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Forschung und Entwicklung in der Schweiz

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20.03.2014 Innovationen sind für die Schweiz und ihre Stellung im Weltmarkt überlebenswichtig. Daher müssen sich die Branchen, darunter auch die Chemie- und allen voran die Pharmabranche ständig um Weiterentwicklung kümmern. Spezialitätenchemikalien in kleinen Mengen lassen sich nur verkaufen, wenn die Nachfrage danach vorhanden ist.

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Entscheider-Facts


für Forscher und Entwickler
  • Als Industrienation, die darüber hinaus über wenig eigene Rohstoffe verfügt, muss die Schweiz im Außenhandel durch Innovationskraft überzeugen.
  • Pro Kopf investiert die Schweiz daher mehr als jedes andere Land in die Forschung und Entwicklung, darunter vor allem in die in dieser Hinsicht kostenintensive Pharma-Branche.
  • Auch andere Nationen stehen nicht still und investieren vermehrt in die F&E-Sparte. Daher ist die Schweiz wie jede andere Industrienation auf diesen starken F&E-Weg auch in Zukunft angewiesen.

Investieren und…
Forschung und Entwicklung ist daher damals wie heute wichtig für die kleine Schweiz. Etwa die Hälfte der in der Chemieindustrie Beschäftigten arbeitet im F&E-Bereich. 5,6 Mrd. Franken (4,6 Mrd. Euro) investierte die Schweizer Chemie- und Pharmaindustrie im Jahr 2012 laut VCI in die Forschungssparte – darunter taten dies auch viele der kleinen und mittelständischen Unternehmen. Gemessen an Deutschland, China oder gar den USA, die fast zehn Mal mehr in dieses Gebiet stecken, scheint dies nahezu wenig. Mit Blick auf die Größe und die Einwohnerzahlen sieht das Ergebnis jedoch wieder ganz anders aus. Pro Kopf fielen in der Schweiz fast 600 Euro auf die Forschung. Vergleich USA: „nur“ knapp 130 Euro investieren die vereinigten Staaten pro Einwohner. Beachtet werden muss hier allerdings, dass besonders die Pharmabranche in der Schweiz sehr groß ist und im Vergleich zu den anderen Branchen weit mehr der Investitionen erhält als in den Vergleichsländern. Die Forschung im Pharmabereich ist teuer. Da die Schweiz Größen- und Ressourcen-bedingt stark auf Neuentwicklungen setzt, stecken die ansässigen Pharmaunternehmen umso mehr Geld in die Forschung. Die privaten Unternehmen der Schweiz steckten im Jahr 2008 sogar fast 12 Mrd. Franken (10 Mrd. Euro) und somit 2,2 % des BIP in Forschung und Entwicklung im Inland. Hochschulen und Unternehmen trugen im Jahr 2009 mit den Investitionen in den F&E-Bereich mit knapp 3 % zum BIP bei. Von den privaten Forschungsgeldern der Industrie flossen 2008 44 % in die Chemie- und Pharmaindustrie.

… am Ball bleiben
Um den wirtschaftlichen Erfolg weiter zu sichern, muss die Schweizer Industrie mit der Zeit gehen und auch weiterhin viel Kraft und Geld in die Forschung und Entwicklung stecken. Denn aktuell entwickelt sich mit der Öffnung osteuropäischer und südostasiatischer Märkte sowie den ständigen Weiterentwicklungen in Gen- und Biotechnik, aber auch in der Informatik, die Weltwirtschaft rasend schnell weiter. Und die Richtung, die die Schweiz nach der Annahme der Initiative gegen Masseneinwanderung einschlagen muss, wird noch einmal herausfordernd für den zukünftigen Weg der Schweiz sein. Denn in der F&E-Sparte Chemie- und Pharmabranche stammen 45 % der Mitarbeiter aus dem Ausland, die meisten davon aus der EU.

 

Zum Hintergrund

Die patente Schweiz

Innerhalb Europas meldet die Schweiz seit Jahren die meisten Patentanmeldungen pro Kopf. Beim schweizerischen Patentamt gehen pro Jahr rund 2000 Anmeldungen ein, jedoch kommen mehr als 26.000 Patentgesuche auf der ganzen Welt aus der Schweiz. Der größte Teil davon stammt aus der Industrie, die jedoch nur rund 24 % der marktwirtschaftlich tätigen Unternehmen ausmachen. Rund ein Drittel aller dieser Patentanmeldungen kommen aus kleinen und mittelgroßen Unternehmen.

 

Heftausgabe: März 2014
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Sonja Utsch, Redaktion

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