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FNR: Biogene Reststoffe werden bereits weitgehend verwertet

19.03.2013 Die Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe (FNR) in Gülzow-Prüzen hat die Studie „Bestandsaufnahme zum biogenen Reststoffpotential der deutschen Lebensmittel- und Biotechnik-Industrie“ vorgelegt. Danach könnten nur für etwa 4 % der gesamten Reststoffmengen aus diesen beiden Branchen höherwertige Verwertungswege in Betracht kommen.

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FNR: Biogene Reststoffe werden bereits weitgehend verwertet

Bei der Herstellung von Ölen und Fetten fallen relativ große biogene Restmengen (wie Rückstände aus Ölpressen) an, die jedoch bereits als proteinreiche Futtermittelzusätze genutzt werden und nicht ohne weiteres verzichtbar wären (Bild: e-parfait-Fotolia)

Für den weiteren Ausbau einer biobasierten Wirtschaft ist neben der vorrangigen Sicherstellung einer ausreichenden Nahrungsmittelversorgung auch die Versorgung der Wirtschaft mit Futtermitteln, biobasierten Rohstoffen und Energieträgern zentrale Aufgabe. Vor diesem Hintergrund ist es wichtig, vor allem solche Biomasse-Ressourcen möglichst effizient zu nutzen, die für eine unmittelbare Nahrungsmittelversorgung nicht in Frage kommen. Neben biogenen Ressourcen aus der Land- und Forstwirtschaft und den Kommunen spielen hierbei auch die Reststoffe aus der Lebensmittelindustrie eine wichtige Rolle.

Ziel der Studie, die unter Federführung der Hochschule Bremen erstellt wurde, war es, die Potenziale die Reststoffe aus der Verarbeitung landwirtschaftlicher Rohstoffe in der Nahrungsmittelindustrie zu erheben, die als Rohstoffe für technische Anwendungen prädestiniert sind. Hiernach bewegt sich das jährliche Reststoff-Aufkommen in der deutschen Lebensmittel- und Biotechnik-Industrie zwischen 13 und 14 Mio. t Trockensubstanz (TS/a). Die größten Reststoffmengen fallen in den Branchen Herstellung von Pflanzenölen (6,1 Mio. t TS/a), Herstellung von sonstigen Nahrungsmitteln, insbesondere Zucker (3,3 Mio. t TS/a) und Getreideverarbeitung (1,7 Mio. t TS/a) an. Allerdings werden die in diesen Branchen anfallenden Reststoffe – aufgrund der guten Nährstoffgehalte – derzeit vorrangig als Futtermittel genutzt.

Die in der Studie ermittelte umsteuerbare Kapazität an biogenen Reststoffen für höherwertige Verwertungswege liegt bundesweit bei rund 500.000 t TS/a. Für umfassende Bewertungen alternativer Nutzungsmöglichkeiten von Reststoffen aus der Lebensmittelindustrie müssen die ökologischen und ökonomischen Aspekte einer Umsteuerung der Reststoffströme in den jeweiligen Bereichen noch genauer untersucht und bewertet werden. Außerdem bedarf es noch weiterer Untersuchungen, um regional differenziertere Aussagen zu Anfall und möglichen alternativen Nutzungen der verschiedenen biogenen Reststoffe machen zu können. Für alle neuen Nutzungsoptionen muss jedoch beachtet werden, ob und in welchem Maße Umsteuerungen an anderer Stelle zu Problemen führen.

Weblink zum Thema
Die Studie „Bestandsaufnahme zum biogenen Reststoffpotential der deutschen Lebensmittel- und Biotechnik-Industrie“ kann kostenlos auf der Internetseite der Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe in der Projektdatenbank mit Angabe des Förderkennzeichens (FKZ) 22001910 mit diesem Link heruntergeladen werden.

(dw)

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