarbeiter des Fraunhofer-Institutes im Jahr 2010 das Unternehmen Prolupin, das sich mit der Verarbeitung von Lupinen zu eiweißhaltigen Nahrungsmitteln beschäftigt.

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Entscheider-Facts für Betreiber

  • Das Verarbeiten von Lupinen stellt Betreiber vor Herausforderungen: Bis vor einigen Jahren war es nicht möglich, die Lupinenpflanze zur Nahrungsmittelherstellung effizient zu nutzen. Besonders das Abtrennen der Bitterstoffe und Ballaststoffe, im industriellen Maßstab, stellte eine große Herausforderung dar.
  • Mit moderner Trenntechnologie ist es nun möglich, Lupinen als Lebensmittelzutat wirtschaftlich zu nutzen. Wichtiger Faktor ist hier vor allem die hohe Zentrifugalbeschleunigung von maximal 10.000 x g, die der Dekanter des Herstellers erreicht.

Dabei arbeiteten die Wissenschaftler von Anfang an mit der Firma Flottweg aus Vilsbiburg zusammen. Denn nur durch den Einsatz moderner Trenntechnik-Lösungen ist das Verarbeiten von Lupinen im industriellen Maßstab überhaupt erst möglich.

Kampf den Bitterstoffen
Die Idee, aus Lupinen neue Zutaten für die industrielle Nahrungsmittelproduktion herzustellen, wurde bereits vor über zehn Jahren geboren. Seit dieser Zeit forschen Wissenschaftler des Fraunhofer-Institutes für Verfahrenstechnik und Verpackung an einem Verfahren zur industriellen Produktion. Größte Herausforderung für die Wissenschaftlicher war es, ein Verfahren zu entwickeln, mit dem sich die Inhaltsstoffe von Lupinensamen vollständig voneinander trennen lassen. Denn bisher waren Lupinen trotz vieler Vorteile nicht für den Endverbrauchermarkt interessant, da die Bitterstoffe einen Verzehr für Menschen ungenießbar machten. Durch den Einsatz des zusammen mit dem Maschinenbauer entwickelten Verfahrens ist es nun möglich, unangenehme Geruchs- und Geschmackssubstanzen zu identifizieren und freizulegen.

Der Prozess im Detail
Um den nachhaltigen wirtschaftlichen Erfolg einer Lupinenfraktionierung zu ermöglichen, wird die Ausbeute aller Fraktionen der Saat von über 90 % angestrebt. Dabei stand am Anfang die Frage, wie sich „sensorisch neutrale“ Proteine aus Lupinen gewinnen lassen. Zunächst werden die Kerne geschält und zu hauchdünnen Flocken gewalzt. Anschließend entölt der Hersteller sie mit überkritischem CO2; das bei einem Druck von über 74 bar und Temperaturen höher als 31 °C flüssigkeitsähnliche Eigenschaften erreicht. Darin löst sich ein Großteil der Öle und deren Begleitstoffe. Im Anschluss werden die entölten Flakes in einem Rührbehälter angemaischt und nachfolgend über einen Dekanter geleitet. Dieser trennt die Ballaststoffe und die Proteine voneinander ab.

Heftausgabe: September 2015
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Über den Autor

Nils Engelke, Produkt-Marketing, Flottweg
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