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Forschungsprojekt SUSY: Neue Zucker für Ernährung und Pharmazie

28.01.2014 Sezielle Zuckerverbindungen zum Konservieren von Lebensmitteln oder gegen Krebs: Die EU-Forschungspartnerschaft SUSY rund um den Zucker setzt dabei auf das Wissen im Austrian Centre of Industrial Biotechnology (acib). Rund 800.000 Euro für die Biotech-Forschung in diesem Projekt SUSY gehen nach Graz.

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Forschungsprojekt SUSY: Neue Zucker für Ernährung und Pharmazie

Beim EU-Projekt SUSY geht es darum, die drei Enzyme Saccharose Synthase, Glykosyltransferase und Fructan Sucrase zu verbessern, in großen Mengen herzustellen und zuletzt die biochemische Umsetzung zu optimieren (Bild: Chien Lee-Fotolia)

Bei dem Forschungsprojekt geht es darum, besondere Zuckerverbindungen mit optimierten Enzymen effektiver herzustellen. Das Ausgangsmaterial ist Haushaltszucker (Saccharose). Die Werkzeuge dazu sind drei Enzyme: Saccharose Synthase macht aus Saccharose einen aktivierten Zucker. Nur der wird von einer Glykosyltransferase auf ein industriell gewünschtes Molekül übertragen – mit dem Ziel, eine neue, wirksame Zuckerverbindung herzustellen. Fructan Sucrase schließlich macht den Prozess vielfältiger, erklärt acib-Forscherin Christiane Luley, weil andere aktivierte Zuckersorten zugänglich werden, die man auf Zielmoleküle übertragen kann. In dem Forschungsprojekt sollen die drei Enzyme verbessert werden, in großen Mengen hergestellt und zuletzt die biochemische Umsetzung optimiert werden.

Das von der EU geförderte Gesamtbudget bis zum Projektende im August 2017 macht 5 Mio. Euro aus, 800.000 Euro davon werden am acib in Graz umgesetzt, der Rest bei 7 weiteren Projektpartner aus Österreich (der TU Graz), Deutschland, Spanien, Belgien und den Niederlanden. Das acib ist für die Prozessentwicklung für große Produktionsmengen zuständig.

Für die Industrie sind die entstehenden bioaktiven Moleküle sehr interessant, sagt die Forscherin: „Wir können so Verbindungen herstellen, die in der Natur nur in winzigen Mengen vorkommen und die zum Beispiel als verbesserter UV-Schutz in Kosmetika zum Einsatz kommen. Bei den klassischen Zuckerersatzstoffen mit hoher Süßkraft – aber ohne Kalorien oder zahnschädigende Eigenschaften – gibt es ebenso noch viel Potenzial wie bei neuen Zuckersubstanzen, die sogar gegen Krebs wirksam sind.“ Und das antioxidative Potenzial mache die neuen Zuckerverbindungen zu idealen Konservierungsstoffen, die Lebensmittel haltbarer machen; alles auf Basis der Konzepte der Natur.

Liste der Projektpartner
Universität Gent, Belgien, Projektkoordinator; Agencia Estatal Consejo Superior de Investigaciones Cientificas, Madrid, Spanien; Julius-Maximilians-Universität, Würzburg; Technische Universität Graz, Österreich; C-Lecta GmbH, Leipzig; ACIB GmbH, Graz, Österreich; Bio-Prodicrt BV, Nijmegen, Niederlande; Galab Laboratories GmbH, Geesthacht.

Weblink zum Thema
Weitere Informationen finden sie auf der Internetseite CORDIS, dem Informationsdienst der europäischen Union für Forschung und Entwicklung, oder direkt hier. Der Titel des Projektes lautet: Sucrose Synthase as Cost-Effective Mediator of Glycosylation Reactions.

(dw)

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