Stärkekartoffel Amflora erhöht die Wettbewerbsfähigkeit der europäischen Stärkeindustrie

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02.03.2010 Die Europäische Kommission hat heute Amflora, die gentechnisch veränderte Stärkekartoffel der BASF, für die kommerzielle Nutzung in Europa genehmigt. Dies ist ein Durchbruch, auf den die Biotechnologie-Branche lange gewartet hat.

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Entscheider-Facts Für Anwender

  • Wissenschaft und Anbaupraxis belegen, dass gentechnisch veränderte Pflanzen genau so sicher und verträglich sind wie konventionelle Züchtungen.
  • Die Stärkekartoffel Amflora bildet reine Amylopektinstärke für technische Anwendungen. Eine Nutzung als Lebensmittel ist nicht vorgesehen.
  • Die EU respektiert mit dieser Entscheidung die wissenschaftlichen Fakten und die weltweit guten Erfahrungen mit der Grünen Gentechnik.
  • Auf diese Entscheidung als Aufbruchsignal hat die Biotech-Branche lange gewartet.
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Die Stärkekartoffel Amflora bildet reine Amylopektinstärke für technische Anwendungen (Bild: BASF)

Nach über 13 Jahren Wartens freuen wir uns über die Genehmigung der EU-Kommission für Amflora“, so Stefan Marcinowski, Vorstandsmitglied der BASF SE. „Wir hoffen, dass diese Entscheidung einen Meilenstein für weitere Innovationen zu Gunsten einer wettbewerbsfähigen und nachhaltigen Landwirtschaft in Europa darstellt.“ „Nun ist für uns der Weg frei, Amflora in diesem Jahr kommerziell anzubauen“, sagte Peter Eckes, Geschäftsführer der BASF Plant Science. „Amflora wird die Position der europäischen Kartoffelstärkeindustrie im internationalen Vergleich stärken“, ergänzte er. Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) hatte im Rahmen des Genehmigungsverfahrens wiederholt bestätigt, dass Amflora sicher für Mensch, Tier und Umwelt ist.

Nach der Zustimmung der EU-Kommission zur Genehmigung der Amflora-Kartoffel für den kommerziellen Anbau wird nun Schweden als sogenanntes „Rapporteur-Land“ formal den Genehmigungsbescheid ausstellen. Der Antrag auf Zulassung von Amflora war 1996 in Schweden eingereicht worden. Amflora bildet reine Amylopektinstärke für technische Anwendungen. Eine Nutzung als Lebensmittel ist nicht vorgesehen. Amflora wurde gemeinsam mit Experten aus der europäischen Stärkeindustrie entwickelt, um den Bedarf an reiner Amylopektinstärke zu decken.

Aufwendige Stärketrennung entfällt

Herkömmliche Kartoffeln produzieren ein Stärkegemisch aus Amylopektin und Amylose. In vielen technischen Anwendungen der Papier-, Garn- oder Klebstoffindustrie ist reines Amylopektin vorteilhaft, weil es nicht geliert. Eine Trennung des Stärkegemischs ist unwirtschaftlich. Die Industrie profitiert von hochwertiger Amflorastärke, da sie beispielsweise Papier einen höheren Glanz verleiht. Außerdem können Beton und Klebstoffe mit Hilfe von Amylopektinstärke länger verarbeitet werden. Industrielle Prozesse werden so optimiert. Das spart Rohstoffe wie Wasser, Zusatzstoffe und Energie.

Auch der Verband der Chemischen Industrie (VCI) und die Deutsche Industrievereinigung Biotechnologie (DIB) begrüßen die Entscheidung der Europäischen Kommission, den Anbau einer gentechnisch verbesserten Kartoffel zur Stärkeproduktion zu genehmigen. „Die Entscheidung ist das Aufbruchssignal für Innovationen in Europa, auf das die Biotech-Branche lange gewartet hat. Die EU respektiert damit die wissenschaftlichen Fakten und die weltweiten guten Erfahrungen mit der Grünen Gentechnik. Gemeinsam mit der Politik müssen wir nun das Vertrauen der Gesellschaft in diese Zukunftstechnologie stärken“, sagte VCI-Hauptgeschäftsführer Dr. Utz Tillmann.

Die EU beendet in Europa eine jahrelange Zulassungsblockade für gentechnisch verbesserte Pflanzen, die sich weltweit auf den Feldern bewährt haben. Dr. Ricardo Gent, Geschäftsführer der DIB: „Weltweit setzen immer mehr Landwirte auf die Grüne Gentechnik. Viele davon sind Kleinbauern in Entwicklungsländern, die ihr Einkommen dadurch nachweislich verbessern konnten. Und auch europäische Landwirte brauchen Zugang zu modernen Technologien. Wissenschaft und Anbaupraxis belegen, dass gentechnisch optimierte Pflanzen genau so sicher und verträglich sind wie konventionelle Züchtungen.

Heftausgabe: April 2010
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Lind
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