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Fraunhofer-ISI: Biotechnologische Verfahren zum Umweltschutz selten im Einsatz

10.11.2003 Warum setzen so wenige Firmen in ihrer Produktion biotechnologische Verfahren zum Umweltschutz ein? Dieser Frage ging das Fraunhofer Institut für Systemtechnik und Innovationsforschung im Auftrag des Ministeriums für Umwelt und Verkehr in Baden Württemberg nach. Für die Studie PIUS-BT (Produktionsintegrierter Umweltschutz mit Biotechnologie) wurden Unternehmen aus den Branchen Lebensmittel, Papier, Chemie/Pharma sowie Textil befragt. Das

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Warum setzen so wenige Firmen in ihrer Produktion biotechnologische Verfahren zum Umweltschutz ein? Dieser Frage ging das Fraunhofer Institut für Systemtechnik und Innovationsforschung im Auftrag des Ministeriums für Umwelt und Verkehr in Baden Württemberg nach. Für die Studie PIUS-BT (Produktionsintegrierter Umweltschutz mit Biotechnologie) wurden Unternehmen aus den Branchen Lebensmittel, Papier, Chemie/Pharma sowie Textil befragt. Das Resultat ist wenig ermutigend: Nur acht Prozent der befragten Firmen setzen solche Verfahren bereits ein, obwohl 41 Prozent angaben, dass sie ihre Produktion gerne umweltfreundlicher gestalten würden.


„Die Firmen wissen häufig nicht, welche Möglichkeiten die Biotechnologie für ihre Herstellungsprozesse bietet“, beklagt Projektleiterin Sibylle Gaisser. Dabei sind viele der Verfahren altbewährt. So kann man zum Bleichen von Jeansstoffen statt Wasserstoffperoxid auch Enzyme verwenden. Dasselbe gilt für die Herstellung von Lebensmitteln, wo man durch den Einsatz von Enzymen in der Obst- und Gemüseverarbeitung sowie in der Backwarenherstellung Energie einsparen und Abfälle verringern könnte.


Das Knowhow-Defizit ist nicht nur schlecht für die Umwelt, sondern auch fürs Geschäft. Denn Gaisser hat errechnet, dass die Produktion mit biotechnologischen Prozessen aufgrund des geringeren Energiebedarfs sogar Geld spart und darüber hinaus eine ganz neue Qualität von Produkten ermöglicht. Auch den Unternehmen scheint zu dämmern, dass hier große Chancen liegen. Gut ein Viertel der Befragten sehen einen erheblichen Bedarf an Informationen und individueller Beratung.


Auf Empfehlung der Projektleiterin sollen deshalb Workshops veranstaltet werden, bei denen die Entwickler biotechnischer Verfahren, die vor allem aus den Universitäten stammen, mit potenziellen Nutzern aus der Industrie an einen Tisch gebracht werden. Weitere Maßnahmen sind Datenbanken und Foren im Internet sowie Weiterbildungsangebote. Das Fraunhofer-Institut für Systemtechnik und Innovationsforschung ISI untersucht Marktchancen technischer Entwicklungen und deren Auswirkungen auf Wirtschaft, Staat und Gesellschaft. Die interdisziplinären Forschungsgruppen konzentrieren sich auf die Bereiche Energie, Umwelt, Produktion, Kommunikation und Biotechnologie sowie auf Regionalforschung und Innovationspolitik.

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